Auch in diesem Jahr stand unser jährlicher Ausbildungsdienst zum Thema „Erweiterte Erste Hilfe“ auf dem Plan. Ziel dieser Ausbildung war es, vorhandene Kenntnisse aufzufrischen, praktische Fertigkeiten zu vertiefen und insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst weiter zu stärken. Ergänzend zur klassischen Ersten Hilfe beschäftigten wir uns daher intensiv mit der Thematik „Rettungsdienst im Landkreis“ sowie mit den Abläufen und Schnittstellen in der Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst. Ein gutes Verständnis füreinander und klare Absprachen sind im Einsatzfall entscheidend, um Patienten schnell und professionell versorgen zu können.
Nach einer kompakten theoretischen Einführung wurden die Inhalte an drei praxisnahen Stationen vertieft. Im Mittelpunkt stand dabei stets das sichere, strukturierte und patientenorientierte Arbeiten.
An der ersten Station lag der Fokus auf der Tragehilfe für den Rettungsdienst. Hier übten die Kameradinnen und Kameraden den Umgang mit verschiedenen Rettungs- und Transportmitteln wie dem Tragetuch, dem CombiCarrier sowie dem Spineboard. Neben der korrekten Anwendung der jeweiligen Hilfsmittel wurde besonderer Wert auf das rückenschonende und koordinierte Tragen gelegt. Ebenso wurden wichtige Aspekte wie Kommunikation untereinander, klare Kommandos sowie die Sicherheit von Patient und Einsatzkräften thematisiert. Ziel war es, den Rettungsdienst bei Transporten bestmöglich zu unterstützen und gleichzeitig die eigene Sicherheit nicht aus den Augen zu verlieren.
Die zweite Station widmete sich der Blutstillung sowie der Versorgung traumatologischer Notfälle. Gerade bei schweren Verletzungen zählt jede Minute. Entsprechend wurde das strukturierte Vorgehen bei starken Blutungen intensiv trainiert. Geübt wurden unter anderem das fachgerechte Anlegen von Druckverbänden, der Einsatz eines Tourniquets, die Anwendung der Israeli-Bandage sowie das Anlegen eines Beckengurtes bei Verdacht auf eine Beckenverletzung. Neben der praktischen Durchführung wurde auch auf Indikationen, mögliche Fehlerquellen und die Bedeutung einer schnellen, aber kontrollierten Versorgung eingegangen.
An der dritten Station stand die Reanimation im Mittelpunkt. Trainiert wurde der Ablauf der Basisreanimation (BLS) sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern, wobei auf die jeweiligen Unterschiede besonders eingegangen wurde. Die Kameraden übten die Herzdruckmassage, die Beatmung sowie den sicheren Umgang mit unterstützenden Geräten des Rettungsdienstes. Ein besonderes Highlight war die Durchführung einer Erwachsenenreanimation unter realistischen Bedingungen in einem Rettungswagen. Diese Übung stellte eine zusätzliche Herausforderung dar, da hier unter beengten Platzverhältnissen und mit vorhandener Fahrzeugtechnik gearbeitet werden musste, eine Situation, wie sie im Einsatz jederzeit vorkommen kann.
Der Ausbildungsdienst hat erneut gezeigt, wie wichtig regelmäßige Fortbildungen und realitätsnahe Übungen sind. Durch die Kombination aus Theorie und intensiver Praxis konnten bestehende Kenntnisse gefestigt und neue Impulse für den Einsatzalltag gewonnen werden. Die kontinuierliche Weiterbildung trägt maßgeblich dazu bei, im Ernstfall sicher, ruhig und professionell handeln zu können.
Ein großer Dank gilt der ASB Rettungsdienst gGmbH Neustadt / Sa. für die Bereitstellung von Übungsmaterial und Technik.