Titel Logo
Lübbener Stadtanzeiger mit Amtsblatt für die Stadt Lübben (Spreewald)
Ausgabe 12/2020
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Adlershofer Unternehmen sucht Arbeitsräume in Lübben

Weil in Berlin Wohn- und Arbeitsraum immer knapper wird, ziehen immer mehr Menschen ins Umland und bis nach Lübben. Entweder sie pendeln dann zu ihrem Berliner Arbeitgeber oder gehen ihm verloren. Damit genau das nicht passiert, sucht die Berliner landeseigene Gesellschaft Wista Management GmbH entlang von Korridoren von Berlin ins Umland Flächen, auf denen sie Platz für Arbeitnehmer schafft, die dort für ihre Berliner Arbeitgeber arbeiten.

Das Projekt, das die Wista auf Vermittlung von SÜW-Geschäftsführer Maik Mattheis mit der Stadt Lübben starten will, trägt den Arbeitstitel „Coworking Space“ (gemeinsamer Arbeitsraum). Allerdings wird dieser Begriff bisher eher mit einem Arbeitsraum für junge, frisch gegründete Kleinstunternehmen (Start-ups) in Ballungsräumen assoziiert. Bei dem Projekt entlang eines Korridors von Berlin-Mitte über Adlershof bis nach Lübben sollten jedoch Menschen angesprochen werden, die nach ihrer Ausbildung und ihrem Berufseinstieg in Technologieparks wie Adlershof Familien gründen und aus Berlin rausziehen wollen, erläuterte Roland Sillmann von der Wista vor Stadtverordneten.

Um ihnen das Pendeln zu ersparen und ihnen beste Lebensbedingungen jenseits der Großstadt bieten zu können, sollten sie z. B. in Lübben wohnen, hier im Coworking Space arbeiten und nur ein- bis zweimal pro Woche in den Stammsitz nach Adlershof pendeln. „Bereits heute leben 10 Prozent aller Mitarbeiter im Technologiepark Adlershof im Landkreis Dahme-Spreewald, Tendenz steigend“, sagte Roland Sillmann. Die Unternehmen wiederum könnten hier vor Ort 2 bis 3 Büroplätze anmieten, um so die Mitarbeiter, die sie ausgebildet haben, während der Familienphase zu halten und mit einem guten Lebensumfeld zu versorgen.

Roland Sillmann lobt insbesondere das grüne Umfeld Lübbens, aber auch die Tatsache, dass Lübben eben eine Stadt ist mit entsprechender Infrastruktur – von Kitas und Schulen über medizinische Versorgung und eine Bahnanbindung bis hin zu vielfältigen Freizeitmöglichkeiten. „Ein weiterer Grund spreche für Lübben“, erläuterte er: „Man muss es vor Ort gut umgesetzt bekommen. In unseren bisherigen Gesprächen hier haben wir festgestellt, dass die Kommune etwas bewegen will. Und wir können das nur mit einem Partner machen, der mit Leidenschaft da herangeht. Sonst funktioniert es nicht.“

Viele Stadtverordnete waren von der Idee und dem Vortrag begeistert und sprachen sich dafür aus, das Projekt weiterzuentwickeln. Nachfragen gab es zum angestrebten Zeithorizont und zur Einbindung von Bürgern und bestehenden Strukturen in das Projekt. „Bis das Gebäude steht, dauert es mindestens 2 bis 3 Jahre“, sagte Roland Sillmann und sprach von einer stufenweisen Errichtung. „Wir brauchen viel Platz, es muss aber nicht alles in Lübben und es muss nicht alles auf einmal verfügbar sein. Das Pilotprojekt wollen wir aber gern hier entwickeln.“ Welche Größe für die Stadt sinnvoll ist – das wolle man gemeinsam mit der Stadt besprechen.

Dazu müsste, das wurde deutlich, die gesamte Infrastruktur mitwachsen: Es braucht Mietwohnungen, Kitaplätze, Grundstücke, Spielplätze. „Das ist ein Prozess auch in der Planung – den kann man nur beginnen, wenn es ein gemeinsamer Prozess ist“, sagte Roland Sillmann. Bürgermeister Lars Kolan ergänzte, dass die Stadt bereits in die Überarbeitung des Flächennutzungsplanes eingestiegen ist, in dem der Bedarf an Wohn- und Gewerbeflächen berücksichtigt werden kann. Der Plan werde in etwa im selben Zeitrahmen fertiggestellt sein, wie der Coworking Space.

Info: Die Wista Management GmbH und der Technologiepark Adlershof

  • Die Wista ist eine landeseigene (Berlin) Gesellschaft mit 200 Mitarbeitern, die Wirtschaftsförderung betreibt und den Technologiepark Adlershof bewirtschaftet. Damit sorgt sie für Synergien zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und bietet als ältestes und größtes Gründerzentrum einen umfangreichen Gründungsservice.
  • Dazu gibt es wissenschaftliche Konferenzen. Sie ist an den Standorten Adlershof (größter), Dahlem, Charlottenburg und Schöneweide tätig – also dort, wo sich wissenschaftliche Einrichtungen befinden.
  • Adlershof – seit über 100 Jahre Ort des Wandels und der Innovation. Heute liegt hier Deutschlands größter Technologiepark mit der vermutlich größten Dichte an Weltmarktführern.
  • Es gibt einen Mix aus jungen, wachsenden und großen Unternehmen und elf außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Das Fachgebiet Optik ist die stärkste Branche, gefolgt von IT, Neuen Materialien, Medien.
  • Am Standort Adlershof gibt es 1.200 Unternehmen, 70 wissenschaftliche Einrichtungen, 30.000 Beschäftigte, 85 Marktführer (Weltspitze) – bei 2,6 Millarden Umsatz.