Eine etwas andere Kahngesellschaft: Stehend ging es nach Kaupen 6.
Am 14. Februar machten sich die Lehd'schen auf zum Zampern ins Dorf. Dieser Brauch des Winteraustreibens mit ordentlich Lärm und "schrecklichen" Gestalten findet derzeit in fast allen Niederlausitzer Dörfern statt.
Während anderswo meist nur die Straßenseiten gewechselt werden, geht es in Lehde nahezu sportlich zu: Um möglichst viele im Spreewalddorf aufsuchen zu können, um dort Zampergaben zu erheischen, müssen Brücken mehrmals überquert werden, manche Wege müssen mehrfach gegangen werden. Einige Höfe können nur übers Fließ erreicht werden. Manche Fließe waren allerdings schon eisfrei, sodass die ganze Gesellschaft, über 50 Personen, mit einem Lastenkahn einen Teil der Zamperstrecke bewältigen konnte.
Auf Kaupen 6, dem Ziel der etwas anderern Kahnfahrgesellschaft, wurden die Zamperer ebenso verwöhnt, wie schon vorher an den anderen aufgesuchten Orten: Es gab die übliche Bewirtung - und ein prasselndes Feuer.
Anita Storch hatte die organisatorischen Fäden in der Hand und verwaltete auch die Zamperkasse: „Wir gestalten am 28. Februar im Cafe Venedig eine Männerfastnacht, da können wir jede Unterstützung gebrauchen.“
Mit unter den Zamperern waren zwei Niedersachsen, Mario Rippka und Heiko Schramm. „Wir zählen uns so langsam zu den Lehd'schen, weil wir seit über 20 Jahren unsere Urlaube und viele Wochenenden in Gerlachs Ferienwohnung verbringen. Wir möchten uns so oft es geht, ins Dorfleben einbringen“, erzählt Mario Rippka.