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Gemeindebote - Amtsblatt der Gemeinde Neukieritzsch mit den Ortsteilen
Ausgabe 3/2024
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140 Jahre Kegelclub „Neuntöter-Saxonia“ Lobstädt

Am 12. Dezember 1883, also 20 Jahre nach der Gründung des TSV, fanden sich aus Lobstädt und Bergisdorf Männer zur Gründung des Kegelclubs „Saxonia" zusammen.

Bis zum Jahre 1885 kamen Zimmer-Meister Bernhard Ehemann und Lehrer Schenk dazu.

Im Jahre 1913 wurde der Klub Mitglied im „Sächsischen Kegelbund". Im gleichen Jahr beteiligte man sich mit 10 Keglern am Bundeskegeltag im Meerane, ohne jedoch einen Preis zu erringen.

Älteren Lobstädtern sind sicher die Namen der damaligen Mitglieder

Robert Rauschenbach,

Richard Friedrich,

Richard Dittmann

Rudolf Stötzner

Paul Scheibe

Alfred Stößel

Ernst Krahl

Walter Scheibe

Hugo Hiller

Arno Ehemann

Arno Schade

Wilhelm Eckhardt

Bernhard Möschke

Arno Scheibe

Arno Brauße

Hugo Mäder

H. Loigisch

auch heute nicht ganz unbekannt.

Während des 1. Weltkrieges wurde das Kegeln eingestellt, da 12 Mitglieder zum Kriegsdienst einberufen wurden.

Außerdem wurde die Kegelbahn als Schuster- und Schneiderstube von dem damals in Lobstädt stationierten Infanterie Ersatzbattalion 139 verwendet.

Glücklicherweise kehrten alle einberufenen Kegelbrüder heil und gesund aus dem Krieg nach Lobstädt zurück.

Aus dem früher reinen Gesellschaftskegeln wurde im Laufe der Zeit nun doch ein „richtiger" Sport.

So nahmen Klubmitglieder am Bundeskegeln 1920 in Chemnitz, 1922 in Dresden, 1925 in Annaberg und 1926 in Berlin teil.

Im Jahre 1925 wurde das Klubmitglied Alfred Müller Verbandsmeister von Borna. Er schob auf 100 Kugeln in die „Vollen" 561 Holz.

Bis zum 04.09.1935 verliefen die Kegelabende in guter Harmonie und Geselligkeit, bei manchem Scherz und Frohsinn.

Leider hatte zu dieser Zeit die Mehrzahl der Mitglieder durch die entstandenen politischen Verhältnisse die Lust am Kegeln verloren.

Der Wunsch aus dieser Zeit recht bald wieder Klubabende durchzuführen" erfüllte sich erst am 14. Januar 1948.

Unter der alten „Saxonia-Flagge“ fanden sich Alfred Müller, Friedrich Richter, Robert Leiwelt, Kurt Schäfer, Max Schröter, Rudolf Schade, Walter Dittmann, Erich Peter Am 06.12.1958 fand in der damaligen HO-Gaststätte „Stadt Altenburg" die Feier zum 75-jährigen Bestehen statt.

Das vorstehende Jubiläum begingen die aktiven Kegelbrüder Robert Leiwelt, Rudolf Schade, Max Schröter, Oskar Bröhl, Walter Pfau, Hans Stölzner, Ernst Wenner, Friedrich Schröter sowie deren Ehrfrauen und Gäste, darunter die ehemaligen Mitglieder Arno Ehemann mit Gattin und Alfred Stößel.

1959 wurde Oskar Bröhl Kegelmeister der damaligen BSG Aktivist Großzössen!

Auf Grund des hohen Alters einiger Klubmitglieder wie Robert Leiwelt und Friedrich Günther (beide damals bereits über 80 Jahre) sowie auch durch Krankheit anderer Sportfreunde kam man am 16.09.1965 überein, den Spielbetrieb des Kegelklubs „Saxonia“ einzustellen.

Am 23. Juni 1947 gründeten die Sportfreunde Bauer, Brüheim, Dörfler, Klinger, Leiwelt (Alfred), Schmidt, Schröter, Thieme, Wyruschinski und Zötzsche den Kegelklub „Neuntöter". Kegelbruder Schröter war der 1.Vorsitzende; Otto Bauer Schriftführer und Kassierer.

Auch die folgenden Jahre waren durch eine ständige Mitgliederbewegung geprägt. Im Jahre 1951 trat Kurt Eitz dem Kegelklub bei. Er war somit fast 60 Jahre Vereinsmitglied und später Ehrenmitglied im TSV 1863 Lobstädt.

Auch der Kegelklub „Neuntöter" wurde durch Austritte im Jahre 1965 in seiner Mitgliederzahl stark dezimiert.

Nichts lag nun näher, als die am Kegelsport weiterhin interessierten Saxonianer“ Ernst Wenner und Robert Leiwelt im Jahre 1965 und Oskar Bröhl im Jahre 1966 in den Kegelklub der „Neuntöter“ aufzunehmen. Im Jahre 1965 trat auch der Lehrer Peter Kleinert den „,Neuntötern" bei.

Das 25-jährige Bestehen der „Neuntöter" im Jahre 1972 begingen die Kegelbrüder

Bauer, Otto

Leiwelt, Robert

Blohinger, Andreas

Rätzer, Bernd

Eitz, Kurt

Scheibe, Arnd

Kleinert, Peter

Wenner, Ernst

Lehmann, Gerhard

Leiwelt, Alfred

Die folgenden Jahre waren sportlich gesehen aber auch von der Mitgliederzahl wechselhaft gestaltet, so dass schließlich auch des Öfteren die Vorsitzenden wechselten. Trotz allen gab es aber jährlich immer wieder mehrere Höhepunkte, wie z.B. Ausflüge mit den Ehefrauen, Klubmeisterschaften, Vergleichskämpfe in Lobstädt, aber auch auswärts, deren Zustandekommen immer wieder durch engagierte Clubmitglieder organisiert wurde.

80-jährig wurde im Jahre 1987 Sportfreund Alfred Leiwelt zum Ehrenmitglied des Klubs ernannt.

Sicherlich, geboren aus den vielen Gedanken der „Wendezeit" der Jahre 1989/90, fassten die Mitglieder des Kegelclubs „Neuntöter" unter dem neuen Vorsitz von Sportfreund Jochen Wenner zur Jahreshauptversammlung 1991 den Beschluss, sich der Tradition bewusst zu werden und der bereits – wie vorstehend ersichtlich – im Jahre 1965 vollzogenen Vereinigung der Kegelclubs Neuntöter und „Saxonia" auch nach außen zu dokumentieren und künftig den Vereins-Doppelnamen „Neuntöter – Saxonia" zu führen.

Somit lebten alte Traditionen auch der Mitgliedschaft wieder auf, die sich wie aus den Aufzeichnungen und Chroniken ersichtlich, oftmals vom Vater auf den Sohn oder Schwiegersohn übertragen wurden.

Seit dem Jahre 1997 führen wir jährlich im Juni eine Wochenendausfahrt gemeinsam mit unseren Ehefrauen durch.

Dieser Termin fügt sich sehr gut zum Gründungsdatum der „Neuntöter“, dem 23. Juni 1947.

Eine zweite jährliche Traditionsfeier, die wir wiederum mit unseren Frauen begehen, ist die Weihnachtsfeier Mitte Dezember. Auch hier fügt sich der Termin hervorragend zum Gründungsdatum der Saxonia, den 12. Dezember 1883.

Wir blicken auf 140 Jahre dokumentierte Geschichte unseres Kegelclubs zurück. Das wir dies tun können verdanken wir auch den vielfältigen Dokumenten, die über die Jahrzehnte die Generationen vor uns erstellt und bewahrt haben.

Versprechen wir die Tradition in Dankbarkeit und Würdigung weiter zu führen.

140 Jahre Kegelclub „Neuntöter-Saxonia" sind eine lange und bewegte Geschichte für unser Vaterland, für den Ort und für den Kegelclub.

Zwei Weltkriege, die Teilung Deutschlands, Mauerbau und schließlich die auch von unserer Region mit ausgehende friedliche Revolution 1989 sind geschichtsprägende Daten.

Aber auch die dörfliche Veränderung vom Bauerndorf hin zur Industriegemeinde, die von der Braunkohle und deren Veredlung geprägt war bis zu den Veränderungen und Erneuerungen der Gemeinde mit einem Hang zum sanften Tourismus durch die Nutzung der ehemaligen Tagebaue als Seenlandschaft sind sicher präsent für einen so lang existierenden Club, wie die „Saxonia" aus Lobstädt.

140 Jahre Kegelklub „Neuntöter-Saxonia" sind aber auch 140 Jahre geselliges kegeln, sind 140 Jahre sportliche Betätigung mit einem Gewissen sportlichen Ehrgeiz, sind aber auch 140 Jahre Gemeinschaft, Unterstützung - auch im privaten Bereich.

Sind 140 Jahre Freundschaft, die die Generationen des Clubs immer wieder weitergaben und somit zusammenschweißten.

Vor allem die Jahre 2011 bis 2014 waren von einer starken Reduzierung unserer Mitgliederzahl geprägt.

Durch Tod verloren wir Otto Geike, Kurt Eitz und Lutz Bischof. Marcus Winter verzog nach Leipzig.

Von einigen verheißungsvollen Eintritten junger Männer verblieb leider nur Eric Nilsson.

Wir sind stolz, einem der ältesten noch existierenden Kegelclubs Deutschlands anzugehören.

unsere Recherchen dazu ergaben folgendes:

Im Herbst 1885 wurde in Dresden der deutsche Keglerverband gegründet. An der Gründungsversammlung in Dresden nahmen ca. 200 Kegelclubs aus ganz Deutschland teil.

Bei den an der Gründungsversammlung des dt. Kegelverbandes teilnehmenden Clubs sind nachweislich 9 Clubs mit Gründungsjahr vor dem der „Saxonia" genannt.

Es handelt sich dabei um einen Club aus Hamburg, einen aus Breslau und 7 aus Berlin.

Ob diese Clubs heute noch existieren, konnten unsere bisherigen Nachforschungen nicht ans Tageslicht befördern.

Somit ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Kegelclub „Neuntöter-Saxonia" der älteste uns bekannte – und heute noch existierende Kegelclub Deutschlands! Selbst die Veröffentlichungen in der Presse zum damaligen 125-jährigen Bestehen halfen uns bei den Nachforschungen nicht weiter…

Das Keglerlied „Wir lieben uns’ren Kegelsport“ ist schon fasst zur Hymne unseres Clubs geworden.

Mitgebracht von Kurt Eitz anlässlich einer Ausfahrt nach Eisenach haben wir es nun auch schon – gerade beim Auswärtskegeln – an andere Clubs weitergegeben.

Ein besonderer Gag war das „Pressen" einer CD mit diesem und andern Liedern.

Am 04.11.2023 erfolgte die Feier zum 140-jährigen Gründungsfest. Dazu waren alle Lobstädter Kegelclubs eingeladen.

Alle Kegelbrüder des Clubs „Neuntöter-Saxonia“ bedanken sich ganz herzlich für die finanzielle Unterstützung der Gemeindeverwaltung und des Vorstandes des TSV sowie der weiteren Sponsoren für die finanzielle bzw. materielle Unterstützung.

Dank auch an alle Lobstädter Kegler für die guten Wünsche zu Fest.

Ein ganz herzlicher Dank gilt auch unseren Ehefrauen, die den Imbiss zur Feier hervorragend vorbereiteten und gestalteten.

Ein besonderes herzliches Willkommen galt einem Team des Mitteldeutschen Rundfunks. Das Kommen war ein einmaliges Erlebnis für alle Keglerinnen und Kegler des TSV. Die Sendung wurde am 06.11. im Sachsenspiegel ausgestrahlt.

Wer wenigstens einmal wöchentlich etwas Sportliches tun möchte, bei Spaß und Geselligkeit, ist dienstags ab 19.00 Uhr von den Mitgliedern unseres Traditionsclubs auf der Kegelbahn der Gemeinde (gegenüber dem Gasthof) herzlich willkommen.

J. Wenner
(Vorstand des Clubs)