Am Pfingstsamstag gegen 14.56 Uhr wurden die Feuerwehren Stößen, Mertendorf, Schleinitz und Osterfeld zu einem Großbrand in die Naumburger Straße nach Stößen alarmiert. Bereits auf der Anfahrt waren die Flammen sichtbar. Im Innenhof eines Vierseitenhofes brannte ein Gebäudeteil, das Feuer hatte bereits auf das Dach einer Scheune übergegriffen.
Die ersten Einsatzkräfte begannen umgehend mit dem Aufbau der Löschwasserversorgung und der Brandbekämpfung. Gleichzeitig wurde die Drehleiter der Feuerwehr Wethautal eingesetzt, um die Flammen von oben zu bekämpfen und angrenzende Wohngebäude zu schützen. Da sich die Lage schnell als sehr umfangreich erwies, wurden weitere Feuerwehren nachalarmiert. Eine besondere Herausforderung war die begrenzte Verfügbarkeit von Atemschutzgeräteträgern aufgrund des Pfingstwochenendes.
Zur Unterstützung der Einsatzleitung wurde der Fachdienst Führungsunterstützung Süd aus Bad Kösen hinzugezogen. Mithilfe einer Drohne konnten Luftaufnahmen erstellt und die Lage aus der Vogelperspektive beurteilt werden. Diese Informationen unterstützten die weitere Einsatzplanung erheblich.
Auch die Löschwasserversorgung stellte die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen. Das Wasser musste über rund 200 Meter aus dem Schulteich zur Einsatzstelle gefördert werden. Zusätzlich richtete die Logistikgruppe der Feuerwehr Wethautal einen Atemschutzsammelplatz ein. Da die vorhandene Atemschutztechnik nicht ausreichte, wurde die Feuerwehrtechnische Zentrale mit dem Abrollbehälter Atemschutz angefordert.
Gegen 18 Uhr waren rund 180 Einsatzkräfte vor Ort. Die Versorgung mit Getränken und Speisen wurde durch die Versorgungsgruppe sowie Mitglieder der Feuerwehr Stößen und des Feuerwehrfördervereins sichergestellt. Dafür gilt allen Beteiligten ein besonderer Dank.
Schwierige Löscharbeiten bis in die Nacht
Im weiteren Einsatzverlauf kam es zu zusätzlichen Schwierigkeiten. Die Drehleiter der Feuerwehr Wethautal fiel aufgrund eines technischen Defekts aus. Gleichzeitig wurde das Löschwasser im Schulteich knapp. Der Einsatz des neu errichteten Löschwasserbrunnens in der Seilerstraße scheiterte ebenfalls aufgrund eines Defekts. Deshalb wurde der Waldbrandzug Mitte des Burgenlandkreises alarmiert. Mehrere Tanklöschfahrzeuge sowie ein Großtanklöschfahrzeug der Werkfeuerwehr MIBRAG unterstützten anschließend die Wasserversorgung im Pendelverkehr. Das Wasser wurde am MIDEWA-Hochbehälter Stößen aufgenommen und zur Einsatzstelle transportiert.
Die Löscharbeiten gestalteten sich aufgrund der starken Hitzeentwicklung und der komplexen Gebäudestruktur äußerst schwierig. Immer wieder flammten durch einstürzende Teile der Dachkonstruktion neue Brandherde auf. Um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern, mussten in einzelnen Bereichen Teile der Dachhaut geöffnet werden.
Während des Einsatzes wurden drei Kameraden verletzt und durch den Rettungsdienst versorgt. Ihnen gelten unsere besten Wünsche für eine schnelle und vollständige Genesung.
Der Marktplatz und das Gelände der Feuerwehr Stößen dienten als Bereitstellungsräume für Personal und Technik. Dafür waren umfangreiche Absperrmaßnahmen erforderlich. Leider kam es dabei vereinzelt zu Beleidigungen und Bedrohungen gegenüber Einsatzkräften. Solche Vorfälle sind inakzeptabel.
Gegen 20 Uhr konnte der Brand weitgehend unter Kontrolle gebracht und die Zahl der Einsatzkräfte reduziert werden. Das Technische Hilfswerk wurde zur fachlichen Beratung hinzugezogen. Nach gemeinsamer Bewertung wurde auf einen Abriss von Gebäudeteilen verzichtet. Bis etwa 23.50 Uhr konnten weitere Kräfte aus dem Einsatz entlassen und eine Brandwache eingerichtet werden. In der Nacht wurden verbliebene Glutnester kontrolliert und abgelöscht.
Am Einsatz beteiligt waren Feuerwehren aus der gesamten Verbandsgemeinde Wethautal sowie aus Naumburg, den Verbandsgemeinden Droyßiger-Zeitzer Forst, An der Finne und Unstruttal sowie den Städten Teuchern, Weißenfels und Lützen. Ebenfalls im Einsatz waren der Fachdienst Führungsunterstützung Süd, die Feuerwehrtechnische Zentrale, der Kreisbrandmeisterdienst, das Technische Hilfswerk, der Rettungsdienst und die Polizei.
Wir bedanken uns bei allen Kameradinnen und Kameraden, Helferinnen und Helfern, den beteiligten Organisationen, den Anwohnerinnen und Anwohnern sowie allen Unterstützern für die hervorragende Zusammenarbeit. Durch das gemeinsame Engagement konnte eine weitere Ausbreitung des Brandes verhindert und die angrenzende Bebauung erfolgreich geschützt werden.