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Heimatspiegel Verbandsgemeinde Wethautal mit Sitz in der Stadt Osterfeld
Ausgabe 11/2026
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Naturlehrpfad „Zur Göhle“ – Ein Ort, der Natur erlebbar macht

„Das Ziel ist nicht ewig zu leben, das Ziel ist, etwas zu schaffen, das ewig bleibt.“ – frei nach dem Autor Chuck Palahniuk. Mit diesem Gedanken wurde am 24. März 2023 ein besonderes Projekt ins Leben gerufen: der Naturlehrpfad „Zur Göhle“ zwischen Possenhain und Schönburg. Entstanden ist ein Ort, der außergewöhnlich ist, Menschen aller Altersgruppen zusammenführt und die heimische Natur erlebbar macht.

 

Die Idee dazu hatten Maria Breitkopf und Kurt Enke von der Agrarbetrieb Gröbitz GmbH. Ursprünglich stand der Gedanke im Vordergrund, eine Ackerfläche zu teilen und damit die umliegenden Orte besser vor Naturereignissen wie Starkregen und Schlammlawinen zu schützen, wie sie zuletzt im Jahr 2002 große Schäden verursacht hatten. Doch aus dieser praktischen Maßnahme entwickelte sich weit mehr: ein Naturraum mit Bildungs- und Erholungscharakter, geschaffen mit viel Herzblut, Engagement und gemeinsamer Arbeit zahlreicher Unterstützer.

Die offizielle Einweihung fand am Pfingstmontag, dem 25. Mai 2026, statt. Marina Enke führte die Gäste über das Gelände und vermittelte dabei zahlreiche Informationen zu Pflanzen, Tieren und der Entstehung des Projekts. Sie hat den Naturlehrpfad von Beginn an maßgeblich mitgestaltet und weiterentwickelt. Um das Projekt fachlich zu begleiten und insbesondere die Bildungsarbeit zu stärken, absolvierte sie eigens eine Fortbildung zur Umwelt- und Naturpädagogin.

Entstanden ist ein Ort, an dem Einheimische und Gäste die Natur entdecken und sich erholen können. Besonders wird gehofft, dass viele Kindertagesstätten und Grundschulen das Gelände künftig nutzen, um Kindern die heimische Natur näherzubringen. Führungen für Gruppen und Schulklassen übernimmt Marina Enke dabei gerne persönlich.

 

 

Auf einer Fläche von rund 1,2 Hektar lädt der Naturlehrpfad heute dazu ein, die Schönheit unserer heimischen Landschaft zu entdecken, zu verstehen und zu bewahren. Gepflanzt wurden zahlreiche einheimische Baum- und Straucharten, darunter Hainbuchen und Birken. Auch einige besondere „Ausreißer“, wie die Colorado-Tanne, haben hier ihren Platz gefunden. Alle Pflanzen sind mit liebevoll gestalteten Schildern versehen und ermöglichen den Besuchern einen einfachen Zugang zur Pflanzenwelt.

Ein besonderer Anziehungspunkt ist der Naschgarten mit verschiedenen Beeren- und Obstsorten. Darüber hinaus bieten eine Aussichtsplattform, eine Jagdlehrkanzel sowie mehrere Ruhebänke die Möglichkeit, die Natur aus unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen und zu genießen. Mit der geplanten Aufstellung der in den vergangenen Tagen bereits gelieferten Wanderhütte wird der Naturlehrpfad in Kürze um einen weiteren Aufenthaltsbereich ergänzt.

 

 

Nicht nur Menschen sollen sich hier wohlfühlen. Mit Nistkästen, Sitzhorsten und eigens angelegten Steinhaufen für Eidechsen wurde auch an die tierischen Bewohner gedacht. So entsteht ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche heimische Arten.

Die große Wiese in der Mitte der Anlage lädt Familien zum Spielen und Toben ein und bietet zugleich den perfekten Platz für ein gemütliches Picknick mit herrlichem Ausblick über die Landschaft des Wethautals.

Der Name „Zur Göhle“ geht auf historische Flurbezeichnungen zurück und knüpft damit bewusst an die Geschichte der Region an. Ein großer Findling mit den eingearbeiteten Himmelsrichtungen begrüßt die Besucher bereits heute. Geplant ist, diesen künftig um weitere Informationen, beispielsweise zur Höhe über dem Meeresspiegel, zu ergänzen.

 

 

Bei aller Freude über das Erreichte bleibt jedoch auch eine Sorge: die Angst vor Vandalismus. Denn der Naturlehrpfad ist das Ergebnis unzähliger ehrenamtlicher Arbeitsstunden und eines außergewöhnlichen Gemeinschaftsprojektes. Umso wichtiger ist ein respektvoller Umgang mit diesem besonderen Ort, damit auch zukünftige Generationen ihn erleben und genießen können.

Ein großer Dank gilt allen Helferinnen und Helfern sowie Unterstützerinnen und Unterstützern. Ohne ihre tatkräftige Hilfe, ihre Ideen und ihren Einsatz wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen.

Allen Besucherinnen und Besuchern wünschen die Initiatoren viel Freude beim Erkunden des Naturlehrpfades „Zur Göhle“, faszinierende Ausblicke und viele schöne Begegnungen mit der Natur.

Interesse an einer Führung? Wer den Naturlehrpfad „Zur Göhle“ im Rahmen einer Führung kennenlernen möchte, kann sich gerne an die Redaktion des Heimatspiegels wenden. Wir stellen den Kontakt zu den Initiatoren her.

E-Mail: heimatspiegel@vgem-wethautal.de

Text: M. Enke, Fotos: Archiv