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Heimatspiegel Verbandsgemeinde Wethautal mit Sitz in der Stadt Osterfeld
Ausgabe 12/2026
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Radeln auf dem Zuckerbahnradweg als Minijob

 

Wenn Christian Dörl auf dem Zuckerbahnradweg zwischen dem Osterfelder Ortsteil Weickelsdorf und der Landesgrenze zu Thüringen unterwegs ist, passiert es nicht selten, dass ihm hinterhergeguckt oder er angesprochen wird. Denn der 41-Jährige aus dem Wethautal-Dorf Seiselitz fällt auf. Und das nicht etwa, weil er besonders zügig unterwegs ist oder er in modernster Radkleidung besticht.

Vor allem das Gefährt des zweifachen Familienvaters ist ein Hingucker: strahlendweiß, Elektroantrieb, drei Räder. Noch dazu nimmt es fast die gesamte Breite des Radweges in Anspruch. „Deswegen bin ich gerne in den frühen Morgenstunden unterwegs, wenn noch nicht so viel auf dem Radweg los ist“, sagt Christian Dörl. Denn der gebürtige Zeitzer, der in Kleinhelmsdorf aufgewachsen ist, steuert regelmäßig ein Lastenfahrrad über den Wethautaler Abschnitt der ehemaligen Bahntrasse zwischen Zeitz und Camburg.

Dörl ist seit April im Minijob als Radwegewart der Verbandsgemeinde Wethautal tätig, kümmert sich hier um jenen Abschnitt des Zuckerbahnradweges, der im Wethautal liegt. Es ist zum ersten Mal, dass die Verbandsgemeinde Wethautal auf eine solche separate Betreuung ihres Radweges, für den die VG als Straßenbaulastträger in der Verkehrssicherungspflicht ist, setzt. Müll einsammeln, Papierkörbe an den Rastplätzen leeren, hier und da mal einen Zweig abschneiden, wenn er in den Radweg ragt und die Radler behindert – all das gehört dabei zu den Aufgaben des Radwegewartes. Auch kleinere Reparaturen etwa an Bänken zu übernehmen, könnte sich Christian Dörl gut vorstellen. Müll, nötiges Werkzeug und Äste transportiert er dabei eben mit jenem Lastenrad, in das die Verbandsgemeinde für diesen Zweck investiert und das sie zu 90 Prozent aus Fördermitteln finanziert hat.

„Da ich in Seiselitz wohne und damit praktisch in der Mitte des Wegeabschnittes, fahre ich an einem Tag 13 Kilometer in die eine Richtung und am nächsten elf Kilometer in die andere Richtung. Mit Rückweg kommen da eben an einem Tag 26 Kilometer und am nächsten 22 zusammen“, sagt der gelernte Dachdecker, der 18 Jahre auf dem Bau gearbeitet hat. Seit Kurzem verdient Dörl aber als Berufsfeuerwehrmann bei der Mibrag seine Brötchen, wobei er seine Ausbildung in der freiwilligen Feuerwehr in Utenbach absolviert hat.

„Ich wollte einfach beruflich nicht auf der Stelle stehen, habe zum Schluss viel im Büro gesessen“, sagt Dörl über seine berufliche Veränderung, in die auch der Radwegewart gut passt. Denn für den saisonalen Minijob, der auf sieben Stunden die Woche ausgeschrieben war, hat er sich beworben, weil ihm das Radfahren Spaß macht und ihm die Bewegung auch gesundheitlich guttut. Zudem lässt sich der Minijob bestens mit seinem eigentlichen Job vereinbaren, bei dem er in 24-Stunden-Schichten arbeitet und entsprechend im Ausgleich über freie Zeit verfügt. „Ich kann mir alles gut einteilen. Manchmal radeln auch meine beiden Kinder mit und vergnügen sich dann noch auf der Skateranlage am Osterfelder Bahnhof“, erzählt Dörl, der ohnehin gerne in der Natur unterwegs ist, angelt und seinen Urlaub mit Familie am liebsten in der Natur an einem See irgendwo in Schweden verbringt. Im Spätherbst, wenn die Radsaison vorbei ist, absolviert Dörl für seinen Feuerwehrjob noch eine Ausbildung zum Rettungssanitäter.

Mängel melden

Wer Schäden, Verschmutzungen oder andere Mängel auf dem Zuckerbahnradweg feststellt, kann diese direkt über den Bürgermelder auf der Homepage der Verbandsgemeinde Wethautal melden:

www.vgem-wethautal.de -> Bürger & Verwaltung -> Bürgermelder.

Text u. Foto: Mitteldeutsche Zeitung/ Iris Richter vom 29.05.2026