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Heimatspiegel Verbandsgemeinde Wethautal mit Sitz in der Stadt Osterfeld
Ausgabe 20/2019
NICHTAMTLICHER TEIL
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Ein Chronikeintrag erinnert an den 1. September, den Beginn des 2. Weltkrieges vor 80 Jahren

(Foto: Ein Bomber der Legion auf einem Spanischen Flugplatz: Quelle: Wikipedia)

Der 2. Weltkrieg begann am 1. September 1939, vor achtzig Jahren, mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen. An dem Tage um 4.45 Uhr eröffnete das Linienschiff „Schleswig-Hollstein das Feuer auf die Polnische Garnison die auf der Westerplatte vor Danzig stationiert war. Adolf Hitler erklärte an dem Vormittag im Berliner Reichstag „Polen hat heute Nacht zum ersten Male auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen. Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen“! Es war eine Lüge, wie sich später herausstellte.

Rund 60 Millionen Menschen verloren in den folgenden sechs Jahren des Krieges ihr Leben, auch viele aus den Städten und Dörfern in unserer Region des Wethautales. Ein Chronikeintrag soll an die Situation vor achtzig Jahren in Kleinhelmsdorf erinnern. Der Dorfchronist Lehrer Großklaus schildert seit Mitte des Jahres 1939 die Zeit. Zwei Söhne unseres Dorfes nahmen an den Befreiungskämpfen in Spanien als Freiwillige teil. (Namen liegen vor) Sie wurden anlässlich eines Empfangs und einer Parade in Berlin mit dem Spanienkreuz in Silber und in Bronze ausgezeichnet.

Anmerkung: Adolf Hitler hatte dem Spanischen General Franco eine militärische Einheit zugesichert. Die Legion Condor, ein Luftwaffenverband und Bodentruppen, deren freiwilligen Kämpfern für ihre Verdienste diese Auszeichnung verliehen wurde. Am 17. Mai 1939 zählte man bei der Volkszählung 257 Einwohner, davon 125 männlich und 132 weiblich. Das Vogelschießen im Juli verlief „wie üblich“ und am 13. Juli wurde ein neuer NSDAP Ortsgruppenführer gewählt. Der Name liegt vor. Er hatte aus persönlichen Gründen sein Amt niedergelegt. (Anmerkung: Selbiger wurde nach Kriegsende als Kriegsverbrecher enteignet und mehrere Jahre eingesperrt.) Die politische Lage wird als gespanntes Verhältnis zu Polen, wegen Danzig beschrieben und im August rollen viele Truppentransporte über die Autobahn. Am 20. August gab es Einquartierungen einer Bamberger Einheit in Kleinhelmsdorf. Außer den zwei geehrten „Kriegshelden“ in Kleinhelmsdorf, doch ein recht „ruhiger“ Jahresverlauf bisher! Doch dann, am 25. August wurden letztere zur Wehrmacht eingezogen und in den folgenden Tagen bis zum 29. August weitere acht Männer, die in den Krieg gegen Polen ziehen mussten.

Heute nach achtzig Jahren entschuldigt sich Bundespräsident Frank Walter Steinmeier beim Polnischen Volk für das Leid das deutsche Soldaten dieser Nation zugefügt haben, sicherlich auch für die Kleinhelmsdorfer.

W. B.