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Amtsblatt und Dorfzeitung der Gemeinde Markersdorf
Ausgabe 1/2026
Kirchliche Nachrichten
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„Alles hat seine Zeit“

Diese Tatsache lesen wir schon im Alten Testament der Bibel. Sie steht für eine fundamentale Ordnung. Bleiben wir nur im Bereich der Natur, wissen wir weiter: alles braucht seine Zeit. Das erfahren wir beim Bepflanzen des Blumenkastens, beim Anlegen von Beeten und Bestellen auf dem Feld. Doch nicht immer geht das Warten gut, wenn die Ernte ausbleibt. Der zurückliegende Sommer hat uns allerdings reich mit Früchten an den Obstbäumen beschenkt. Das geschieht nicht alljährlich.

Dankbar dürfen wir uns jetzt in der dunklen Jahreszeit zurücklehnen und andere Akzente im Alltag setzen. Neben manchen Reparatur- und Hausarbeiten, zu denen man das Jahr über nicht kommt, gibt es besonders jetzt die Gelegenheit, etwas ruhiger zu treten, ein Buch in die Hand zu nehmen, einen Brief zu schreiben oder einfach nur das Feuer im Kamin auf sich wirken zu lassen. Das alte Jahr liegt hinter uns, für jeden mit einer anderen Wahrnehmung und Geschichte. Das neue Jahr beginnt. Haben wir etwas Ruhe und Kraft geschöpft für alles noch Unbekannte, was kommen wird? Lassen wir uns einfach überraschen oder ziehen wir uns besorgt zurück – ohne Vorsätze, ohne Planungen? Letzteres verspricht wohl nicht wirklich eine Zukunft.

Für mich ist jeder neue Tag ein Geschenk, so auch das neue Jahr. Dankbar dafür möchte ich dieses Geschenk auch nutzen und mit meinen Möglichkeiten mitgestalten. Dabei geht es nicht in erster Linie um Suchen nach Ehrenämtern (das eine oder andere schon). Für wichtiger, jedoch schwer und leicht zugleich, halte ich auf den Alltag zu blicken, zum Beispiel Gespräche an der Haustür, am Telefon oder bei diversen Sitzungen und Terminen. Hier sehe ich gute Möglichkeiten, in das weit verbreitete Klagen, Jammern und Schlechtreden nicht mit einzustimmen, sondern den Reden eine andere Richtung zu geben. Auch bewusst kleine Freundlichkeiten und Gesten im Alltag bewirken kleine Wunder. Ein Versuch lohnt sich.

Was wir jetzt brauchen, ist Zuversicht und Hoffnung für eine Zukunft. Von denen, die Verantwortung tragen, und denen, die sich in der Lage fühlen, Mut, Kreativität und Tatkraft. Die „sorglosen und bequemen Jahrzehnte“ liegen hinter uns, ein Phänomen der Menschheit – die „guten und die weniger guten Jahre“.

Alles hat seine Zeit.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Jahr 2026, ein gutes Miteinander im Teilen von Freude und Leid.

Gabi Kretschmer,
Kath. Pfarrei Heiliger Wenzel

Gott sucht immer wieder neu die Nähe des Menschen in seiner Schöpfung.

Alles hat seine Zeit.“

Ich wünsche Ihnen Mut zum „Advent“ für frohe und gesegnete Weihnachtstage.