der Flegeldrusch in unserem Dorfmuseum wurde von vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern organisiert und vorbereitet. Der Besucheransturm, so kann man es mit ruhigen Gewissen nennen, war enorm und so verwundert es auch kaum, dass viele Angebote von Verzehrwaren schon relativ schnell ausverkauft waren. Nun kann man spekulieren und es auf das schöne Wetter schieben. Sicher war die Erwartungshaltung von den Besuchern hoch, was die Verpflegung betraf. Die ewigen Nörgler sollten aber bedenken, dass keine Profis hinter den Verkaufstheken standen und vor allem, dass die Veranstaltung die erste nur von Ehrenamtlichen organisierte war. Ich bin sicher, schon am Ostersonntag können wir uns davon überzeugen.
Persönlich hat mich vor allem die Präsentation des Garbe Bindens berührt. Ich habe mich in meine Kindheit zurückversetzt gefühlt. Mein Vater schnitt damals mit der Sense den Weizen. Meine Aufgabe war das zurechtlegen der Strohseile, die aus zwei Teilen geflochten wurden. Meine Mutter hat dann die Garben gebunden. Gemeinsam wurden die Puppen aufgestellt. Auch wenn die Landwirtschaft nur im Nebenerwerb betrieben wurde, wir Kinder waren mit eingebunden. Bevor wir uns den Schulaufgaben widmen konnten oder vielleicht sogar Freizeitdinge wie z.B. ein Freizeitbad aufsuchen konnten, mussten wir unsere Pflichtaufgaben erfüllen.
Mit Grausen denke ich dabei an das ungeliebte Kartoffeln ab keimen oder Karnickelstall ausmisten. Samstag standen dann die Schuhe aller Familienangehörigen in Reih und Glied und warteten auf neuen Glanz.
Vielen Dank allen Organisatoren und Machern, die uns diesen Höhepunkt im Dorfleben geschaffen haben und uns hoffentlich noch weitere schaffen werden. Sobald es möglich ist, könnt ihr auch wieder auf mich zählen. Übrigens: Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann.
Bitte beachten Sie auch die Hinweise zum Osterfeuer am Gründonnerstag und dem Walpurgisfeuer bei der Holtendorfer Feuerwehr und natürlich am Ostersonntag im Markersdorfer Dorfmuseum.
PS: „Weisheit stellt sich nicht immer mit dem Alter ein. Manchmal kommt auch das Alter ganz allein.“