Wer durch Mölkau spaziert, merkt schnell: Hier ist Bewegung. Da klappert’s auf dem Sportplatz, surrt der Rasenmäher im Gartenverein, lärmt die Sirene der Feuerwehr – und irgendwo wird immer geredet, diskutiert, fabuliert, gewerkelt oder gefeiert. Kein Wunder, denn Mölkau ist seit über hundert Jahren ein Ort, an dem Zusammenhalt Tradition hat.
1901 gründeten die Mölkauer ihre Freiwillige Feuerwehr. Damals noch mit Pferdewagen und Eimern, heute mit modernen Einsatzfahrzeugen, aber mit derselben Haltung: "Einer für alle, alle für einen.“ Die Kameradinnen und Kameraden löschen Brände, retten Menschen – und organisieren Feste, bei denen halb Mölkau auf den Beinen ist. Kein Jahr ohne Osterfeuer oder Tag der offenen Tür!
Es folgte der fast sagenumwobene Männergesangsverein 1902, über den hier schon mal berichtet wurde.
Weniger feurig, aber ebenso lebenswichtig ging’s 1908 in den Gärten der "Neuen Welt“ zu. Gemüse, Blumen, Bienen – ein kleines Paradies zwischen Stadt und Land. Damals ging es um Selbstversorgung, heute eher um Ruhe, Natur und Nachbarschaft. Wer dort über den Zaun grüßt, merkt: Gemeinschaft gibts hier noch.
Nach dem Ersten Weltkrieg wollten die Mölkauer nicht nur arbeiten, sondern auch etwas fürs Herz und die Gesundheit tun. 1919 gründeten sie den ersten Arbeitersportverein – den Vorläufer des heutigen SV Mölkau 04. Hier kickte man, kegelte, schwitzte und jubelte – damals wie heute. Auch die Gartenbewegung blühte weiter auf: 1925 entstand der KGV "Am Stünzer Park“, wo Generationen von Mölkauern zwischen Bohnenstangen und Gartenlaube buddelten, pflanzten und Spaß hatten.
Mit dem DRK-Ortsverein Mölkau-Holzhausen (1955) bekam der Stadtteil eine zweite tragende Säule der Hilfsbereitschaft. Ob Sanitätsdienst, Blutspende oder Katastrophenschutz – hier ging’s immer um Menschen. In der DDR waren die Gärten weiter Rückzugsorte, die Sportplätze Treffpunkte, und das Ehrenamt blieb lebendig – auch wenn die Namen wechselten.
Nach 1990 wurde vieles anders – aber nicht schlechter. Im Gegenteil: Die Mölkauer packten an!
Der Angel-Fischer-Verein 1990 brachte Jung und Alt ans Wasser, der Heimat- und Kulturverein (1993) rettete Geschichten und Erinnerungen vor dem Vergessen, und der Förderverein der Oberschule machte Schule wieder zu einem Ort, der Spaß macht.
Als im Jahr 2000 der Feuerwehrverein dazukam, wurde klar: Hier will man nicht nur löschen, sondern auch leben. Der Jugendclub (2001/02) bot Jugendlichen Freiraum und Mitbestimmung, und der HSV Mölkau – "Die Haie“ (ab 2005) sorgte dafür, dass in der Sporthalle ordentlich getobt werden darf.
In den letzten Jahren ist mit der Initiative pro Mölkau e. V. (seit 2018) ein Verein entstanden, der das moderne Mölkau repräsentieren möchte: engagiert, meinungsstark, offen. Zumindest nach außen klappt das gut, denn ob Verkehrsberuhigung, Feste oder Bürgerdialog – hier wird oft initial und operativ organisiert, was die Ortschaft schöner und lebenswerter macht.
Auch die beiden Fördervereine der Grund- und Oberschule zeigen, dass Engagement schon bei den Kleinsten anfängt: Eltern, Lehrer, Nachbarn – alle gemeinsam für gute Bildung und ein lebendiges Schulumfeld.
Und warum das alles wichtig ist? Ob Feuerwehr oder Fußball, Garten oder Kultur – alle Vereine erzählen von demselben Geist: Mölkau hält zusammen. Die einen sichern Leib und Leben, die anderen Körper und Seele. Manche sorgen für Ordnung, andere für Farbe, Musik oder frisches Gemüse. Man muss nicht alt, sportlich oder "schon ewig dabei“ sein, um mitzumachen. Mölkau braucht genau dich – deine Ideen, deine Hände, dein Lachen.
Denn was wäre Mölkau ohne seine Vereine? Nur ein Stadtteil auf der Karte. Mit ihnen aber ist es ein Zuhause. Gehen wir mal davon aus, dass jeder Verein sich über das ein oder andere neue Mitglied freuen würde. Also Mut zur Nachbarschaft und viel Freude bei neuen Taten.
Anmerkung der Redaktion:
Weil Mölkau ohne seine Vereine und Ehrenämtler nur ein Stadtteil auf der Karte wäre, wurde 2024 der Neujahrsempfang des Ortschaftsrates ins Leben gerufen. Die Anfang des Jahres stattfindende Veranstaltung soll dem Gemeindegremium Raum für Rück- und Ausblicke geben, aber vorallem und in besonderer Weise das ehrenamtliche Engagement unserer Einwohner – egal ob als Vereinsmitglied oder in Eigeninitiative – in feierlicher Atmosphäre würdigen.
Die dritte Ausgabe des Neujahrsempfangs findet am 30. Januar 18:00 Uhr in der Aula der Oberschule statt. Der Eintritt ist frei und erfolgt auf Einladung bzw. unter vorheriger Anmeldung. Interessierte Einwohner sind gern gesehen und melden sich hierfür bitte bei Jörg Mehlis unter mehlis2003@yahoo.de.