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Mölkauer Gemeindeblatt
Ausgabe 5/2019
Vereine und Verbände
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Initiative pro Mölkau e.V. (IpM)

Neuigkeiten vom Rande der Stadt (06), Mölkau/Zweinaundorf

Liebe Mölkauer,

Der Monat März war in Mölkau ereignisreich. Dazu einige Informationen.

Am 4. April fand in Mölkau die erste Demo statt - nach unserem Kenntnisstand die bisher einzige in den vergangenen fünfzig Jahren. Unter dem Motto „Wir haben die Nase voll!“ hatten wir gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Mittlerer Ring Südost“ zu einem Protestzug aufgerufen, um auf die Verkehrsbelastung insbesondere im Ortszentrum aufmerksam zu machen.

Über 250 Mölkauer und Stötteritzer aller Altersklassen sind unseren Aufruf gefolgt und haben ihren Unmut zum Ausdruck gebracht. Der Protestmarsch entlang der am stärksten betroffenen Trassen Paunsdorfer, Engelsdorfer und Sommerfelder Straße brachte am Nachmittag den Feierabendverkehr zum Erliegen und wird sicher auf allen Seiten – ob Demonstranten, Autofahrer oder Anwohner – für genügend Gesprächsstoff gesorgt haben.

Viele, zum Teil auch emotional geführte Dialoge mit Teilnehmern und Beobachtern brachten den Frust über die bestehende Verkehrssituation und deren Nichtbeachtung zum Ausdruck.

Wir hoffen natürlich insbesondere, dass diese Demonstration auch die Verantwortlichen der Stadtverwaltung aus ihrem Dornröschenschlaf wachgerüttelt hat.

Die Stadt Leipzig muss erkennen, dass es endlich an der Zeit ist, zu handeln. Zwanzig Jahre erfolgloser Kampf der Bürger um eine verträgliche Verkehrslösung durch Mölkau und die angrenzenden Stadtteile sind genug. Die Planungen müssen wieder aufgenommen werden und Lösungen zum Ziel haben, die in alle Ebenen des Verkehrs reichen und nicht nur Einzelinteressen bedienen. Die Verteilung des Verkehrs auf andere Routen ist sicher eine Lösung, um unseren Ort zu entlasten. Jedoch geht es auch darum, Ursachen für ein Zuviel an Verkehr zu bekämpfen: einen attraktiveren und preiswerteren ÖPNV, eine merkliche Verbesserung der Fuß- und Radwege, die Sicherung der Schulwege uvm. Vorschläge verschiedener Bürgerinitiativen liegen vor. Man muss nur einfach darüber und miteinander reden.

Wir werden darüber nachdenken, weitere Demonstrationen anzumelden, um den Druck aufrecht zu erhalten.

Weiterhin hatte unser Verein am Samstag, dem 6. April, zum Frühjahrsputz im Mölkauer Wäldchen gerufen. Etwa Dreißig engagierte Helfer fanden sich im Gutshof ein – „bewaffnet“ mit Schaufel, Rechen oder Schubkarre.

Dazu erhielten wir maschinelle Unterstützung seitens des Guts (Hr. Großmann, Hr. Recker) sowie der Fa. Pflastermax. Somit konnten wir die schlammigsten Stellen des Wegenetzes ausbessern, sammelten in diesem Atemzuge Müll ein und hübschten den Spielplatz auf.

Dieser wurde in den vorangegangenen Tagen bereits durch die Fa. Pflastermax mit neuem Sand und dazugehörigen Buddelkasten ausgestattet. Zwischenzeitlich wurden auch alle Bänke durch den Bauhof Engelsdorf erneuert.

Weitere Ideen wie eine Umrandung des Areals mit Baumstämmen sowie neuer Sand unter den Spiel- und Klettergerüsten gibt es bereits.

Dank an dieser Stelle nochmals an alle Unterstützer sowie Sponsoren für Material und Verpflegung: Maler und Lackierer Thomas Prüfer, Bäckerei Wendl und Fleischerei Richter.

Das letzte Heimatfest in unserer Ortschaft fand bekanntlich im Jahr 2014 statt. Das Bedauern darüber ist unter den Einwohnern sehr groß – der Wunsch nach einer Wiederbelebung bzw. Neuauflage ebenso.

Diesem Wunsch möchten wir gern entsprechen und haben als Hauptakteur die Organisation der Neuauflage des Heimatfestes übernommen. Dieses wird am Samstag, dem 31. August, stattfinden. Unsere Überlegungen gehen dahin, dass eine zukünftige Veranstaltung nicht kommerzialisiert werden sollte. Ein Event mit Kleinmesse-Charakter und Fremdschaustellern gibt es anderenorts bereits und finden wir als nicht erstrebenswert.

Wir glauben, dass wir einen anderen Weg gehen sollten: in unserem Ort schlummert genügend Potenzial, um mit kleinem Budget, aber dafür großem Engagement ein Fest für alle Altersklassen organisieren zu können. Gemäß dem Motto „Von Mölkauern für Mölkau“ möchten wir gemeinsam mit Ihnen einen Beitrag dazu leisten, die örtliche Kultur wiederzubeleben und die Zusammengehörigkeit in unserer Ortschaft dauerhaft zu stärken. Darüber hinaus kommen alle Einnahmen und Spenden – egal ob im Vorfeld oder am Veranstaltungstag – unmittelbar diesem und zukünftigen Festen zu Gute. Ein Engagement in diese Richtung zahlt sich demnach doppelt aus. Die Planungen sind bereits weit vorangeschritten und verlangen von allen Beteiligten viel Engagement, Zeit und Ideen – beim Erarbeiten von Inhalten, Öffentlichkeitskonzepten und bei der Suche nach Partnern.

Allein schaffen wir das jedoch nicht. Wir rufen daher alle interessierten und ambitionierten Einwohner auf, uns zu unterstützen. Helfen Sie uns beim Aufbau, der Standbetreuung oder als Mitwirkender beim Programm und Aktionsangebot.

Ein Schweizer Lyriker sagte einst: „Missstände sind die Folge verfehlter Einstellungen. Sie bleiben bestehen, solange kein Umdenken erfolgt." Um dies also zu ändern, wird es höchste Zeit, AKTIV zu werden.

Hierzu verweisen wir auch auf unsere Kampagne „Schweinerei in Mölkau“, die auf das hinweisen soll, was in Mölkau momentan passiert – nämlich NICHTS!

Damit möchten wir nicht nur wachrütteln, dass etwas nicht so läuft wie gewünscht, sondern auch gleichzeitig gemeinsam mit Ihnen Abhilfe schaffen. Die Planungen zum Heimatfest bieten hier für diese Aktion die erste Gelegenheit. Für eine Schweinerei braucht es natürlich auch ein paar Schweine, wenngleich es sich bei diesen „nur“ um handgemachte Sparschweine handelt. Mit der Unterstützung des Schulhorts Rappelkiste erhielt unsere Aktion somit auch seine „Gesichter“, die in ausgewählten Geschäften dazu aufrufen sollen, für unseren Ort Engagement zu zeigen und für einen gemeinnützigen Zweck – im konkreten Fall für unser Heimatfest – zu spenden. Aufgrund des Diebstahl-Risikos musste die Aufstellung nochmals neu konzipiert werden, weshalb es zu einer kleinen Verzögerung kommt. Alle teilnehmenden Geschäfte erkennen Sie in Kürze an dem Logo mit dem gelben Schwein J. Wir hoffen und bitten um rege Teilnahme.

Apropos Gemeinsinn stiften:

Das ehemalige Gemeindeamt im Kern der Ortschaft soll wieder mit Leben gefüllt und den Vereinen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Es ist untragbar, dass die Vereine von den wenigen Brauchtumsmitteln auch noch Mieten an die Stadtverwaltung bezahlen müssen.

Die Gespräche mit der Stadverwaltung und unsere entsprechenden Schreiben haben uns einen bemerkenswerten Erfolg beschert. Der ehemaligen Spielplatz hinter dem Garagenhof an der Schulstraße wird wieder ein Anziehungspunkt für Eltern und Kinder werden.

Die Stadt hat zusätzlich einhunderttausend Euro für die Planung und Ausführung in den Doppelhaushalt 2019/20 eingestellt.

Wir hoffen, dass es eine erfolgreiche Bürgerbeteiligung bereits in der Vorplanungsphase gibt. Wir bleiben dran.

Bis dahin bleiben Sie weiter informiert auf www.initiative-pro-moelkau.de

Klaus-Ruprecht Dietze
Dipl.-Ing., Architekt