Wie in der letzten Ausgabe wiederholt und aktuell berichtet, plant das Schulamt der Stadt Leipzig einen Kita-Neubau in Mölkau auf dem Gelände es ehem. Schulhortes in der Zweinaundorfer Straße. Dieser soll als neuer Standort für drei Kitas anderer Stadtteile dienen, die nach aktuellen Planungen aufgrund des rückläufigen Bedarfs sowie einiger zu erwartenden Sanierungen zusammengelegt werden. Damit verbunden ist der Abriss der hiesigen Gebäudesubstanz. Da der neue zweigeschossige Baukörper unmittelbar an der Straße errichtet werden soll, ist auch der Komplettumbau des dazugehörigen Außengeländes nötig.
Der Ortschaftsrat Mölkau hält diese Maßnahme mit Blick auf die Interessen und Bedarfe unseres Ortsteils weder für zweckdienlich noch für nachhaltig. Stattdessen sollte - wie bereits zum diesjährigen Neujahrsempfang vorgestellt * – das Gelände in seiner jetzigen Art und Weise als generationsübergreifende Freizeit und Begegnungsstätte mit weitaus geringerem finanziellen Aufwand erhalten und entwickelt werden. Entsprechend wurde noch vor der Sommerpause nachfolgender Antrag bei der Stadt Leipzig eingereicht.
Begründung
Aus Sicht des Ortschaftsrates handelt es sich bei diesem Grundstück um eine wichtige Fläche für die Ortschaft, die sich in städtischem Besitz befindet. Sie ist zentral und im unmittelbaren Umfeld der Grund- und Oberschule Mölkau sowie der Seniorenresidenz gelegen. Mit diesen Alleinstellungsmerkmalen wäre Sie, entsprechend der Beschreibung zu den Nutzern der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in der IKJHP1, prädestiniert für ein Angebot der außerschulischen Jugendarbeit im Anschluss an den Schulunterricht. Der Bedarf dafür ist vorhanden und der Jugendclub Mölkau kann diesen in seinen derzeitigen Räumlichkeiten im historischen, nicht barrierefreien Gemeindeamt und ohne zugehörige Spiel- und Freiflächen nicht mehr abdecken.
Als ehemaliger Schulhort bietet die Örtlichkeit beste Voraussetzungen dafür, um mit geringerem Kostenaufwand (im Vergleich zum avisierten Neubauvorhaben) eine Freizeitstätte für Jugendliche bis 27 Jahre zu schaffen. Das großzügige bewachsene Außengelände kann – ebenso wie das barrierefreie Gebäude - erhalten bleiben und bedarf nur einem geringem Modernisierungsaufwand.
Seit mehreren Legislaturperioden drängt der Ortschaftsrat Mölkau auf die Schaffung geeigneter Freizeitflächen und -angebote für Jugendliche. Zwar prüfe die Stadt seither das Vorhandensein geeigneter Flächen, jedoch ist auf absehbare Zeit und mangels Verfügbarkeit kein Ergebnis zu erwarten. Das hier in Betracht gezogene Grundstück böte die einzig vorhandene Chance, diesem Anliegen mit geringem Aufwand zu entsprechen.
Mit der Schaffung eines neuen Freizeittreffs kann zudem auch ein generationsüberreifendes Angebot in der Ortschaft geschaffen werden. Damit würden nicht nur ältere Zielgruppen angesprochen, sondern auch das Miteinander zwischen Jung und Alt befördert. Dieses Anliegen hat der Ortschaftsrat bereits zu verschiedenen Anlässen, zuletzt bei einem Gespräch mit Vertretern mehrerer Ämter im April 2026 sowie bei den Beteiligungsformaten zur Erarbeitung der Ortschaftsstrategie an die Stadtverwaltung adressiert. Das Phänomen des zunehmenden Flächen- und Nutzungsdrucks wird bereits seit Jahren in der Stadt diskutiert und ist im INSEK 2030 bzw. in der Leipzig-Strategie 2035 mit Ansätzen wie Mehrfachnutzung oder gestapelter Bauweise aufgegriffen. Dem gegenüber soll nun erneut eine der wenigen entwickelbaren städtischen Flächen für den Ersatzneubau für eine Kita herhalten, ohne dass andere Bedarfe im Ortsteil für andere Zielgruppen oder zu anderen Uhrzeiten ausreichend mitberücksichtigt wurden.
Auch die Leipziger Volkszeitung berichtete erst am 16. Mai erneut über die weiter sinkende Geburtenrate und den anhaltenden Abbau von Kitaplätzen, da mittlerweile eine Überversorgung besteht und manche Einrichtungen nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können. Auch wenn der geplante Neubau mehrere Kitas anderer Stadtteile zusammenführen soll bzw. während deren Sanierungsphase als Interimsbau betrieben wird, ist der Standort für Mölkau weder förderlich noch nachhaltig.
Das Vorhaben sorgt für erhebliche Zunahme des Verkehrs während der Bring- und Abholzeiten. Insbesondere wird im Bereich der Zufahrt zum Grundstück mit einer schwierigen Verkehrssituation zu rechnen sein, da an dieser Stelle das MTA die Umverlegung der Haltestelle „An den Platanen“ plant. Die hier bereits vom Ortschaftsrat Mölkau kritisch bewertete Verkehrsführung (Lieferanteneinfahrt zu Fa. Steinel, Davaso und Norma ggü. der Haltestelle) wird damit das Gefahrenpotential sowie Stau erhöhen und die ohnehin überlastete Infrastruktur weiter belasten.
Für Mölkau selbst reichen die Kapazitäten der vorhandenen Kita „Zwergenland“ in der Engelsdorfer Str. aus, um den örtlichen Bedarf zu decken. Eine Kita für andere Stadtteile zusätzlich zu schaffen, sorgt für weiteren Nutzungsdruck auf die wenigen städtischen Flächen hinsichtlich Schaffung von Freizeitarealen für Jugendliche.
Vor diesem Hintergrund stellt sich der Neubau einer Kita ohne die Berücksichtigung der weitergehenden Bedarfe für diese Kinder, die spätestens fünf Jahre später eine weiterführende Schule besuchen und z.B. einen Jugendtreff nutzen würden, als ein auf falschen Bewertungen basierender Beschluss dar.
*) Die vorgestellte Idee innerhalb des Neujahrsempfangs 2026 finden Sie unter initiative-pro-moelkau.de/nje-26