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Mölkauer Gemeindeblatt
Ausgabe 9/2026
Aus dem Mölkauer Leben
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Hans Michael Bungter – Der Holzschneider im Dorf

Irgendwann in den Nachkriegsjahren zog ein Mann nach Mölkau, dessen Name später in Kunstkreisen auftauchen sollte: Hans Michael Bungter, Grafiker, Holzschneider, Buchillustrator. Viele Mölkauer kannten ihn eher als den ruhigen Mann mit dem scharfen Blick – erst viel später wurde klar, wie weit seine Kunst reichte.

Bungter war jemand, der das Kleine groß machte. Ein Blatt Papier, ein Stück Holz, ein Messer – mehr brauchte er nicht, um Bilder zu schaffen, die in Bibliotheken und Sammlungen landeten. Seine Exlibris, diese feinen kleinen Drucke, wurden international gesammelt. Doch Bungter selbst blieb bescheiden. In Mölkau war er einfach „der Grafiker“.

Man erzählt sich, dass er häufig durch das Viertel spazierte, ruhig, fast unscheinbar. Vielleicht holte er dabei Eindrücke, Strukturen, Schatten – alles das, was später in seinen Holzschnitten auftauchte. Dass so jemand in Mölkau lebte, passt eigentlich gut zum Ort: ein bisschen verborgen, ein bisschen unterschätzt, aber voller Substanz.

Für die Kunstszene war Bungter bedeutend. Für Mölkau war er ein weiteres Beispiel dafür, dass Talent nicht laut sein muss. Die Kulturgeschichte des Stadtteils besteht nicht nur aus Fabriken, Tanklagern und Arbeiterschichten – sondern auch aus Künstlern, die hier ein Zuhause fanden.