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Der Merseburger - Bürger- und Informationsblatt für die Stadt Merseburg
Ausgabe 1/2026
Einblicke in die Verwaltung
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Mit Recht vielfältig: Das Rechtsamt der Stadtverwaltung

Mit „Recht“ werden in erster Linie Gesetzesbücher assoziiert. Doch die Arbeit zwischen unzähligen Paragraphen – wo selbst die Profis hin und wieder Strategien brauchen, um die richtigen zu finden – ist vielfältiger, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Und während ein Gerichtstermin den Laien ins Schwitzen bringen könnte, bleibt Jana Skládal gelassen: „Für mich ist das nichts Besonderes mehr. Es gehört eben zum Alltag, zum Beruf dazu“, meint die Amtsleiterin des Rechtsamts der Merseburger Stadtverwaltung.

Aufgabenvielfalt

Zu den Aufgaben der Justiziarin zählen die rechtliche Beratung, Betreuung und Unterstützung aller Ämter – was sich recht simpel zusammenfassen lässt, umfasst jedoch eine ganze Bandbreite an Aufgaben: Gemeinsam mit den Fachämtern werden Verträge ausgearbeitet, außerdem zählt die Erstellung und Prüfung von Satzungen in ihr Aufgabengebiet, die Betreuung von Disziplinarverfahren gegen Beamte, die Bearbeitung von Versicherungsangelegenheiten – aber eben auch die Vertretung der Verwaltung vor Gericht in gerichtlichen Streitigkeiten: „Wie häufig so ein Verfahren vorkommt, hängt davon ab, wie streitfreudig die Bürger sind“, erklärt Jana Skládal schmunzelnd. Und selbst hier reicht die Bandbreite von klassichen Ordnungssachen bis zu komplexen Konflikten; „Klassiker“ seien z. B. gefährliche Hunde, Verkehrsunfälle oder Personenstandssachen. Darüber hinaus betreut das Rechtsamt die Schiedsstelle, die sich um nachbarschaftliche Streitigkeiten kümmert, und ist Geschäftsstelle der Einigungsstelle, die in Streitigkeiten zwischen Dienststelle und Personalrat vermittelt. Doch genau diese Vielfalt an Aufgaben macht für sie den Reiz an der Arbeit aus: „Ich habe Verantwortung, kann Strukturen schaffen und Prozesse optimieren. Mir macht es hier Spaß – vor allem auch, weil wir ein duftes Team sind und so gut Hand in Hand arbeiten.“

Sitzungsdienst und Vergabe

Als Amtsleiterin des Rechtsamts ist Jana Skládal zudem Chefin der Sachgebiete Sitzungsdienst (hierzu in der nächsten Ausgabe mehr) und Vergabe. Dass die zentrale Vergabestelle geschaffen wurde, sei noch gar nicht so lange her: Seit November 2024 unterstützt Jörg Krappmann die Ämter in Vergabeangelegenheiten. „Ein öffentlicher Auftraggeber hat immer das Recht, die Waren, Dienstleistungen oder Bauleistungen am Markt zu beschaffen, aber hier gibt es eben Regelungen, wie er das zu machen hat", erklärt Jörg Krappmann. Dafür, dass diese Regelungen eingehalten werden, ist er zuständig – und auch hier steckt eine Bandbreite an Aufgaben dahinter: „Alles einstellen, Vergabedokumentation, Veröffentlichung, Bieteranfragen beantworten, Angebotseröffnung, Prüfung und Wertung, Abstimmung mit dem Rechnungsprüfungsamt, Abstimmung mit den Ämtern, Terminketten, Fristen einhalten, wenn erforderlich Unterlagen ändern“ – die Liste ist lang; die Zusammenarbeit erfolgt mit nahezu jedem Amt der Verwaltung und bietet daher auch inhaltlich Abwechslung.

Verwaltungs-Dolmetscher

Als Vergabestelle fungiert er dabei als eine Art Dolmetscher zwischen den Fachämtern der Verwaltung und den externen Firmen und Dienstleistern: "Das Ziel ist es, die Vorgaben vom Fachamt so zu übersetzen, dass Firmen, die nicht hier arbeiten, wissen, was wir eigentlich wollen." Nur dann können vergleichbare Angebote eingeholt werden. Und insbesondere vor dem Hintergrund der Fristen benötigt man in der Vergabestelle ein gutes Zeitmanagement und Stressresistenz; immerhin fließen über den Schreibtisch von Jörg Krappmann im Jahr rund 6 Millionen Euro. Doch trotz allem Stress ist er sich sicher: „Ich mache den Job wirklich gerne. Ich kann hier etwas mitgestalten, habe einen Bezug dazu und sehe am Ende das Ergebnis. Hier hat man gewissermaßen noch eine grüne Wiese, die man so langsam ein bisschen bespielen kann.“

Begeisterung für die Stadt

Für Jörg Krappmann ist Merseburg eine „Kommune von idealer Größe“ – alles etwas familiärer, etwas direkter, keine langen Wege. Und auch Jana Skládal hat die Stadt für sich entdeckt: „Mein Mann ist Merseburger, daher hatte ich auch zuvor schon einige Berührungspunkte. Durch die Arbeit hier habe ich aber erst mitbekommen, was in Merseburg eigentlich alles los ist und dass die Stadt auch wirklich schön ist. Erst durch die Arbeit habe ich Merseburg richtig kennen-, schätzen und auch lieben gelernt.“ Und einen entscheidenden Pluspunkt hat die Stadtverwaltung Merseburg sowieso, meint auch Jörg Krappmann: „Merseburg hat ein absolutes Ass im Ärmel: Bürohund Ben.“


Jana Skládal

Amtsleiterin Rechtsamt | Justiziarin

Mein Mann ist Merseburger, daher hatte ich auch zuvor schon einige Berührungspunkte. Durch die Arbeit hier habe ich aber erst mitbekommen, was in Merseburg eigentlich alles los ist und dass die Stadt auch wirklich schön ist. Erst durch die Arbeit habe ich Merseburg richtig kennen-, schätzen und auch lieben gelernt.


Jörg Krappmann

Sachbearbeiter Zentrale Vergabestelle

An meiner Arbeit in Merseburg liebe ich vor allem die Möglichkeit, mitzugestalten und große Projekte zu realisieren. Die Ergebnisse der Arbeit kann man jederzeit wahrnehmen. Die Stadt Merseburg ist für mich eine Kommune von idealer Größe, die so viel me(h)r sein kann und werden wird.

Außerdem hat die Stadtverwaltung noch ein Ass im Ärmel: Ben, den Bürohund!