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Der Merseburger - Bürger- und Informationsblatt für die Stadt Merseburg
Ausgabe 2/2026
Was Merseburg bewegt
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Das Morgen wird aus Mut gemacht.

OB Müller-Bahr (l.) und Stadtratsvorsitzender Hayn (r.) zeichneten Klaus Treuter, Horst Naumann, Dr. Halina Czikowsky und Michael Schönheit (v. l.) mit der Bürgermedaille der Stadt Merseburg aus.

Übergabe der symbolischen Bauschilder durch Vertreter der Politik an Guido Langer (2. v. l.) und Prof. Dr. Peter Seeberger (2. v. r.).

Das Morgen wird aus Mut gemacht.

Unter diesem Motto stand der diesjährige Neujahrsempfang der Stadt Merseburg. Am 22. Januar folgten rund 350 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Ehrenamt und Verwaltung der Einladung von Oberbürgermeister Sebastian Müller-Bahr und Stadtratsvorsitzendem Michael Hayn in das Merseburger Ständehaus.

Der festliche Abend und das Bühnenprogramm standen ganz im Zeichen des Mutes. Übertragen wurde die Veranstaltung zudem live von Ehrenamtlichen des Offenen Kanals.

Oberbürgermeister Sebastian Müller-Bahr erklärte in seiner Ansprache, dass Mut häufig keine großen Heldentaten sein müssen. Stattdessen zeigt sich Mut vielmehr in den kleinen Entscheidungen und alltäglichen Taten: „Mut ist keine Pose. Ihr Mut ist eine Haltung, es ist Ihr Charakterzug.“ Zugleich thematisierte er vor Vertretern der Bundes- und Landesregierung die Belastung der Kommunen durch wachsende Aufgaben, Standards und Bürokratie bei knapper Finanzierung und forderte mehr Vertrauen, Entscheidungsspielräume sowie konsequenten Bürokratieabbau.

Sven Schulze, ehem. Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten, inzwischen Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, übernahm die Grußworte der Landesregierung zum Empfang und betonte in seiner Rede insbesondere die Bedeutung des Mittelstands für Sachsen-Anhalt.

Mutige Zukunft

Ein besonderer Fokus wurde zudem auf die Zukunft gerichtet: Mit der Übergabe symbolischer Bauschilder für zwei Großbauprojekte wurde ebenfalls Mut sichtbar gemacht. An Prof. Dr. Peter Seeberger, Gründungsdirektor, übergab OB Müller-Bahr das Schild für den Neubau eines Forschungszentrums des Center for the Transformation of Chemistry (CTC) auf dem Campus der Hochschule Merseburg – eine Bekenntnis zu Merseburg als Standort für die Spitzenforschung auf diesem Gebiet. Michael Hayn überreichte zudem an Guido Langer, Geschäftsführer der Stadtwerke, ein symbolisches Schild für den Neubau der Schwimmhalle in Merseburg, die zwar auch ein Ort der Freizeitaktivität ist, in erster Linie aber Bestandteil der Daseinsvorsorge: Denn hier findet nicht nur das Schulschwimmen für über 20 Schulen statt, sondern auch zahlreiche Vereine und Organisationen wie DLRG, Feuerwehr und THW sind auf die Schwimmhalle angewiesen.

Ehrung verdienter Persönlichkeiten

Ein weiteres Highlight des Abends war die Verleihung der Bürgermedaille der Stadt Merseburg an verdiente und mutige Persönlichkeiten. Mit humorvollen Laudationen brachte Stadtratsvorsitzender Michael Hayn den Zuschauerinnen und Zuschauern die Verdienste der zu Ehrenden nahe.

Dr. Halina Czikowsky wurde für ihr ehrenamtliches Engagement für eine lebendige Kinolandschaft, insbesondere für die Organisation und Durchführung der nun schon 20 Jahre erfolgreichen Merseburger DEFA-Filmtage, ausgezeichnet.

Klaus Treuter erhielt die Bürgermedaille für sein Ehrenamt als Nutzer des Bürgerfernsehens Offener Kanal Merseburg-Querfurt, wo er in den letzten 25 Jahren über 1.000 Sendungen mit dem Schwerpunkt politisch und kulturell orientiertes Bürgerfernsehen veröffentlichte.

Michael Schönheit erhielt die Auszeichnung als Gewandhausorganist und Merseburger Domorganist insbesondere für seine Verdienste als künstlerischer Leiter der Merseburger Orgeltage – eines der wichtigsten Festivals Mitteldeutschlands.

Und auch Horst Naumann ist ein bekanntes Gesicht in Merseburg: Seit über zwei Jahrzehnten ist er Herausgeber des Merseburger Stadtkalenders, Förderer des jährlichen Neujahrs- und des Lions Benefizlaufs, Ideengeber und Hersteller unzähliger Merseburg-Souvenirs und erhielt für dieses Engagements die Bürgermedaille.

Alle vier Medaillenempfänger durften sich im Anschluss in das Goldene Buch der Stadt Merseburg eintragen.

Mut kennt kein Alter

Als roter Faden durch das Programm zogen sich die Geschichten von vier „Mutmachern“: Menschen aus Merseburg, die mit den Anwesenden teilten, welche Rolle Mut in ihrem Leben spielt und gespielt hat. Für einen besonderen Gänsehautmoment sorgte direkt zu Beginn die 8-jährige Nina Sieler, die vor den rund 350 Anwesenden im Spotlight als Erste die Bühne betrat und schon allein damit ihren Mut bewies. Jordan Lee Eck sprach über Mut im Ehrenamt in Feuerwehr und THW und die Bedeutung von Jugendarbeit für die Zukunft. Gabi Kanter zeigte, dass man nie zu alt für berufliche Veränderung ist und wie sie sich mit anderen für die Belebung der Innenstadt einsetzt. Herbert Misselwitz sprach zum Abschluss über Unternehmermut und den Mut, Verantwortung zu übernehmen, denn er baute gemeinsam mit Dierk Weber den Standort Merseburg der Firma Rohrleitungsbau Weber auf.

Alle vier zeigten damit insbesondere eins: Mut ist vielfältig. Er kennt kein Alter und kein Geschlecht. Und vor allem ist er eine tägliche Entscheidung.

Und damit möchten wir auch unseren Appell an Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, richten: Seien Sie mutig. Stehen Sie für sich und die Dinge, die Ihnen wichtig sind, ein und gestalten Sie Ihr 2026 nach Ihren Vorstellungen.

Sie können den Neujahrsempfang in der Mediathek des Offenen Kanals nachschauen: https://okmq.de/anschauen/#mediathek


Nina Sieler 8 Jahre

Tänzerin im Tanzstudio Leuna-Merseburg

„Ich glaube, Mut wächst, wenn man ihn benutzt. So wie ein Muskel.“


Jordan Lee Eck (21 Jahre)

Ortsjugendleiter THW-Jugend Merseburg

„Mut bedeutet, nicht nur an sich selbst zu denken, sondern über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und anderen zu helfen, sie zu unterstützen und füreinander da zu sein.“


Gabi Kanter 60 Jahre

Inhaberin „Klein & Fein”

„Träume haben kein Ablaufdatum und Veränderungen sind ein Zeichen von Lebendigkeit.“


Herbert Misselwitz 82

Ehem. Geschäftsführer Weber Rohrleitungsbau & Co. KG

„Ich wurde über die Absichtserklärung zur Übernahme von Mitarbeitern in Kenntnis gesetzt und gefragt, ob ich bereitstehen würde, eine Führungsposition zu übernehmen - ich war mutig und sagte selbstverständlich ja.“