Foto: Stadtbibliothek
14. April | 17 Uhr
Stadtbibliothek
Solidarität und Gewalt
Migration, Rassismus und Engagement in der ostdeutschen Umbruchgesellschaft, 1970-2000
Welche Bedeutung besaßen Migration, Rassismus und Engagement in der ostdeutschen Umbruchgesellschaft? Carsta Langner zeigt, dass nicht nur Rassismus, sondern auch Antirassismus Erfahrungen im Staatssozialismus waren. Auf Grundlage einer breiten, zum Teil erstmalig erschlossenen Quellenbasis beschreibt sie sowohl das Verhältnis der DDR zum Globalen Süden als auch die Erfahrungen von Migrant*innen und ihrer Unterstützer*innen in Ostdeutschland zwischen 1970 und 2000. Die Analysen eröffnen damit eine neue Perspektive in der Debatte um die Ursachen eines »braunen Ostens«, in der auch Betroffene von Rassismus und Antisemitismus selbst zu Wort kommen.
Egal ob Sie hier geboren sind, studieren oder Merseburg gerade erst für sich entdecken – Ihre Stimme zählt. Wir verzichten auf lange Monologe und setzen auf echten Dialog.
"Balkanblut - Leben und Sterben des serbischen Warlords und Mafiosos Arkan" mit Frank Willmann
Moderation: Clemens Meyer
21. April | 18 Uhr
Stadtbibliothek
»Lehrreich und aktuell!« Barbi Markovic
Ein Buch wie ein Faustschlag ins Gesicht der Geschichte. Wo liegen die Wurzeln des Bösen? Kaum eine Geschichte kreist so stark um diese Frage wie die von Arkan, dem Paten des Balkans. Arkan, mit bürgerlichem Namen Željko Ražnatović, steht für eine der krassesten Gangsterkarrieren Europas. Vom lächelnden Bankräuber zum gefürchteten Warlord, vom Geheimdienstkiller zum Boulevardstar – er war Täter, Symbol und Spiegel einer zerfallenden Gesellschaft. »Balkanblut« ist mehr als eine Biografie. Es ist eine erzählerische Auseinandersetzung mit den Abgründen von Macht, Gewalt und Mythos.
Frank Willmann verwebt historische Fakten, Zeitzeugenberichte und popkulturelle Reflexionen zu einer düsteren Dokumentation über Nationalismus, Kriminalität und die Verklärung des Bösen. Belgrad, Krieg, Fußball, Turbofolk und die Schatten der Vergangenheit – ein dokumentarisches Meisterwerk über einen Mann, der Serbien prägte wie wenige andere. Eine Auseinandersetzung mit dem politischen und gesellschaftlichen Erbe der europäischen Vereinigung. Brisant. Ohne falsche Scheuklappen. Hochspannend. (Quelle: Balkanblut von Frank Willmann | Klett-Cotta; vom 19.03.2026)
Durch den Abend führt der preisgekrönte Schriftsteller Clemens Meyer. In seinem aktuellen Roman „Die Projektoren" glänzt er als meisterhafter Erzähler zwischen Leipzig und dem Balkan. Heute wechselt er die Perspektive: Als enger Freund und profunder Kenner begleitet er Frank Willmann moderierend durch die Veranstaltung. Ein Abend unter Weggefährten – direkt und intensiv.
MER-Dialog mit Thomas Noßke
„Wo liegt Mitteldeutschland? Zur Geschichte eines politischen Begriffes"
05. Mai | 18 Uhr
Stadtbibliothek
Dem Begriff Mitteldeutschland wurden zu unterschiedlichen Zeiten immer wieder verschiedene Bedeutungen beigemessen. Dabei besaß dieser offensichtlich geografische Begriff niemals den Charakter einer offiziellen Bezeichnung eines geografisch oder politisch eindeutig bestimmten Gebietes. Folglich ist immer die Sichtweise und das Umfeld derer, die diesen Begriff verwenden, ausschlaggebend für eine mehr oder weniger ausgeprägte Kennzeichnung oder Abgrenzung des so bezeichneten Gebietes.
Der Bildervortrag regt zum Nachdenken über den heutigen, manchmal kenntnislosen Sprachgebrauch an. Er zeigt anhand vergleichbarer Kartendarstellungen, wie verschieden dieser Begriff seit 1871 benutzt wurde. Dabei werden neben der Literatur, die diesen Begriff inhaltlich berührt oder titelgebend verwendet, auch alte Landkarten, Fahrpläne, Postkarten und Werbebroschüren sowie Unternehmensfirmierungen vorgestellt.
Der Vortrag dauert mit anschließender Diskussion ca. 90 Minuten. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Veranstaltung des Bündnis Merseburg für Vielfalt und Zivilcourage.
Merseburg-Fenster mit Jürgen Jankofsky
„Geschichte des Walter-Bauer-Archivs"
08. Mai | 15 Uhr
Stadtbibliothek
Walter Bauer: Ein Erbe der Menschlichkeit
Seit 1994 bewahrt die Stadtbibliothek Merseburg das Erbe ihres Namensgebers.
Das Walter-Bauer-Archiv beherbergt neben seinem Gesamtwerk auch die private Bibliothek des Autors, dessen Schaffen von europäischem Geist und dem Drang nach Freiheit geprägt ist.
Erfahren Sie mehr über die Entstehung des Archivs und den alle zwei Jahre verliehenen Walter-Bauer-Preis, der Persönlichkeiten ehrt, die Bauers Botschaft der Mitmenschlichkeit literarisch weitertragen.
Die Veranstaltung findet anlässlich des „Tages des verbrannten Buches" im Rahmen des Walter-Bauer-Jahrs 2026 statt.