25. August | 18 Uhr
Stadtbibliothek
Portolan – Eine poetische Vermessung der Weltmeere
Lesung und Gespräch
Im Rahmen des Walter-Bauer-Jahrs lädt die Stadtbibliothek zu einer Lesung mit der Preisträgerin Daniela Danz ein.
Die Autorin präsentiert ihren Gedichtband Portolan, der seinen Titel von historischen Seekarten ableitet, die das Meer ins Zentrum rücken und das Land verblassen lassen.
„Portolan – so nennt man die Seekarten, die den Blick weg vom Land auf die Meere lenken und verzeichnen, was für die Seefahrt von Bedeutung ist. Die Landmassen werden hier zur unbeschriebenen Fläche, zur »terra incognita«, und genau dieser Perspektivwechsel vollzieht sich in Daniela Danz` neuem Gedichtband. Dieser widmet sich dem Wegenetz der Frachtschifffahrt, mit dem jede und jeder Einzelne von uns in der globalisierten Welt aufs Engste verbunden ist. Die Gedichte beleuchten unser Verstricktsein hierin, die Auswirkungen auf die Natur und greifen dabei auch weit zurück, zu Antike und Mystik. Die »Versenkung« meint in diesem Band nicht nur das tatsächlich Versunkene, die Hinterlassenschaften in Form von untergegangenen Schiffen und verlorener Fracht auf dem Grund der Meere, sondern auch die (religiöse) Kontemplation als Gegenstück zur Verteilung und Zerstreuung der Warenwelt.
In einer mitunter hoch innovativen Formgebung sprechen diese anspielungsreichen und klugen Gedichte, die sich aber nicht verschließen, von einem Thema, mit dem wir alle verflochten sind - das wir aber nur allzu schnell außer Acht lassen, wenn es uns nicht aufgedrängt wird, weil es auf den Highways der Seestraßen zu einem Unfall gekommen ist.“
(Quelle: Wallstein-Verlag, https://www.wallstein-verlag.de/9783835359086-portolan.html; letzter Zugriff 03.07.2026)
Die Veranstaltung wird durch den Landkreis Saalekreis gefördert.
„Geteilte Geschichte, gemeinsame Zukunft. Deutsche Einheit im Gespräch“:
Podiumsdiskussion
03. September | 18 Uhr
Stadtbibliothek
Die deutsche Einheit ist Geschichte und Gegenwart. Anlass genug, die vergangenen Jahrzehnte zu reflektieren und nach unserer gemeinsamen Zukunft zu fragen.
In der Veranstaltung werfen wir einen Blick zurück auf den Einigungsprozess. Wir sprechen über das Ende der DDR, Erfolge und Misserfolge, über große Entwicklungen ebenso wie über persönliche Erlebnisse in der Umbruchszeit.
Wir blicken aber auch nach vorn: Was bedeutet „Einheit“ in einer immer vielfältiger werdenden Gesellschaft? Wie begegnen wir Spaltung und Polarisierung? Wie vereint können wir sein angesichts unterschiedlicher Lebenswirklichkeiten in Ost und West, Stadt und Land, zwischen Jung und Alt?
Der Zeitzeuge Tim Eisenlohr, der sich bereits in seiner Jugend in der DDR in der oppositionellen Umweltbibliothek engagierte, sowie Dr. Daniel Kubiak, ein Experte und Forscher zu Themen wie Identität, Migration und Erinnerung im ostdeutschen Raum, werden sich auf dem Podium mit Moderatorin Christiane Lötsch, die in der Umbruchszeit der Wende aufwuchs, unterhalten.
Fernab von Vorurteilen möchten wir miteinander ins Gespräch kommen, wie wir die Einheit stärken und unsere Demokratie krisenfest gestalten können. Bringen Sie sich mit Ihrer eigenen ganz persönlichen Perspektive, Ihren Geschichten und Erfahrungen aktiv in das Gespräch mit ein!
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts „Nachgefragt: DDR“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur statt und wird durch diese gefördert.
Weitere Informationen gibt es auf der Website der Stadtbibliothek oder direkt vor Ort.