(2. Fortsetzung)
zur Erinnerung: In „Puh“ angekommen, begab sich der junge Gärtner Theodor, wie es ihm sein begabter und erfahrener Lehrmeister empfohlen hatte, zu aller erst auf den dortigen Friedhof und war mehr als angenehm überwältigt von dessen Pracht, liebevoller Pflege, architektonischer und kerygmatischer Meisterleistung ….. Und nun kam es darauf an, herauszufinden, ob es stimmt, dass Friedhöfe tatsächlich Spiegelbilder der Gesellschaft sind oder eher nicht? Spielende Kinder und hübsche kleine und große Anwesen hatte er erst jetzt auf dem Rückweg zum Dorf wahrgenommen.
„Wer bist du?“, wollten die Kinder wissen, „und woher kommst du?“
„Man nennt mich Theodor, könnt aber auch einfach Theo zu mir sagen. Ja, und woher komme ich? Aus einem ziemlich weit von hier entfernten Ort, den ihr sicher noch nicht kennt. Aber sagt mal, könnt ihr mir vielleicht verraten, ob und wo ich hier bei euch einen Gasthof zur Übernachtung finde?!“
„Freilich haben wir hier einen Ga ...“, wollte einer bestätigen, aber eines der kleinen Mädchen fiel ihm ins Wort und meinte:
„Du kannst aber auch zu u n s kommen, wenn du willst. Ich werde gleich mal meine Eltern fragen, ob es geht.“, und hob sich mit wehendem Röckchen davon.
Nach weniger als einer viertel Stunde – Theodor hatte sich inzwischen ins lustige Spiel der Kinder eingereiht – kam die Kleine zurück.
„Du kannst gerne zu uns kommen, Theo, wenn du möchtest!“, rief sie ihm entgegen.
“Wenn du mir den Weg zu euch zeigst, folge ich dir gerne!“ Bei den anderen bedankte er sich und stellte in Aussicht: „Vielleicht sehen wir uns morgen oder übermorgen wieder!? Ich freue mich auf euch.“
So war nun der erste Eindruck in diesem noch immer weitgehend unbekannten „Puh“ alles andere als enttäuschend. Und – um es gleich vorweg zu nehmen – so sollte es auch bleiben. Als Fremder fühlte sich Theodor dort nur für unbedeutend kurze Zeit, oder besser gesagt niemals. Man erwiderte freundlich seinen Gruß im Vorübergehen, lud ihn ein zur Stammtisch–Runde in der „Wirtschaft“, zum Kreis der jungen Leute in der „Pfarre“, bewirtete ihn als Junggesellen hier da in den Häusern auf köstliche Weise.
„Kannst bei mir einsteigen!“, meinte später einer der Bauern im Ort. „Meine Frau und ich werden älter und haben keine Kinder. Da wärest du uns eine große Hilfe. In der Botanik kennst du dich ja aus, und wirst dich auch schnell in die Landwirtschaft einarbeiten! Wie wär's?“
Das war doch ein verlockendes Angebot – zumindest fürs Erste.
Theodor schlug ein, zog auf besagten Bauernhof und legte sich ins Zeug. Er lernte Kühe melken, Pferde striegeln, Sense dengeln und mit selbiger Gras und Futter für die Tiere zu hauen.
Es machte große Freude, bei diesen alternden Bauersleuten in Lohn und Brot zu stehen, Neues hinzu zu lernen und aber auch auf nötige und mögliche Veränderungen hier und da hinzuweisen. Und so kam es, dass er seinem gütigen Arbeitgeber eines Tages die Empfehlung unterbreitete, zusätzlich zur konventionellen Landwirtschaft eine kleine Gärtnerei als Nebenerwerb einzurichten. Gärtnern auf biologischer Basis.
Der Vorschlag stieß auf spontanes Wohlwollen, und weil Theodor von seinem erfahrenen Meister u. a. gelernt hatte, mit Pflanzen zu reden und sie vor schädigender „Chemie“ weitestgehend zu verschonen, fiel dieses Vorhaben auf helle Begeisterung auch unter der Dorfbevölkerung von „Puh“.
“Einer, der die Sache s o angeht“, meinten die Leute, „ist uns um so mehr willkommen! Wollen hoffen, dass etwas Gutes daraus wird.“
Fortsetzung im nächsten „WB.“