Junge Atlaszeder auf Neumarker Flur
Abgeerntete Stoppelfelder kündeten vom bevorstehenden Schwinden eines schönen und zugleich von Trauer umwobenen Sommers. Theodors ursprüngliches Ansinnen, noch vor Herbstbeginn „Puh“ zu verlassen und auf seiner „Walz“ weiterzuziehen, mündete in ein tagelanges Für und Wider. Die angekündigte Pflanzung einer Zeder war inzwischen unter großer Beteiligung vieler Kinder mit deren Familien und Freunden erfolgt. Klein Hänschen hatte sich gewünscht, dass das junge Bäumchen am Weg hinauf zum Friedhof den Namen seiner verstorbenen Schwester Lilly bekommt, denn schließlich war das Zeder-Bäumchen ja zum Gedenken an sie gepflanzt worden. Und so erhielt der exotisch duftende Nadelbaum dann seinen Namen und steht noch heute in voller Pracht und Größe als „Lilly – Zeder“ an dieser Stelle und erfüllt zweierlei: Hilfe in Zeiten von Trauer und zugleich Beitrag zu würziger Atemluft.
Theodors zahlreiche eindrückliche Erlebnisse sowie die überaus große Herzlichkeit in „Puh“ brachten ihn mittlerweile zu dem Entschluss, doch noch über einen zweiten Winter hier zu verweilen. Und das war gut so.
„Theodor, Junge, was würdest du dazu meinen, wenn wir dich zum neuen Bürgermeister von „Puh“ ernennen würden?“, fragte eines Abends einer der Stammtischgäste im Wirtshaus – mehr oder weniger nebenbei. „Eine Neubesetzung steht aus Altersgründen demnächst sowieso ins Haus!?“
Theo schmunzelte und fühlte sich etwas verlegen geehrt, gab jedoch spontan zu erkennen, dass das – zumindest vorerst – keineswegs sein Ding sei, da er zum einen noch viel zu unerfahren dafür wäre und außerdem erst einmal ganz andere Zukunftspläne hätte.
Nachdem nun im Herbst die Schulzeit wieder begonnen hatte, ergab sich für Theo eine zufällige Begegnung mit einer Grundschulklasse, die ihm ein verstecktes aber herzhaftes Lachen einbrachte. Davon wird aber erst im nächsten Neumarker Wochenblatt erzählt.