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Neumarker Wochenblatt
Ausgabe 9/2026
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Gewerbe 1931 in Neumark

von Peter Gruschwitz

Teil I

1800 Einwohner

Kreishauptmannschaft: Zwickau

Amtshauptmannschaft: Werdau

Postamt: Neumark

Öffentliche Fernsprechstelle Postamt Neumark, Amt Neumark

Bahnstation: Neumark für die Strecken Leipzig-Hof, Dresden-Eger, Greiz-Neumark

Güterabfertigung: Neumark

Amtsgericht: Reichenbach

Gendarmeriestation: Neumark

Finanzamt: Reichenbach

Bürgermeister Artur Rudert

Standesbeamter: Artur Rudert

Stellvertretender Standesbeamter: P. Seidel

Friedensrichter: Geschäftsführer Artur Drummer

Ortsrichter: Moritz Strauß

Krankenkasse: Allgemeine Ortskrankenkasse von Neumark und Umgebung, Geschäftsführer Artur Drummer

Evangelische Kirche: Pfarrer Werner

Schule: Schulleiter Kantor Otto; Lehrer: Halbauer, Seumel, Rebenschütz

Volksfreibad Neumark

Verbände: Ortsgruppe des Gewerkschaftsbundes der Angestellten. Vorsitzender Alfred Gerves,

Ortsgruppe des Deutschen Beamtenbundes, Vorsitzender Albin Wagner

Gemeindediakonie Neumark, Schwester Helene Wittig

Desinfektor: Wegewart Gruschwitz, Freiwillige Feuerwehr, Kommandant: Fickenwirth

Mädchen-Fortbildungsschulverband, Leitung Kantor Otto

Spar- und Girokasse Neumark

Vereine: Landwirtschaftsverein für Neumark und Umgebung, Schützengesellschaft, Turngemeinde Neumark, Allgemeiner Schwimmverein, Zentralverein für Sport und Bildung, Männergesangsverein, Militärverein, Hausbesitzerverein, Sparverein, Mietverein, Stenographenverein „ Gabelsberger“, Bürgerverein, Esperanto-Ortsgruppe, National-Sozialistische-Arbeiterpartei.

Apotheken

Apotheke Neumark: Werdauer Straße 12, am 01.04.1902 Eröffnung durch Max Grunert, 1935 Philipp Uebel, 1946 - 1948 Apotheker Erwin Wessel, 01.05.1948 Apotheker Gisbert Kunert als Staatspächter, 04.10.1950 Apotheker Gerhard Schreiterer, 01.01.1954 Rechtsträgerschaft Gemeinde Neumark, 01.10.1972 bis 31.05 1975 Verstaatlichung, Leitung Apothekerin Johanna Schreiterer, 01.05.1976 Umbau, 01.03.1977 Werner Ehrler, 01.01.2004 Sohn Andreas Ehrler.

Ärzte

Pernitzsch K.: Dr. med., Zwickauer Straße 3, danach Arztpraxis Dr. Dinter.

Rabenstein Martin: Dr. med., Ernst-Ahnert-Straße 7, vorher Außenstelle der Poliklinik in Reichenbach, 1949 stirbt Dr. Rabenstein nach einem Sturz mit dem Motorrad, danach Dr. Lösche.

Bäckereien

Albert, Ernst: Bäckerei und Cafe Albert, 1900, Bahnhofsberg 4, Kaffeehaus und Konditorei mit Bierausschank, 18.11.1947 Schankkonzession, Ausschank von alkoholischen und alkoholfreien Getränken, 04.02.1957 Einzelhandel mit Dauerbackwaren aus nicht eigener Herstellung, Cafe am 01.11.1961 abgemeldet, später HO- Verkaufsstelle, dann Allianz Thomas Berger, heute Allianz Dany Gruber.

Bäckerei Heckel, Albert: Ernst - Ahnert - Straße 1

Reinhold, Artur: Alte Reichenbacher Straße 34, danach Bäcker Stephan und Bäckerei Zeisler, heute Bäckerei Thieroff.

Schneider, Max: Werdauer Str. 3, Eröffnung Bäckereibetrieb 1912, 11.02.1916 wurde Betrieb übernommen von der Mutter, 03.03.1949 Bäckerei und Einzelhandel mit Dauerbackwaren und Backhilfsmitteln aus nicht eigener Herstellung, 26.08.1953 Herstellung von Speiseeis.

Thärigen, Oswald: Alte Reichenbacher Straße Nr. 16, seit 25.03.1920 Bäckerei, 15.08.1927 Hausmangelbetrieb.

Tröltzsch, Albin: Oberneumarker Straße 52, danach Arthur Pfitzner, später Konsum.

Seumel, Max: Ernst-Ahnert-Straße 1

Baugeschäfte

Kriester, Otto: Inh. Otto und Max Kriester, Talstraße 7, 9 und 26. Aus kleinsten Anfängen (um 1891) entwickelte sich das Geschäft von Otto Kriester zu einer Baufirma mit einer Belegschaft von 20 – 25 Zimmerleuten, Maurern und Handlangern.

Schenker, Paul: ehemals Unterneumarker Straße, Werdauer Straße 8, Milchhandel, Brennmaterial Handel, Grünwarenladen, Taxi– und Fuhrgeschäft, später Tankstelle Schenker. Gegründet worden war das Unternehmen im Jahr 1890 vom Vater Albin Schenker in Beiersdorf, wurde aber schon 1893 nach Neumark verlegt. Die Zahl der Arbeiter betrug 15 – 30, darunter 4 Brüder des Unternehmers.

Eisenwaren

Möckel, Emil: Alte Reichenbacher Straße 33, Eisenwaren, Werkzeuge, seit 1880 mit Kohlehandel, ehemalige Besitzer: Rudolf Möckel, Rolf-Jürgen Möckel. 1733 Möckelschmiede, erster Bewohner war der herrschaftliche Jäger Gottfr. Riedel, dessen Nachfolger 1733 J. P. Söllner – ebenfalls herrschaftlicher Jäger. Von 1805 an diente das Anwesen der Eisenbranche: Schlosser Müller, die Schmiede Ziegler 1817, Häberer, Rohleder 1856, Neumärkel 1875, Möckel 1880.

Dachdecker

Bauer, Walter: Alte Reichenbacher Straße 30

Seifert, Bernhard: Werdauer Straße 18

Dampfkesselfarbrik

Weichelt und Wackwitz:Maschinen und Dampfkessel-Fabrik Neumark, Inh. Ing. Alfred Weichelt, Unterneumark.

Drogerien

Adler Drogerie: Talstraße 2, Inhaber Kaufmann Wilhelm Hermann Reul, letzter Inhaber war bis 2001 Heinz Zenner, 1933 Übernahme von Hermann Neßler.

Fahrradhandlungen

Feigl, Hermann: Erlmühle 17

Fleischereien

Fröhlich, Otto: Werdauer Straße 23

Keßler, Fritz: Oberneumarker Straße 2

Seidel, Richard: Alte Reichenbacher Straße 8

Fleisch- und Trichinenbeschauer

Schwabe, Max: Alte Reichenbacher Straße 3 und 5

Friseure

Clauß, Otto: Ernst-Ahnert-Straße 3

Oertel, Paul: Werdauer Straße 9

Zöllner, Hugo: Werdauer Straße 17, Damenfriseur

Barbier Emil Münster: Barbiergeschäft, Werdauer Straße 2, 1929 Haar und Bartscherer

Futtermittelfabriken

Christer, Reinhard: Ernst-Ahnert-Straße 15, Bierhandlung.

Gartenbaubetrieb

Grünewald, Minna: Alte Reichenbacher Straße 8

Gastwirtschaften

Mühle Oberneumark: Besitzer 1931 Bagehorn Otto, Oberneumarker Straße 47, 1726 erbaute der Zimmermann Paul Kluge die Mühle.1870 eröffnete die Mühle zusätzlich eine Schankstätte. Am 14. Juli 1885 brannten die alte Schneidemühle, der Kuhstall und das Wohnhaus bis auf die Grundmauern ab. 1898 übernahm Otto Bagehorn die Mühle und legte diese still.

Bahnhofswirtschaft: 1865 kaufte der Gastwirt Scheffler das Grundstück und errichtete ein Bahnhofsrestaurant, am 20.08.1911 brannte es ab (Funkenflug) und wurde nicht wieder errichtet. Das geräumige Haus hatte oben einen Tanzsaal. Sonntags rollten die Kugeln und es fielen die Kegel. Die Wirte verstanden ihr Gewerbe ausgezeichnet. Eine reichliche Auswahl an Speisen gab es in der Gaststätte (Aal, Schleie, Gänsebraten usw.). An vielen Tagen erklang Ballmusik. Gastwirt Oswald Eßbach (1881-1911), der Nachfolger von Scheffler, gab viele gesellige Abende. Die Verlegung der Wirtschaft in die Wartesäle des neuen Bahnhofs war kein Ersatz, obwohl der langjährige Wirt Hans Winkelmann durch beste Bedienung, gepflegte Biere und Rauchwaren bei Reisenden und Ortseinwohnern sich ein gutes Renommee zu verschaffen wusste.

Deutsches Haus: Inh. Moritz Helbig, Alte Reichenbacher Straße 15. Der Gutshof wurde nachweislich vor 1600 erbaut. In der Ortschronik ist erwähnt, dass sich 1570 im Keller ein Brunnen befand, der auch bei größter Trockenheit immer genug Wasser führte. 1814 erwarb der Oberrichter Johann Christian Müller das letzte „Gütlein“ am Rande des Fleckens aus einer Versteigerung. Der Oberrichter Friedrich August Müller kaufte das landwirtschaftliche Anwesen 1822 und richtete hier eine Gaststätte ein. Erst 1839 wurde dem Deutschen Haus eine Schankerlaubnis erteilt. Der Bäcker Ernst Moritz Helbig übernahm 1912 das Deutsche Haus und baute im selben Jahr einen großen Tanzsaal an. Am 01. April 1925 schenkte Moritz Helbig der Turngemeinde Neumark 5091 m² von seinem Grundbesitz. In den Nachkriegsjahren führten Max und Elfriede Helbig die Gaststätte. Die Gebäude und der Gasthof wurden 2006 abgerissen.

Goldener Löwe: Markt 2, Inh: A. Ölschlegel. Diese Gaststätte war die älteste, vor 1800 die einzige im Ort. Im 16. Jahrhundert war sie die alleinige im ganzen Kirchspiel, daher einfach das „Wirtshaus“, bisweilen auch Erbkretscham, genannt. Solange der Neue Markt besteht, wird es in der Straßengabel dieses Wirtshaus gegeben haben. Das Saalgebäude wurde 1852 an Stelle des ehemaligen Malzhauses errichtet und 1912 bereits erweitert. Wie und wann der Name „Goldener Löwe“ aufkam, ließ sich nicht ermitteln. Besitzer war ab 1938 die Familie Georg Schröter. Im Mai 1989 wurde das Gebäude gesprengt und 1991 und 1992 als Sparkasse im historischen Stil wieder aufgebaut.

Grünes Tal: Inh. Otto Burkhardt, Werdauer Straße 4. Das Gebäude stand auf dem Grundstück, das den alten Namen „die Burg“ trug. Kurz nach 1700 entstand hier an der Viehtrift (die jetzige Werdauer Straße) ein schlichtes Auszugshaus, dessen Besitzer aus der Schusterfamilie Schumann stammte aus der „Burg“. 1902 kam das Gasthaus in den Besitz des Tischlers Otto Burkhardt, unter dem es mehr und mehr in Abhängigkeit von der Vereinsbrauerei Zwickau geriet.

Gasthof Oberneumark: Besitzer Kurt Müller, Oberneumarker Straße 67.

Glasereien

Ehrhardt Bruno: Badsteig 3, (ehemals Vater-Jahn-Weg 3), gegründet 1888, 1968 Karl Ehrhardt, heute Zechenstraße 2a.

Fortsetzung folgt