Am 05. Juni 2026 hat die Wasserrechtliche Abnahme der Renaturierung des Schluckenbachs stattgefunden. Das Projekt ist im Zuge der Richtlinie Gewässer/Hochwasserschutz in einer Höhe von 1.071.340,47 EUR durch die Landesdirektion Sachsen gefördert worden. Die Planung zur Renaturierung des Schluckenbachs ist im Zuge der Gewässerentwicklung Neustadt in Sachsen durch das Ingenieurbüro Buder GmbH erstellt worden. Der erforderliche Landschaftspflegerische Begleitplan wurde durch das Büro für Landschaftsarchitektur Hübner erstellt. Der Schluckenbach und seine Zuflüsse sind die, mit der Industrialisierung am meisten technisch ausgebauten Fließgewässer, die im Verantwortungsbereich der Gewässerunterhaltung der Stadt Neustadt in Sachsen liegen. Dies ist in erster Linie den Industriebauten des ehemaligen Fortschrittwerks und der damit verbundenen Bewirtschaftung aus DDR-Zeiten geschuldet. Zur Errichtung von Fabrikhallen und Lagerflächen wurden große Teile des Schluckenbachs und seiner Zuläufe verrohrt, ursprüngliche Bachläufe stillgelegt und über befestigte Gräben oder Verrohrungen umgeleitet. Auch zur Zeit der Jahrhundertwende (um 1900) wurde durch das Anlegen von Mühlgräben, von Teichen und des Freibadesees in den Wasserhaushalt des Schluckenbachs eingegriffen. Jedoch wurde damals noch auf die Durchgängigkeit des Gewässers geachtet. So wurde zum Beispiel der Freibadesee im Nebenschluss des Bachs gebaut und betrieben. Zu DDR-Zeiten wurde der eigentliche Bachlauf dann verrohrt und nur noch als Umgehungskanal verwendet. Der Schluckenbach wurde direkt durch den Freibadesee geleitet. In dem mit diesem Projekt betrachteten ersten Renaturierungsabschnitt wurde der Schluckenbach ca. 1970 auf eine völlig neue Trasse umverlegt und als Trapezprofil mit Betonplatten ausgebaut. Die Umverlegung diente der Erhöhung des Abflusses im Langburkersdorfer Bach, in dem sich die Brauchwassergewinnung des Fortschrittwerks befand. Damit wurden der Bahndurchlass und der dahinter liegende Gewässerabschnitt über die Wachewiese außer Betrieb genommen, was im Laufe der Jahre zur Verfüllung und Beseitigung des ungenutzten Bachs führte. Das Oberflächenwasser wurde aus dem gesamten Einzugsgebiet des Schluckenbachs von 458 ha im Bereich des Bahnviadukts der Bahnstrecke Bautzen - Bad Schandau in den Langburkersdorfer Bach (Station 1+087) eingeleitet. Aus Sicht der Gewässerentwicklung war das Ziel, die Renaturierung und Verbesserung des ökologischen Potentials des Schluckenbachs durchzuführen. Damit wurde der erste Abschnitt in seinen ursprünglichen Zustand zurückgeführt. Mit der Renaturierung wird ein hoher Mehrwert für Natur und Umwelt geschaffen werden. Sie dient der naturnahen Entwicklung von Fauna und Flora, zum Abbau von Nähr- und Schadstoffen und mittelfristig wird eine deutliche Reduzierung des Unterhaltungsaufwandes erreicht.