Titel Logo
Neustädter Anzeiger - Amts- und Heimatblatt der Stadt Neustadt in Sachsen
Ausgabe 15/2026
Kulturelles
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Mit dem Wanderflink auf Honigspur Kultursommer-Wanderung führte zum Bienenhof Lieschke

 

  

Wenn Wandern, Heimatgeschichte und die faszinierende Welt der Bienen zusammenkommen, dann ist der Wanderflink auf Honigspur unterwegs. Im Rahmen des Kultursommers 2026 lud der Bergbau-Traditionsverein Hohwald e. V. zu einer besonderen Wanderung ein. 13 Wanderfreunde folgten der Einladung und machten sich bei herrlichem Sommerwetter auf den knapp acht Kilometer langen Weg durch die abwechslungsreiche Landschaft rund um Neustadt in Sachsen.

Ausgangspunkt war das Neustädter Freibad. Von dort führte die Wanderung über den Rugiswalder Kirchsteig in Richtung Knoffenberg und weiter zum Langburkersdorfer Anbau. Unterwegs blieb immer wieder Zeit, den Blick auf die kleinen Besonderheiten am Wegesrand zu richten.

So erinnerten alte Wegpunkte an längst vergangene Zeiten. Die Wanderfreunde erfuhren Interessantes über die ehemalige Walkmühle, auch Strumpfstrickerwalke genannt, über die geheimnisvolle Scheuchenmauer sowie über die einstige Rugiswalder Ziegelei. Heimatgeschichte begegnet einem eben oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet. Doch die Wanderung stand ganz im Zeichen der Honigspur. Das Ziel war der Bienenhof Lieschke im Langburkersdorfer Anbau.

Dort angekommen, wurden die Teilnehmer von Imker Kai Lieschke (Foto unten) herzlich begrüßt. Seit seiner Jugend widmet er sich mit großer Leidenschaft der Imkerei und nahm sich viel Zeit, den Gästen seine faszinierende Welt näherzubringen.

Schon wenige Augenblicke später standen alle unmittelbar vor den summenden Bienenstöcken. Kai Lieschke erklärte anschaulich das Leben eines Bienenvolkes und machte deutlich, welch unverzichtbare Rolle Bienen und andere Insekten für unsere Natur spielen. Besonders nachdenklich stimmten seine Worte über den zunehmenden Verlust natürlicher Lebensräume. In Zeiten von Mährobotern und kurz geschnittenen Rasenflächen fehlen vielen Insekten Nahrung und Rückzugsorte. Insektenhotels seien zwar gut gemeint, könnten blühende Wiesen jedoch nicht ersetzen.

Wie einfach jeder selbst etwas für die Artenvielfalt tun kann, zeigte Kai Lieschke eindrucksvoll auf seinem Grundstück. Bereits im Frühjahr legte er für seine „Mädels“, wie er seine Bienen liebevoll nennt, eine große Blumenwiese an. Die farbenprächtige Fläche stand während der Wanderung in voller Blüte und beeindruckte alle Teilnehmer gleichermaßen. Hier summte und brummte es überall - ein wahres Paradies für Bienen und andere Insekten.

Ein besonderes Erlebnis war anschließend der Blick in ein Bienenvolk aus nächster Nähe. Geduldig beantwortete Kai Lieschke zahlreiche Fragen und erklärte mit spürbarer Begeisterung das komplexe Zusammenleben der Bienen. Ebenso spannend war die Erläuterung der Honiggewinnung. Schritt für Schritt wurde den Wanderfreunden vermittelt, welchen Weg der Honig von der Wabe bis ins Glas nimmt.

Natürlich durfte auch eine Verkostung nicht fehlen. Die verschiedenen Honigsorten fanden großen Anklang und überzeugten durch ihren ausgezeichneten Geschmack. Viele nutzten die Gelegenheit, ihren Vorrat an regionalem Honig und weiteren Bienenprodukten im Hofladen aufzufüllen.

Wer den Bienenhof selbst einmal besuchen möchte, hat dazu jeden Samstag, von 08:00 bis 12:00 Uhr, Gelegenheit. Dann ist Kai Lieschke persönlich im Hofladen anzutreffen und bietet neben verschiedenen Honigsorten zahlreiche weitere Erzeugnisse aus eigener Imkerei an.

Der Bergbau-Traditionsverein Hohwald e.V. bedankt sich herzlich bei Kai Lieschke für die interessante Führung, seine Gastfreundschaft und die vielen spannenden Einblicke in die faszinierende Welt der Bienen. Ebenso gilt allen Teilnehmern ein herzliches Dankeschön für die schöne gemeinsame Wanderung.

René Teich