Manchmal braucht es nicht mehr als ein Gefäß, ein paar Blätter und jede Menge Geduld, um Kindern eines der größten Wunder der Natur näherzubringen. Genau das ist der Hummelgruppe in den vergangenen Wochen gelungen! Gemeinsam mit den Kindern wurden Distelfalter gezüchtet - vom winzigen Krabbeltier hin zum fertigen Schmetterling. Tag für Tag konnten die Kinder beobachten, wie die Raupen fraßen und wuchsen. Wer genau hinsah, entdeckte, dass Raupen sich mehrfach häuten, weil ihre Haut nicht mitwächst. Dann wurde es ruhig im Habitat. Die Raupen verpuppten sich. Für ungeduldige Kinderaugen eine echte Geduldsprobe, denn von außen scheint sich in der Puppe nichts zu tun. Tatsächlich verwandelt sich hier der gesamte Körper der Raupe in einen wundervollen Schmetterling. Jeden Morgen wurde als Erstes ein Blick ins Habitat geworfen, nicht selten mit der leisen Sorge, man könnte die Puppen „aufwecken“. Dann endlich, die Puppenhüllen öffneten sich, und zerknittert, mit noch weichen Flügeln, kämpften sich die Schmetterlinge ins Freie. Staunen, Freude und Neugierde erfüllten die Kinder. Noch zwei Tage durften die frisch geschlüpften Schmetterlinge bei uns bleiben. Die Kinder fütterten sie mit Obst und Zuckerwasser und schauten ihnen zu, wenn sie ihren langen Saugrüssel zur Nahrungsaufnahme benutzten. Dass Distelfalter zu den Wanderfaltern zählen und auf ihren Reisen mehrere Tausend Kilometer zurücklegen können, war selbst für die Erzieher neu.
Zum Abschluss öffneten wir alle gemeinsam das Habitat und ließen die Schmetterlinge in die Freiheit fliegen. Ein schöner Moment nach Wochen des Wartens, dass den Kindern nicht nur biologisches Wissen vermittelte. Auf ganz besondere Weise zeigte es, wie aus Warten, Staunen und Loslassen etwas Bewundernswertes entstehen kann.