Die Stadtbibliothek Neustadt freut sich sehr, in diesem Jahr zwei Veranstaltungen der Reihe „Kontrovers vor Ort“ der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung in ihren Räumen durchführen zu können. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, politische Bildung auch in ländlichen Regionen anzubieten – insbesondere dort, wo es bislang nur wenige oder keine entsprechenden Angebote gibt. Die Stadtbibliothek möchte mit ihrer Beteiligung dazu beitragen, einen Ort für Austausch, Diskussion und politische Meinungsbildung in der Region zu schaffen.
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Krisen, Kriege, Konkurrenz:
Wo steht Deutschland in der neuen Weltordnung?
Journalist Dr. Christoph von Marschall zeigt, wie wir tagesaktuelle Nachrichten einordnen können am 28.09.2026, 18:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
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Tag für Tag prasseln Meldungen aus aller Welt auf die Bürgerinnen und Bürger ein: Doch was bedeuten diese Nachrichten konkret für unser Leben und unsere Zukunft? Dies ist immer schwerer zu erfassen. Als viertgrößte Wirtschaftsmacht der Erde hat Deutschland beträchtlichen Einfluss, als Exportland ist es zugleich besonders abhängig von der Weltlage. Oft stößt es noch schneller an die Grenzen seines Einflusses als die traditionellen Großmächte. Dreißig Jahre nach dem Triumph im Kalten Krieg werden die USA von internen Konflikten eingeholt. China tut sich schwer, die USA ökonomisch zu überholen und selbst zur Weltmacht Nr. 1 zu werden. Russland beschleunigt durch einen brutalen Krieg seinen Niedergang.
So die Analyse von Dr. Christoph von Marschall. Der renommierte Journalist und Historiker ist Diplomatischer Korrespondent der Chefredaktion des Tagesspiegels und Autor des Buchs „Wir verstehen die Welt nicht mehr“. In seinem Vortrag und der anschließenden Diskussion mit den Teilnehmer:innen ordnet er die aktuellen Nachrichten des Tages ein, erklärt ihre Bedeutung für Deutschland sowie die Hintergründe.
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Die Lücke im Album. Wie ich die Geschichte meiner nichtjüdisch-jüdischen Familie in der NS-Zeit entdeckte.
Lesung mit Christine Bücher und Einführung in die Recherche eigener Familiengeschichte am 07.10.2026, 18:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
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Was haben unsere Familien in jener Zeit erlebt? Waren unsere Angehörigen Mitläufer, Überzeugte, Verfolgte oder Widerständige? Wer sich auf Spurensuche begibt, stößt häufig auf Unsicherheiten, widersprüchliche Überlieferungen und schmerzhafte Lücken. Nach dem Zweiten Weltkrieg schien in vielen Familien stillschweigend vereinbart, über die zwölf Jahre des Nationalsozialismus nicht zu reden. Während die Menschen in Ost- und Westdeutschland neue Karrieren begannen, war die Geschichte am familiären Esstisch tabu. Heute fragt vor allem die Enkelgeneration nach, will verstehen.
Wollen Sie ihre Familiengeschichte kritisch hinterfragen und sich gegebenenfalls mit Verstrickungen und Mitläufertum oder auch mit Widerstand und Verfolgung auseinandersetzen? Christine Bücher, die Autorin des Buches „Die Lücke im Album“, berichtet über ihre eigene Familienrecherche und gibt praktische Hinweise für den Einstieg in ein anspruchsvolles, aber lohnendes Kapitel persönlicher Erinnerungskultur.
Dr. Christine Bücher studierte an der RWTH Aachen Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Philosophie. Sie kuratiert Ausstellungen und arbeitet als Referentin im Bereich historisch-politischer Bildung u.a. am Militärhistorischen Museum der Bundeswehr.