Den Brauch der Vogelhochzeit kennen in unserer Gegend immer weniger Kinder. Zur Vogelhochzeit erhielten sie früher auch hier ein süßes Dankeschön, wenn sie im Winter die Vögel mit Futter versorgten.
Also schauten wir uns an, wie sorbische Kinder dieses Fest begehen. Es gab Fragen über Fragen: Warum haben die Kinder so eigenartige Sachen an? Wieso braucht man Zuckerwasser zum Frisieren?
Was ist eine Sroka? Aus welcher Sprache kommt das Wort?
Pikst es eigentlich, wenn man hunderte Stecknadeln an Kleid und Haube trägt? Warum tragen die Jungen so schwarze Hüte wie Zauberer?
Gemeinsam fanden wir in einem Sachtext viele Antworten und machten uns auch eigene Gedanken dazu. Nebenbei bildeten wir die Personalformen von Verben, suchten zusammengesetzte Substantive heraus, unterstrichen Adjektive oder erfragten Subjekte und Prädikate.
Überrascht stellten wir fest, dass diese sonst oft mühseligen Grammatiksachen gar nicht so schwierig waren, wenn wir sie an einem interessanten Textbeispiel erproben konnten.
Das bekannte Volkslied zur Vogelhochzeit durfte in unserer Stunde nicht fehlen. Als wir jedoch erfuhren, dass es in der Langversion 26 Strophen hat, waren wir uns schnell einig, dass es ausreicht, eine kleine Auswahl davon gemeinsam zu singen.