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Amtsblatt der Verwaltungsgemeinschaft für die Stadt Neusalza-Spremberg
Ausgabe 9/2019
Stadt Neusalza-Spremberg
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Liebe Leserinnen und Leser,

verwenden Sie auch gelegentlich den Ausspruch: „Früher war alles besser“? - Dann sei Ihnen eine opulente Veröffentlichung aus dem Oberlausitzer Verlag ans Herz gelegt. Erhard Hartstock listet in „Die Geschichte der Plagen in der Oberlausitz“ akribisch Feuersbrünste, Epidemien und Dürrekatastrophen aus den Jahren 1112 bis 1869 auf.

Beispielsweise galt 1719 als ein ausgesprochenes Dürrejahr. In Muskau regnete es 18 Wochen nicht. Durch die magere Ernte schnellten die Getreidepreise rasant in die Höhe. „An der schlesischen Grenze tobte am 15. August ein schweres Unwetter mit Hagelschlag, Blitzeinschlägen und heftigsten Wirbelstürmen. In Oderwitz brach am 22. August infolge der außerordentlichen Dürre im Königsholz ein Waldbrand aus, der nur mit größter Mühe von den Einwohnern aus Herwigsdorf, Oderwitz und Seifersdorf gelöscht werden konnte.“

Jahr für Jahr reiht Hartstock die schockierenden Ereignisse auf. Heuschreckenplagen, Sterbefälle durch verunreinigtes Mehl mit Mutterkorn, Viehseuchen, verheerende Feuer, die die Existenz der Bewohner zerstörten, Überschwemmungen, kriegerische Einfälle, durchziehende marodierende Truppen und natürlich im 17. Jahrhundert die Pest … War früher wirklich alles besser?

Vom heimischen Sofa aus lässt sich mit gebührend emotionalem Abstand dieses Katastrophen-Panorama betrachten. Wir haben es seit Kurzem in unserem Bestand in der Stadtbibliothek.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und wünschen einen neugierigen Lesemonat September.

Ihr Team der Stadtbibliothek Neusalza-Spremberg