Man nehme seine Wanderschuhe, ziehe sich warm an und los geht's.
So habe ich es getan und 10 weitere Leute und sind mit Herrn Frank Kaseler aus Elsnigk wieder auf Erkundungstour gegangen im Herbst.
Sie erinnern sich? Herr Kaseler ist ein Naturfreund, Vogelkundler, Angler und Naturfotograf. Kurz gesagt, er ist viel an der frischen Luft.
Los ging es mit den Autos vom Startpunkt Elsnigk nach Aken-Obselau. Ziel war es, im Biosphärenreservat Mittelelbe zwischen Aken und Kühren die Natur zu erkunden.
Über den Elbdamm geschritten, standen wir schon in der geschützten Natur. Herr Kaseler hörte natürlich gleich viele Vogelstimmen. Wir mitgehenden Naturfreunde mussten uns erstmal “Einlassen” auf die Vogelwelt. Bekanntes Gezwitscher entpuppte sich z. B. als Grauammer.
Die Rehe beäugten uns aus sicherer Entfernung. 2025 brachte tonnenweise Eicheln und Kastanien hervor und das konnten wir im Gras liegen sehen. Ein sogenanntes “Mastjahr”. Ein reichlich gedeckter Tisch für Wildschweine und Rehe für den Winter. Hoffentlich habe ich das richtig interpretiert. Sie können mir ja schreiben, wenn ich etwas verwechselt habe.
Wir hielten uns immer am Rande der sogenannten Kernzone des Biosphärenreservates auf. Zur Erklärung: Ein Biosphärenreservat hat verschiedene Schutzzonen, in denen es bestimmte Verhaltensregeln für uns Menschen gibt. Die Kernzone hat den höchsten Schutzstatus und dort darf man gar nichts, noch nicht einmal hineingehen. Da soll die Fauna und Flora so leben und sich entwickeln, wie sie es braucht. Wir haben diese Regeln natürlich eingehalten.
Vorbei an einem Wegweiser zum alten Försterfriedhof ging unser Rundweg weiter. Ich wollte schon immer mal wissen, wie man zum Försterfriedhof kommt. Jetzt weiß ich es. Er befindet sich in der Nähe des Schmiedesees. Ja und wo befindet sich dieser? Ich weiß es jetzt.
Zur Erklärung des Försterfriedhofes: Dort sind in vergangener Zeit Förster und Jäger, auf deren Wunsch, beerdigt worden. Man findet die Gräber mit Grabsteinen immer noch vor.
Diese Ehre war nur bestimmten Förstern und Jägern vorbehalten, Menschen, die sich für den Erhalt und den Schutz des Waldes und deren “Bewohner” verdient gemacht haben.
Schlehen fanden wir vor und die Mutigen haben davon genascht. Nicht zu viel, denn man wollte den Vögeln diese Leckerbissen nicht wegfuttern.
Und dann war es wie im Märchen. Von weitem sahen wir ein weißes Pferd mit einem Reiter auf dem Waldweg kommen. Wir Frauen glaubten natürlich an einen Prinzen auf dem weißen Pferd. Hatten die Schlehen etwa uns die Gedanken “vernebelt”? Aber die waren doch noch gar nicht zu Schlehenlikör verarbeitet?
Es war eine junge Frau auf ihrem weißen Pferd, die ihre Sonntagsrunde ritt. Also eine Prinzessin und das Pferd war auch nicht mehr sehr weiß, denn es war sehr schlammig auf dem Weg.
Einen Kleiber bekamen wir danach zu sehen. Der Vogel Kleiber geht mit dem Schnabel vorwärts einen Baumstamm hinunter. Hätten Sie es gewusst? Was ein Gallapfel ist, erfuhren wir anschaulich an einem Eichenblatt gezeigt.
Nach knapp 90 Minuten waren wir wieder am Elbdamm. Mit dem Auto ging es wieder nach Elsnigk.
Es war eine schöne Tour. Kommt nächstes Mal mit! Man lernt nebenbei auch neue Leute kennen. Ich werde ein “Wiederholungstäter” sein. Unsere Heimat hat so viel Natur und Geschichten zu bieten. Man muss sich nur trauen mitzukommen.
Bleibt neugierig!