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Gemeinde Osternienburger Land – Amts- und Mitteilungsblatt
Ausgabe 3/2024
Nichtamtlicher Teil
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„Von annodunnemals“ - Geschichten aus unseren Dörfern

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche“ heißt es im Osterspaziergang von J. W. von Goethe. Schon wieder ist es März. Nehmen wir Goethes Worte zum Anlass, begrüßen wir den Frühling und folgen Herrn Hellmuth in den Lödderitzer Forst.

Naturschutzgebiet „Lödderitzer Forst“

Zirka 5 km von Wulfen beginnt dieses herrliche Gebiet an der Elbe. Das 1040 ha große Waldschutzgebiet gehört zum Kreis Schönebeck und ist das bedeutendste Biber- und Vogelschutzgebiet im Raum Mittlere Elbe. Darüber hinaus gehört es im Hinblick auf die Avifauna (Vogelwelt) zu den wichtigsten Rast- und Überwinterungsgebieten Mitteldeutschlands. Als Durchzügler treffen wir hier u.a. Fisch- und Schreiadler, Kormorane und den Schwarzstorch an. Der Seeadler hat hier im Winter sein Jagdrevier. Der teilweise erhaltene Auwald mit Stileiche, Feldulme, Feldahorn, Esche und Hainbuche ist durchsetzt von zahlreichen Altwässern und Kolken. Diese sind Wohngebiete des vom Aussterben bedrohten Elbe-Bibers. In kleinen Waldseen ist ganz vereinzelt die europäische Sumpfschildkröte zu finden. Das gesamte Naturschutzgebiet ist Forschungsgebiet des Instituts für Landesforschung und Naturschutz Halle sowie der Vogelstation Steckby. Soweit die Ausführungen von Herrn Hellmuth.

Der Lödderitzer Forst hat heute noch eine weitere Bedeutung. Durch die Rückverlegung des Deiches am Lödderitzer Forst stehen ca. 600 ha Wald erstmals wieder unter Wasser. Davon profitieren zum Beispiel die Menschen in den umliegenden Orten wie Aken, Lödderitz, Kühren und Breitenhagen. Wie im Artikel im „Wochenspiegel“ vom 17.01.2024 auf Seite 3 mitgeteilt, ist damit nach 180 Jahren wieder ein überfluteter Auenwald entstanden. Das größte WWF Projekt in Deutschland im Biosphärenreservat Mittelelbe hat damit seine Bewährungsprobe bestanden. Jahrhunderthochwasser wie 2002 und 2013 sollten damit der Vergangenheit angehören. Ein weiterer „Hintergrund“ laut „Wochenspiegel“:

„Das Biosphärenreservat Mittelelbe als ältestes deutsches UNESCO-Reservat (1979 gegründet) zeichnet sich durch eine enorme Artenvielfalt aus. Mehr als 1000 verschiedene Pflanzenarten, 40 Säugetiere und 315 Vogelarten, darunter Fischadler und Mittelspecht sind hier beheimatet. Zu den Bewohnern zählt auch der Elbebiber, der hier sein Hauptverbreitungsgebiet hat.“

Sie sehen also, liebe Leserinnen und Leser, ganz in unserer Nähe gibt es neben dem „Wulfener Bruch“ noch weitere lohnenswerte Ausflugsziele im Frühjahr.

Viel Spaß und bleiben oder werden Sie gesund.

Frank Wulkau