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Gemeinde Osternienburger Land – Amts- und Mitteilungsblatt
Ausgabe 9/2026
Nichtamtlicher Teil
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Der malerische Winkel in Kleinpaschleben

In unserem schönen Heimatort Kleinpaschleben gab es vor vielen Jahren einen sogenannten malerischen Winkel. Er befand sich in der Straße „Im Bauerndorf“. Ein Bild zeigt uns den Winkel, der zwischen den Grundstücken damals Nr.14, heute E. Liedke, Nr.13 existiert nicht mehr und Nr.12, damals Gut Braune, heute in Privatbesitz lag. Gemalt wurde es vom gegenüber liegendem Hof, gesehen durch den alten Torbogen. Eine Originalzeichnung von Armin Timler. Solche schönen Bögen gab es einige in dieser Straße. Die Straße hat seit 1962 den offiziellen Namen „Im Bauerndorf“, im Volksmund war es schon immer das Bauerndorf. Der Name ergab sich, weil sich hier das ursprüngliche Dorf erstreckte, 10 Bauernhöfe rechts und 10 Bauernhöfe links, das Pfarrhaus am Ende der Straße. Die Bäckerei außerhalb, zu erreichen durch eine kleine Schlippe. Der Gasthof befand sich schon immer an angestammter Stelle. Der malerische Winkel ergab sich, weil zwischen Haus Nr. 14 und Haus Nr. 12 etwas nach hinten versetzt das Grundstück Nr. 13 lag. Dieses Gut wurde von J. Adam 1805 erbaut. Diese Signatur befand sich am Giebel desselben. Ehemalige Eigentümer waren Schmidt, Reinicke, Köhn und Kranz. Ab Mai 1960 gehörte es zur LPG „Neues Leben“ Seit 1969 war es unbewohnt und im Juni 1972 abgerissen. Übrigens lassen sich Eigentümer und personelle Daten in der Heimatstube von etwa 1570 bis 1750 zurückverfolgen. Dort befindet sich die Zeitung „Askania“, in der der Heimatforscher Vierthaler einen entsprechenden Artikel veröffentlicht hat. Herr Alfred Wanza, der in diesem Haus gewohnt hat, erwähnt in seinem Buch „Paschleber Dorfgeschichten“ folgende Episode.

 

Das Kranzsche Haus, das neben dem Eigentümer und einer Hausmeisterfamilie von mehreren Flüchtlingsfamilien bewohnt wurde, war ein altes Haus, in dem Herr Kranz meist mit einer im Mundwinkel hängenden Pfeife herumlief. Es wird wohl ein Bauernhof mit eigenem Land gewesen sein. Das Land wird er den neuen Machthabern überlassen haben, damit er sein Haus behalten durfte. Herr Kranz war der Mann, der einige Zeit im knietiefen Wasser des Kellers bei den Sowjets eingesperrt war, von dem Antons Vater erzählt hatte. Eigentlich fühlten sich Anton und seine Eltern hier wohl, wenn es nicht eine Flüchtlingsfamilie gegeben hätte, die wie die Raben klaute. Die räuberisch veranlagte Familie hatte ihre eigenen Ställe durch Verschläge abgesichert. Als Anton nach der Wende seiner Familie das Haus zeigen wollte, war es bereits abgerissen.

 

Der hier erwähnte alte Herr Kranz war der Vater von Friedrich Kranz, der dem Ort eine große Sammlung von Dokumenten, Skizzen und Bilder zur Geschichte von Kleinpaschleben übergeben hat. Auch diese abgebildeten Fotos sowie die Daten kommen aus seiner Feder.

Heimatstube Christine Marschall