ich möchte mal mit einer Bauernregel beginnen, die da lautet: „Ist’s in der ersten Augustwoche heiß, bleibt der Winter lange weiß.“ Nun können Sie sich ja mit Blick auf die zurückliegenden Tage schon mal ausmalen, wie der nächste Winter sein wird. Doch sollten Sie dabei bedenken, dass solche Bauernregeln zwar auf jahrhundertealten Naturbeobachtungen beruhen, aber laut Statistik dennoch nur in 70 bis 80 Prozent der Fälle zutreffen, es also schon immer reichlich Ausnahmen gab. Und in den jetzigen und künftigen Zeiten der Klimaveränderung stellt sich die Frage überhaupt, ob diesen Weisheiten der Landwirte noch groß zu trauen ist. Denken wir nur an die Bauernregel „Das Wetter am Siebenschläfertag, sieben Wochen bleiben mag“. Mehr als 40 Grad hatten wir am zurückliegenden 27. Juni, aber viel übriggeblieben ist davon in den Tagen und Wochen drauf ganz und gar nicht. Ungeachtet dessen ist, dass 40-Grad-Tage hierzulande niemand braucht und wohl auch kaum jemand haben möchte.
Sicherlich werden wir in Zukunft mit so mancher nicht gewohnten und erst recht nicht gewollten Wetterkapriole leben müssen, liebe Oscherslebenerinnen und Oscherslebener. So dass wir uns über die Zeiten freuen sollten, in denen das Wetter halbwegs normal daherkommt, also so, wie wir es in den zurückliegenden Jahrzehnten gewohnt waren. Warmer Sommer ja, aber keine Dauerhitze, Regen ja, aber keine Überschwemmungen, trockene Tage ja, aber keine Dürre. Denn dann kommt so gut wie jeder mit dem Wetter klar und kann auch Veranstaltungen mit Freude erleben. Solche Veranstaltungen, die auch wieder in diesem August in Oschersleben und in den Ortsteilen unter freiem Himmel stattfinden und von fleißigen Leuten mit viel Aufwand ehrenamtlich vorbereitet wurden und werden.
Mit einem Haus- und Hofflohmarkt in Schermcke ging das bereits am vergangenen Sonntag los. Auf dem Monatsprogramm unserer Stadt steht zudem unter anderem ein Sommerfest der BEWOS am 21. August auf dem Burggelände, ein Alikendorfer Simson-Treffen, das ein Wochenende später stattfindet, oder auch eine Radwanderung zum Pröbstling am 29. August. Und auch die katholischen Kirchengemeinden hätten nichts dagegen, am 15. August für das Fest Mariä Himmelfahrt akzeptables Wetter zu haben, wie am selben Tag auch alle Einschülerinnen und Einschüler nebst ihren Gästen.
Nach all dem künftigen Zweifel an alten Bauernregeln, hier noch eine landwirtschaftliche Weisheit, die immer richtig war und auf die wir uns auch in Zukunft ganz gewiss immer verlassen können: „Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder bleibt, wie es ist."
Bleiben Sie schön gesund.
Ihr Bürgermeister