Foto: Alan Binde (USA) / Michael Strobel
In der Ausgabe Nr. 6 des Erdachsenkuriers haben wir bereits eine stadtgeschichtliche Information sowie eine Interpretation zu einem ganz besonderen Kunstwerk in unserer Stadt vorgestellt. Es handelt sich um das große Wandgemälde in der ersten Etage des Rathauses mit dem Titel „Die Heimat ist gleich einer unversiegbaren Quelle“.
Geschaffen wurde dieses Werk vom Pausaer Malermeister Arno Hartmann, der damals in der Bismarckstraße Nr. 5 (heute: August-Bebel-Straße) lebte und arbeitete. Nun möchte der Heimatverein Pausa e.V. Ihnen auch den Menschen und Handwerker hinter dem Pinsel etwas näher vorstellen.
Arno Hartmann wurde am 15. Oktober 1884 im thüringischen Naitschau geboren. Er wuchs in einer großen Familie mit insgesamt sechs Kindern auf. Sein Vater, Wilhelm F. Hartmann, war gelernter Zimmermann und später als Fabrikweber tätig, während seine Mutter, Caroline H. (geborene Neubert), aus Oettersdorf stammte.
Zwei der Söhne verschlug es nach Pausa. Sowohl Arno als auch sein Bruder Gotthold (ebenfalls Malermeister) sind seit dem Jahr 1922 in den Pausaer Einwohnerbüchern verzeichnet. Während Gotthold ein Haus in der Birkenstraße 6 erwarb, schlug Arno Wurzeln in der Bismarckstraße.
Bereits im Jahr 1909 heiratete Arno Hartmann die Pausaerin Ida Milda Meißgeier (1885 -1941), deren Eltern Emil (ein Schiffchensticker) und Milda Meißgeier am Steinweg Nr. 3 wohnten. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor: 1910 wurde Sohn Helmut geboren, der später in die Fußstapfen seines Vaters trat und ebenfalls den Beruf des Malers erlernte. Im Jahr 1912 folgte Tochter Else Gerda. Sie heiratete später, nämlich 1943, den Pausaer Handelsgehilfen Alfred Fr. Reder aus der Zeulenrodaer Straße Nr. 8.
Das Jahr 1941 brachte jedoch tiefe Trauer über die Familie Hartmann. Wie so viele Familien in dieser Zeit mussten auch sie den schmerzhaften Verlust des Sohnes Helmut beklagen, der 1941 auf dem östlichen Kriegsschauplatz fiel. Nur kurze Zeit später verstarb im selben Jahr auch Arnos Ehefrau Ida.
Nach diesen schweren Jahren wagte Arno Hartmann im Jahr 1944 einen Neuanfang und heiratete ein zweites Mal im vogtländischen Limbach. Er blieb seiner Wahlheimat Pausa jedoch treu, wohnte weiterhin in der Bismarckstraße und bot dort den Pausern auch in den Nachkriegsjahren zuverlässig seine Dienste als Malermeister an. Bis zu seinem Tod blieb er fest mit Pausa verbunden: Am 2. Juni 1972 verstarb Arno Hartmann im Alter von 87 Jahren in Pausa.
Wenn Sie das nächste Mal das Rathaus besuchen, halten Sie in der ersten Etage kurz inne – sein Wandgemälde erinnert uns bis heute daran, wie wertvoll die eigene Heimat ist.
Trotz intensiver recherche ist es uns nicht gelungen, ein Foto von Arno Hartmann ausfindig zu machen. Falls ein Leser oder eine Leserin ein solches Foto haben sollte, ist der Heimatverein Pausa e.V. für einen Hinweis dankbar.