Mit dem nahen Kraftwerks-Aus zum 31.12.2028 stellt sich die Frage nach der sicheren und bezahlbaren Fernwärmebereitstellung sowohl für die Bewohner in der AWS, für viele Eigenheimbesitzer, die an die Fernwärme angeschlossen wurden, als auch für andere städtische Bereiche, wie z. B. das Einzugsgebiet Amtsverwaltung/Dammzollstraße.
Seit seiner Inbetriebnahme versorgte das Kraftwerk Jänschwalde über 40 Jahre lang die Fernwärmenetze von Cottbus und Peitz zuverlässig mit preiswerter Wärme durch die Entnahme von Dampf aus den für die Stromerzeugung verwendeten Dampfturbinen. Schon deutlich vor dem geplanten Aus der braunkohlebasierten Stromproduktion kündigte die LEAG den Kommunen an allen Lausitzer Kraftwerksstandorten, also auch der Stadt Peitz, die Fernwärmeversorgung zum 30.04.2026. Der Hintergrund für diese Entscheidung ist das in den sonnenreichen Monaten häufig vorkommende Überangebot regenerativer Energie aus Wind und Sonne im Stromnetz, welches zu einem extremen Absinken der Strompreise, die an den Strombörsen viertelstündlich aktualisiert werden, führt. Da in diesen Phasen ein wirtschaftlicher Kraftwerksbetrieb nicht möglich ist, kommt es zu einem kompletten Herunterfahren der Dampfturbinen und der Kraftwerkskessel und damit auch der Fernwärmeproduktion. Eine über das ganze Jahr bedarfsgerechte Fernwärmeversorgung ist in der bisherigen Art und Weise nicht mehr möglich.
Der für Peitz tätige Betreiber des Wärmenetzes enviaTHERM kündigte daraufhin im März 2025 eine ölkesselbasierte Übergangslösung an, um die Wärmeversorgung von Peitz während der beschriebenen Stillstandphasen des LEAG-Kraftwerks zu gewährleisten. Im Sommer 2025 entwickelte sich daraus plötzlich ein Verdrängungskonflikt, da die LEAG die Realisierung eines ohnehin für die Eigenversorgung benötigten größeren Ölkessels vorbereitete und beabsichtigte, das Fernwärmegeschäft komplett von der enviaTHERM zu übernehmen. Direkt bei einem persönlichen Treffen angesprochen auf die Besorgnis, dass dieser Streit auf Kosten der Versorgungssicherheit der Bevölkerung der Stadt Peitz ausgetragen wird, antwortet der LEAG-Chef Herr Adi Roesch gegenüber dem Amtsdirektor: „Herr Krüger, ich verspreche Ihnen, dass die Peitzer keine kalten Füße haben werden“. Seitens der Amtsverwaltung wurde trotzdem auf eine baldige Beilegung dieses Streits und ein klärendes Gespräch zwischen allen drei Parteien gedrängt. Nach längerem Hinhalten unter Verweis auf die zuvor genannte Aussage des LEAG-Chefs fand vor wenigen Tagen, am 15.01.2026, dieses Gespräch mit der LEAG und enviaTHERM statt, zu welchem der Peitzer Bürgermeister den Amtsdirektor begleitete. In einem intensiven guten Gespräch versicherten beide Streitparteien, dass sie auf dem Weg zur vertraglichen Einigung sind und die Fernwärmeversorgung von Peitz über den 30.04.2026 hinaus gewährleistet wird. Eine entsprechende gemeinsame Presseerklärung der LEAG, der enviaTHERM und der Amtsverwaltung soll erfolgen, wenn in den nächsten Wochen der Vertrag zwischen der enviaTHERM und der LEAG unterzeichnet wurde.
Natürlich ist es dringend notwendig, dass ab diesem Zeitpunkt die mittel- und langfristigen Planungen für die Fernwärmeversorgung über den 31. Dezember 2028 hinaus intensiv angegangen werden.