Dass der Strukturwandel in unserer Region immer noch ein aktuelles Thema ist, konnte man in der gut besuchten Veranstaltung Mitte Februar im Gemeindehaus Drewitz feststellen. Heiko Jahn, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH (WRL), und Jochem Schöppler, Geschäftsführer der Firma Euromovement, die sich um die Entwicklung des GRAL auf dem ehemaligen Gelände des Flugplatzes Drewitz kümmern, kamen auf Einladung des Fördervereins zum Erhalt der Drewitzer Dorfkirche nach Drewitz und informierten die Zuhörer von den Bemühungen, neue Wirtschaftsstrukturen in unserer Region aufzubauen. Hintergrund: Die DDR hatte zur Wendezeit 17 Mio. Einwohner, heute leben auf dem Gebiet der ehemaligen DDR rund 12 Mio. – In der Lausitz waren 1989 ca. 80.000 Menschen „in der Braunkohle“ beschäftigt, heute sind es ca. 8.000. Um diese Verluste zu kompensieren und der Lausitz mit neuen Industrie- und Gewerbeansiedlungen neues Leben einzuhauchen, stellt der Bund dem Land Brandenburg 10,3 Mrd. € zur Verfügung. Diese Gelder fließen u.a. in Leuchtturm-Projekte wie die Medizinische Universität Cottbus oder das Eisenbahnausbesserungswerk. Ein Teil dieser Gelder wird von der WRL auch in Projekte im SPN-Kreis investiert. Wie schwierig es zuweilen ist, neue Gewerbe in unserer Region anzusiedeln, konnte man dem Vortrag von Jochem Schöppler entnehmen. In dem von ihm gegründeten GRAL soll Wasserstoff als klimaneutraler Energieträger hergestellt werden. Die gut informierten Zuhörer wiesen auf die „wunden Punkte“ bei der Erzeugung von Wasserstoff hin: Hoher Energiebedarf (Photovoltaik und Windkraft) und ausreichendes Wasser in einer wasserarmen Umgebung. Die Zuhörer verließen die Veranstaltung mit zwiespältigen Gefühlen, aber etwas schlauer.