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Peitzer LandEcho - Beilage: Amtsblatt für das Amt Peitz mit seinen Gemeinden
Ausgabe 5/2026
Nichtamtlicher Teil
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725 Jahre Peitz - eine persönliche Anmerkung zum Peitzer Stadtwappen

Abb. 1: Älteste Abbildung des Peitzer Stadtsiegels aus dem Jahr 1562

Abb. 2: Ausschnitt aus dem Peitzer Amtsbuch von 1554

Abb. 3: Der Peitzer Kirchensprengel, der Kirchensprengel Groß-Lieskow (blau) und der Kirchensprengel der (wendischen) Klosterkirche Cottbus (braun) mit den Gemeinden im Amt Peitz des 16. Jahrhunderts, heutige Amt Peitz Ist rot umrandet, © Dr.-Ing. Frank Knorr

Peitz feiert 725 Jahre Stadtgeschichte. Spremberg auch. Beide werden in einem nicht vollzogenen Kaufvertrag von 1301 genannt und können keine älteren Urkunden vorweisen, sind aber älter. Feuer vernichteten im 16., 17. und 20. Jahrhundert die archivierten Peitzer Schriftstücke und löschten sehr vieles aus dem Gedächtnis der Stadt. Das erste Drittel ihrer Geschichte ist rätselhaft, im zweiten sind wenigstens die herrschaftlichen Verhältnisse und dank des ehemaligen Peitzer Lehrers Franz GROGER etwas städtische Zeitgeschichte abgebildet und das letzte Drittel hat in den vergangenen Jahren wieder ein wenig Gestalt gewonnen. Schon unser Stadtwappen gibt Rätsel auf. Abgesehen von dem Streit, ob ein Falke, eine Taube oder ein Rabe abgebildet ist, ist völlig unklar, was die Zahlen 8 und 5 bedeuten. Nur sehr wenige Stadtwappen haben, von Spanien und Italien abgesehen, Zahlen abgebildet. Peitz trägt also eine bemerkenswerte Besonderheit deutscher Städte im Wappen. Der Gedanke, dass es ein Hinweis auf eine vermutete Stadtgründung im Jahre 1285 sein könnte, ist Wunschdenken. In die Gründungsreihe Luckau 1276, Calau 1279 und Lübben 1288 würde Peitz zwar gut passen, aber es lag im Gegensatz zu den genannten Städten an keiner von West nach Ost führenden ehemaligen Heerstraße wohl als befestigter Platz in einem dicht bewaldeten Sumpfgebiet. Selbst für eine Burg zu damaliger Zeit haben die Archäologen und Historiker noch keinen Beweis gefunden. Eine symbolische Deutung der Zahlen, die 8 für den neuen Menschen durch Christus und die 5 für das Pentagramm zur Abwehr des Bösen, werden von Heraldikern ausgeschlossen, weil die Zahlenmystik erst später aufkam. Im „Privileg Zittauisches Historisches, Topographisches, Biographisches Tage-Buch, der neusten in- und ausländischen Gegebenheiten und Anmerkungen“ aus dem Jahre 1786 soll auf Seite 156 stehen, dass 1562 der Peitzer Magistrat vom Markgraf Johann V. aufgehoben, und die Stadtgeschäfte durch den in Cottbus angesetzten Hofrichter Paul VON BEYER bis 1585 verwaltet wurden. Der Peitzer Magistrat wurde erst wieder 1585 eingesetzt und würde seither im Wappen die 8 und die 5 tragen. Diese Schlussfolgerung ist aber zu schön um wahr zu sein, weil bereits in der ältesten erhaltenen Abbildung des Stadtwappens aus dem Jahr 1562 die beiden Zahlen abgebildet sind.

 

 

Im Peitzer Amtsbuch von 1554 werden „der Heide wärts“, also nördlich, acht Dörfer genannt, die zum Amt gehören: Drehnow, Drachhausen, Schmogrow, Fehrow, Preilackk, Tauer, Drewitz und Jänschwalde.

 

 

Auf der anderen Seite von Peitz (südlich) werden die fünf Orte Maust, Neuendorf, Bärenbrück, Heinersbrück und Groß-Lieskow genannt und die näher an Cottbus gelegenen Dahlitz, Zahsow, Schmellwitz, Skadow, Merzdorf und Klein-Lieskow.

 

 

Ich beschäftige mich mit Volker LIEBMANN seit über zehn Jahren mit der Frage nach der Bedeutung der Zahlen im Stadtwappen und habe keine bessere Antwort gefunden. Meine Annahme, dass die Zahlen für die Orte im jeweiligen Kirchensprengel im Amt Peitz stehen, fand ich, als ich las, dass 1548 der Peitzer Pfarrer Caspar DICKBEIN den Auftrag zur Erneuerung des abgenutzten Stadtsiegels erhielt. Man müsste in Erfahrung bringen, welchen Zuschnitt die Kirchensprengel in den Jahrhunderten hatten. Aber darüber gibt es noch weniger Nachricht, als über die Geschichte von Peitz. Vielleicht übersetzt eines Tages die Künstliche Intelligenz das alte Kirchenlatein aus dem Bistum Meißen den Anfang unserer Stadtgeschichte.

Freundeskreis Peitzer Regionalgeschichte
Friedrich Bange