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Peitzer LandEcho - Beilage: Amtsblatt für das Amt Peitz mit seinen Gemeinden
Ausgabe 5/2026
Nichtamtlicher Teil
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Bilder: nicht mit Händen, sondern mit Flügeln gemalt!

In der evangelischen Stadtpfarrkirche Peitz geschah am 6. Mai etwas, das man nicht alle Tage hört: Zwei neue Flügel, ein Grotrian-Steinweg und ein August Förster, traten erstmals gemeinsam in Erscheinung. Nicht als Konkurrenten, eher wie zwei Charaktere eines Gesprächs. Und wer hätte geeigneter sein können, diese Unterhaltung zu führen, als Veronika Glemser und Wolfgang Glemser?

Florestan hätte wohl zuerst von der Kraft des Abends gesprochen. Schon Rachmaninoffs „Toteninsel“ ließ keinen Zweifel daran, dass hier nicht bloß musiziert, sondern gestaltet wurde. Die vierhändige Bearbeitung entfaltete auf erstaunliche Weise orchestrale Räume; düstere Wellenzüge liefen durch das Kirchenschiff, darüber ragten kantige Höhepunkte wie schwarze Felsen aus dem Meer. Besonders eindrucksvoll war, wie präzise beide Pianisten die Architektur des Werkes freilegten, ohne je in bloßen Effekt zu verfallen.

Eusebius hingegen hätte vielleicht länger bei den leisen Dingen verweilt. Bei den Momenten der ersten Suite für zwei Klaviere, in denen sich die beiden Instrumente nicht bekämpften, sondern gegenseitig beleuchteten. Der warme, singende Ton des einen Flügels antwortete auf die hellere Klarheit des anderen; manchmal schien es, als würden sich zwei unterschiedliche Landschaften langsam ineinander verschieben. Gerade in „Les Larmes“ entstand eine seltene Ruhe, die das Publikum beinahe atemlos werden ließ.

Nach der Pause trat Wolfgang Glemser mit Mussorgskis „Bildern einer Ausstellung“ allein an den Flügel. Er spielte das Werk nicht als bloße Virtuosenparade, sondern als Folge lebendiger Szenen. Die „Promenaden“ verbanden die Bilder wie ruhige Schritte durch eine Galerie, während „Bydlo“ schwer und unerbittlich heranrollte und die „Hütte auf Hühnerfüßen“ mit beinahe orchestralem Furor aufflammte. Besonders gelungen war dabei die Balance zwischen klanglicher Wucht und erzählerischer Klarheit.

Dass Wolfgang Glemser den Abend moderierte, erwies sich als Gewinn. Seine kurzen Einführungen öffneten Zugänge zu den Werken, ohne deren Geheimnisse zu zerreden. So wurde dieses Konzert nicht nur zur Präsentation zweier hervorragender Pianisten, sondern auch zur feierlichen Würdigung zweier völlig unterschiedlicher, aber doch harmonierender Instrumente, die in der Kulturkirche künftig noch manche Geschichte erzählen dürften.

R.S.