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Peitzer LandEcho - Beilage: Amtsblatt für das Amt Peitz mit seinen Gemeinden
Ausgabe 6/2026
Nichtamtlicher Teil
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Aktuelles aus der Amtsbibliothek

 

Sommerzeit ist Gartenzeit – natürlich! Vom Graben und Pflügen, Säen und Pflanzen, Hacken und Unkraut jäten, Gießen und nochmals Gießen bis hin zum Ernten gibt es einfach immer reichlich zu tun. Doch mal ehrlich: zwischendurch möchte wohl jeder sein Gartenglück auch mal untätig genießen. Das Gießen beschränkt sich auf die Morgen- und Abendstunden, während das Unkraut ja sowieso von allein wächst.

Warum also nicht die freie Zeit des Tages nutzen, um mal wieder Ihrer Amtsbibliothek einen Besuch abzustatten? Verschiedenste Gartenbücher mit zahllosen Tipps und neuen Ideen zur Gestaltung Ihrer kleinen grünen Oase finden Sie dort ganz bestimmt. Die Auswahl an spannenden Schmökern und leichter Sommerlektüre ist zudem so groß, dass Sie selbst die heißesten Stunden der Julihitze im kühlen Schatten ohne jede Langeweile überstehen. Egal, ob Jung oder Alt, eine passende Lektüre gibt es für jede Altersgruppe.

Allerdings möchten wir Sie einladen, nicht allein zum Stöbern und Ausleihen in der Bibliothek vorbeizukommen. Verbinden Sie Ihren Besuch in der Peitzer Schulstraße 8 doch zugleich mit einem Spaziergang durch unsere neue Ausstellung. „Verbrannte Orte – Die Bücherverbrennungen von 1933“ lautet der Titel einer hochspannenden Wanderausstellung, die wir Ihnen während der Sommermonate in unseren Räumlichkeiten präsentieren dürfen.

Ausgehend von einem Buch über die nationalsozialistischen Bücherverbrennungen hat sich Jan Schenck, der Initiator des Projektes „Verbrannte Orte“, eingehender mit dieser Thematik beschäftigt. Dass es seinerzeit Bücherverbrennungen gegeben hat, ist allgemein bekannt. Schon wenige Wochen nach ihrer Machtübernahme kultivierten die Nationalsozialisten ihre Einschüchterungspraktiken. Es kam zu Plünderungen, Durchsuchungen und Verhaftungen, denen an einigen Orten spontane Bücherverbrennungen folgten. Im Zuge dessen erstellten sie zudem eine „Liste des undeutschen Geistes“, auf der sich die Namen von 131 Autoren befanden. In mehr als 20 Städten wurden die Bücher dieser Autoren am 10. Mai 1933 auf öffentlichen Plätzen verbrannt. Schon etwas weniger bekannt ist die Tatsache, dass es auch über diese systematischen und zentral organisierten Verbrennungen hinaus zu weiteren, lokal organisierten Aktionen kam.

Neben der großen Zahl an Schriftstellern, die geächtet wurden, gibt es daher viele Städte, in den Bücherverbrennungen stattgefunden haben. Sichtbar sind diese Orte jedoch keineswegs. Es fehlt nicht nur an Gedenktafeln, auch sonstige Hinweise sind rar bis nicht vorhanden. Die Wanderausstellung „Verbrannte Orte – Die Bücherverbrennungen von 1933“ ist zumindest ein Baustein, um dieser Lücke an Informationen etwas entgegenzusetzen. Sie zeigt die Hintergründe, Phasen und Akteure der Bücherverbrennungen, berichtet von betroffenen Schriftsteller/innen und geht darüber hinaus auf die Bedeutung von Meinungsfreiheit in der heutigen Zeit ein.

Wem das zu wenig ist, wer noch etwas mehr dazu wissen will, ist außerdem am Dienstag, 18. August 2026, um 18:30 Uhr eingeladen, einem interessanten Vortrag beizuwohnen. Begleitend zur Austellung wird Jan Schenk dann über „Verbrannte Orte – Orte der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen“ berichten und das gesamte Projekt noch etwas konkreter vorstellen. Sie sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

 

 

 

Claudia Mertsch