Für das 30. Jubiläum des Wendischen-Deutschen Heimatmuseums hatte Museumsleiterin Rosi Tschuck zur Museumsnacht am 5. September mit ihrem Team der freiwilligen Helfer gleich mehrere tolle Höhepunkte vorbereitet. Wer sich entschieden hatte, um 17.00 Uhr in der Kirche die Eröffnung mit einem Konzert der beiden Jänschwalder Chöre „Frauenchor“ und „Frohsinn“ um Chorleiter Gerald Schön zu besuchen, konnte sich über ein wunderbares musikalisches Erlebnis freuen. Beide Chöre besangen in deutscher und sorbischer Sprache teils gemeinsam und teils im Wechsel die Schönheiten der Natur zum Sommerende und Herbstbeginn. Besonders der gemeinsame Gesang erfüllte klangvoll den Kirchenraum und begeisterte die zahlreichen Zuschauer. Gerald Schön hatte in den letzten Jahren beide Chöre zu einer musikalischen Einheit geformt und seine Leidenschaft und Freude für den Gesang ganz sicher auf die Frauen und Männer übertragen.
Sein eigenes großartiges Können als Solist gab er dann im zweiten Teil zum Besten. Begleitet vom Akkordeonspieler Vasyl Kravchuk fühlten sich die Zuschauer von seiner Stimmgewalt wie verzaubert und folgten ihm andächtig in die Natur der Lausitz, nach Ungarn, nach Italien und in die 20er Jahre. Es war ein Genuss, ihm zuzuhören und seinen Anspruch „Freude in die Herzen zu bringen“, hat er voll erfüllt, wie der begeisterte Beifall bewies. Simone Erb, Chorsängerin im Vokalensemble Lausitz, war extra aus Drewitz gekommen, um Gerald Schön einmal singen zu hören. Sie war ebenfalls sehr beeindruckt von seiner Stimme und den beiden Chören und erzählte: „Unsere Chöre haben demnächst einen gemeinsamen Auftritt in einer Kirche in Cottbus/Chóśebuz. Heute waren zwei Lieder dabei, die wir in deutscher Sprache singen und der Chor hat es in sorbischer Sprache gesungen. Es war schön, das zu hören."
Die Stunde verging wie im Fluge und weiter ging es zum Programm auf den Pfarrhof. Dort waren die Sitzbänke auch schon sehr gut gefüllt. Mit der offiziellen Begrüßung der Ehrengäste Herrn Koch als Dezernent beim Landkreis Spree-Neiße/ Wokrejs Sprjewja-Nysa, Herrn Badtke als Bürgermeister der Gemeinde Jänschwalde/Janšojce, Herrn Dabo als Ortsvorsteher Jänschwalde-Dorf/Janšojce -Wjas und Frau Ursula Starick als langjährige Leiterin des Museums wurde die Museumsnacht in diesem Rahmen durch Rosi Tschuck noch einmal eröffnet.
Ein weiterer Höhepunkt war die feierliche Inbetriebnahme des historischen Webstuhls in der Museumsscheune. Einen großen Anteil daran, dass er wieder in Gang gesetzt wurde und jetzt funktioniert, hatten Frau Uschi und Herr Rüdiger Niewidok aus Peitz/Picnjo. Anja Stubenhöfer aus Bärenbrück/Barbuk hatte sich gemeinsam mit Rosi Tschuck mit der Technik und dem Weben vertraut gemacht und den Webstuhl aufgebäumt. Feierlich wurde durch Herrn Koch, Familie Niewidok und zwei kleinen Mädchen das Band vor dem Webstuhl durchschnitten und Anja Stubenhöfer zeigte einen kleinen Webvorgang, mit dem sich mutig und erfolgreich auch Herr Koch versuchte.
Trotz Regenguss ging das Programm auf dem mit Planen überdachten Pfarrhof mit einer Laudatio des langjährigen ehemaligen Ortsvorstehers Günter Selleng weiter. Er schilderte die Entwicklung ab 1994 von der Idee des Umbaus der ehemaligen Schule zu einem mit Leben erfüllten großartigen Ensembles mit Pfarrscheune, ehemaligen Stallungen, in denen teils einmalige historische Kulturgüter zu bestaunen sind.
Zu diesen Kulturgütern gehören auch wendischen Trachten aus der Region, die in einer von Rosi Tschuck moderierten kurzweiligen Modenschau von Jänschwalder Models verschiedenen Alters auf einem Laufsteg vorgestellt wurden. Begleitet haben das Ganze mit mittelalterlicher Musik Gerald Schön und Gerhard Pauker, einem gebürtigen Jänschwalder und bekannt durch seine wendische Folkloregruppe „Drjewjanki“. Einen lustigen Abschluss bildeten drei Jugendliche in typischer früherer Arbeitskleidung, die durchaus geflickt und verschlissen war. Trotz inzwischen recht abgekühlter Temperaturen erfreuten sich doch noch viele Besucher an den beliebten Klängen der Jänschwalder Blasmusikanten und ließen dabei den Abend ausklingen.