Und? Wie hältst du es mit dem Karpfen?
Was früher – im doppelten Sinne – eine echte Grätchenfrage war, sollte sich heute leicht und eindeutig beantworten lassen. Sonst hätten die Peitzer Karpfenwochen ihren Sinn verfehlt. Denn beim Karpfen geht es längst nicht mehr nur darum, ob er einem schmeckt. Für uns Peitzer Ländler ist der Peitzer Karpfen kein Nahrungsmittel unter anderen, sondern ein Stück regionale Identität. Und deshalb gibt es in diesem Jahr vier Antworten auf die Peitzer Grätchenfrage:
Sie können ihn essen. Das ist und bleibt immer noch der beste Weg, den Peitzer Karpfen zu erleben. Dreizehn Häuser servieren in diesen Wochen Peitzer Karpfen. Im letzten Heft standen der redliche Fischtopf, die Consommé mit Karpfenklößchen, das Meerrettich-Espuma und, ja, das Karpfensushi. Das war es aber noch lange nicht: Karpfenmatjes, Karpfenfilet mit Apfel-Meerrettich-Kruste, „Fish & Chips" im Bierteigmantel und für die Freunde der gehaltvollen Kombination Karpfenfilet im Speckmantel auf Rotweinpflaumen. Die vollständige Karte finden Sie auf dem „Peitzer Karpfenwochen Megaflyer“ und auf karpfenwochen.peitz.de.
Sie können ihn ergründeln. Das ist neu in dieser Dichte. In diesem Jahr wie in keiner Ausgabe der Peitzer Karpfenwochen zuvor steht Vermittlung ganz oben auf dem Tableau. Fachliche Vorträge gab es beispielsweise in vergangenen Jahren immer mal wieder, waren aber nicht die Regel in den Themenwochen, in diesem Jahr sind es gleich drei an zwei verschiedenen Vortragsorten. Alle, die lieber an der frischen Luft lernen, können zu drei Terminen bei Wanderungen durch das Peitzer Teichgebiet zu drei ganz verschiedenen Themenbereichen Wissen und „Aha“ aufgebauen. „Aha“ und „Oho“ soll es auch ganz haptisch geben: Für die Jüngsten gibt es auf der neuen Website der Peitzer Karpfenwochen ein Teich-Memory und für die echte, nicht virtuelle Welt ein Mal- und Wissensbuch mit den Tieren und Pflanzen der Teichlandschaft, bei dem man zum Beispiel nebenbei erfährt, dass der Bitterling seine Eier einer lebenden Teichmuschel anvertraut.
Sie können ihn selbst erfinden. Die musikalische Reise durch das Fischereimuseum für 3 bis 6-jährige und deren elterliche Begleitung „Wie ein Karpfen im Teich“ ist nun auch schon feste Tradition der Karpfenwochen. Dort wird musiziert, gespielt, erfahren. Nun folgt dem Kreativformat für die jüngsten erstmals eines für die Großen. Am 9. Oktober lädt Johanns Kreativwerkstatt Erwachsene ins Hüttenwerk. Was alles genau handwerklich entstehen könnte, bleibt zum Zwecke der Neugier noch eine Überraschung, aber Glasfusing könnte durchaus dabei sein. Vorerfahrung ist ausdrücklich nicht nötig, eine Voranmeldung unter museum@peitz.de dagegen zwingend. Wer lieber schreibt als schmilzt hatte/hat noch bis zum 01.10. Zeit: Der neue Literaturpreis „Schuppe, Blatt & Federkiel" wird am 28. Oktober um 16.30 Uhr in der Amtsbibliothek vergeben, die besten Texte werden an diesem Nachmittag öffentlich vorgetragen.
Sie können ihn leben und feiern. Nicht zuletzt bleiben die Erlebnisformate ein fester Teil der kulinarischen Wochen. Am 25. Oktober läuft „Der müde Tod" von Fritz Lang auf der Fassade des Hochofens, während der britische Organist Jack Day hoch oben auf der Gichtbühne an der Schuke-Werksorgel improvisiert. Und dann, am letzten Oktoberwochenende, kommt das, worauf alles zuläuft: Am 31. Oktober und 1. November steigen die Peitzer Fischer zum 29. Großen Fischzug in den Hälterteich. Man steht am Ufer, sieht die Netze enger werden, das Wasser kochen, die Bottiche volllaufen. Drumherum Fischmarkt und Räucherfisch, Klemmkuchen, Aluminiumschaugießen, Schaustricken von Fischernetzen, Kahnfahrten, Schmiedehandwerk und Kinderkarussell, das ganze wundervolle Programm!
Am Samstag spielen dazu die Saspower Dixieland Stompers ab 10:00 Uhr im Festzelt. Um 14:00 Uhr ist Ravi Srinivasan im Produktenmagazin zu erleben. Er erzählt Märchen und Tiergeschichten aus dem Dschungel für alle Altersgruppen, besonders aber für die Kleinen. Dabei spielt er Instrumente aus der ganzen Welt, u.a. die indischen Trommeln Tabla und Ghatam, die nigerianische Udu, Schlitztrommeln, Holzperkussion und singt und pfeift. Und um 15:00 Uhr gastiert dann das Pulsar Trio wieder im Zelt. Auf der Jagd nach dem perfekten musikalischen Moment agiert das Trio instinktiv wie ein einziger Organismus und mit einem über die Jahre entwickelten, gemeinsamen und untrüglichen Gespür für den ureigenen Klangkosmos. Sonntags wird um 10.00 Uhr traditionell Gottesdienst in der Hochofenhalle gefeiert, der Shantychor „Die Seebären" füllt danach das Festzelt mit Leben und Gesang. Wer sich in diesen prallgepackten Wochen und nach diesem Festwochenende vom Feiern endlich hat anstecken lassen, kann seinen neu- oder wiedergewonnenen Regionalpathos auch weit über die Peitzer Karpfenwochen hinaus mit den Artikeln der zugehörenden Produktlinien "KarpFAN" und "Star im Teich" unter Beweis stellen. Ein T-Shirt zum Beispiel tragen.
Vier Antworten also. Wenn Sie bis zum 1. November keine davon gegeben haben, werden Sie die Frage wohl im nächsten Jahr noch einmal gestellt bekommen. Wir werden nicht lockerlassen!