Der Spielzeugtag ist etwas im Tagesablauf von Kindertagesstätten, was noch nicht allzulange praktiziert wird. Also warum genau wurde dies eingeführt obwohl es früher scheinbar nicht benötigt wurde? Zuersteinmal muss sich jede Kindertagesstätte selbst darüber ein Bild machen, ob der Einsatz dieses Angebotes als sinnvoll erachtet wird. Schließlich kann dieser neben vielen positiven Aspekten, auch kritische Situationen hervorrufen.
Als Idee des Spielzeugtages diente der Gedanke, Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre eigene spielerische Vorliebe mit in den Kitaalltag zu integrieren. Ebenso ist es ein wünschenswertes Ergebnis, dass der Austausch der Spielzeuge untereinander die Kommunikation fördert. Denn schließlich wird von den Kindern genaustens überlegt, wie sie eine Frage formulieren müssen, damit ein Tausch um ein begehrtes Spielzeug auch gelingt. Nicht selten, so wurde von mir beobachtet, ist das eigene Spielzeug beim Anblick der gesamten Auswahl nicht mehr interessant. Als Tauschobjekt eignet es sich allerdings hervorragend.
Der Spielzeugtag in der Kita „Zwergenstübchen“ in Plessa ist bei den Kindern sehr beliebt und wird erwartet. Zu Gast in der Vorschule war es ein Paradies an verschiedenen großen und kleinen Fahrzeugen, was sich in den Morgenstunde aufbaute. Damit war mir bereits klar, dass der Bauteppich sich heute rasant füllen wird und sicherlich mehr Platz benötigt. Also wurden kurzerhand Tische verrückt und Raum geschaffen, um den Spielinteressen der Kinder zu entsprechen. Es ist eine Freude den Kindern dabei zuzuschauen, wie Bausteine zu Mauern und Türmen errichtet werden um anschließend mit einem Kran wieder zu demontieren.
Doch nicht nur das Spiel allein ist es wert genauer hinzuschauen. Die Kommunikation ist an diesem Tag eine andere. Denn neues Spielzeug verändert den Blick der Kinder für den gesamten Raum. Sie genießen es, ihr eigenes Spielzeug zu erklären, darüber bestimmen zu können und es in den gewohnten Spieleablauf zu integrieren.
Natürlich sind auch Streitthemen dabei hervorsehbar. Denn nicht jedes Interesse entspricht dem eines anderen und nicht jeder Tausch gelingt. Es ist Abwarten und Geduld gefragt und in der Zeit des Wartens, entdeckt sich wiederum ein weiteres interessantes Objekt.
Amüsanter Weise haben sich die Jungen und Mädchen für eine klassische Rollenverteilung an diesem Tag entschieden. Die Jungen wie bereits erwähnt, auf dem Bauteppich. Die Mädchen mit mitgebrachten Puppen und Haustieren in der Küchenecke. Alle Kinder waren an diesem Tag sehr vertieft in ihr Spiel. Das Aufräumen war dann verständlicher Weise besonders ärgerlich. Denn so liebevoll aufgebaut, möchte man nicht alles wieder in Kisten verstauen.
Für uns hier in der Kita „Zwergenstübchen“, ist der Spielzeugtag ein fest Bestandteil geworden, der sich einmal im Monat wiederfindet. Denn auch für uns ist es interessant, was das momentane Interesse der Kinder weckt.
In diesem Sinne wünschen wir allen Lesern einen Sack voller interessanter Dinge zum entdecken und staunen.