Ein beeindruckender Lebensweg- von den harten Jahren auf Montage quer durch die Bundesrepublik bis hin zum „Herzstück“ der lokalen Gemeinschaft in Plessa. Man spürt förmlich die Erleichterung über den beruflichen Wechsel im Jahr 2015 zum Amt Plessa und den Stolz auf das, was danach kam.
Bis zum 53. Lebensjahr waren die Autobahnen sein zweites Zuhause. Der Straßenbau war kein Job für Zartbesaitete. Bundesweite Einsätze und Arbeitstage, die inklusive der Rückreise aus Orten wie Osnabrück bis zu 23 Stunden dauerten, waren für Frank Raum keine Seltenheit. Die Sehnsucht nach der Heimat Plessa war dabei ein ständiger Begleiter.
Zum 01.01.2015 wendete sich das Blatt. Als die Zusage für die Stelle als Vorarbeiter im Bauhof kam, war die Ungläubigkeit groß- es wurde lieber zweimal nachgefragt, ob das Bewerbungsverfahren von Erfolg gekrönt war. Frank Raum wollte ruhiger treten, stellte aber fest, dass er sich die Arbeit im Bauhof des Amtes Plessa anders vorgestellt und diese unterschätzt hatte. „Schule ist das eine, Erfahrung das andere. Sie ist das, was man in der Schule nicht lernt.“ Die Tätigkeiten im Bauhof waren vielfältig und herausfordernd. Noch dazu musste er im Rahmen seiner Aufgaben seine Heimat bis in ihre letzten Winkel neu kennenlernen.
In der Freiwilligen Feuerwehr groß geworden – von 2009 bis 2021 war er Ortswehrführer in Plessa – lernte er, dass auch der Bauhof eine Art Feuerwehr 2.0 ist. Im Auftrag des Amtsdirektors mussten viele Probleme kurzfristig und zügig zur Zufriedenheit der Bürger und Bürgerinnen gelöst werden. Mindestens 20-30 Telefonate wurden am Tag entgegengenommen, fast 100 km täglich für die Erledigung der Aufgaben zurückgelegt: Schlaglöcher oder umgestürzte Bäume wurden beseitigt oder spontan für Gemeindefeste noch die Ausstattung beschafft – dies alles koordinierte Frank Raum und packte auch selbst mit an.
„Ich habe meine Heimat nach all den Jahren in der Ferne neu bis in den letzten Winkel kennen- und schätzen gelernt“, fasst Frank Raum die Zeit nach 11 Jahren Tätigkeit im Amt Plessa zusammen.
Pünktlich zum Tag der Arbeit tauscht er nun die Warnweste gegen das Reisegepäck. Der „Unruhestand“ ruft – und mit ihm Zeit für Familie, Freunde und das Wesentliche im Leben.
Wir wünschen ihm alles Gute, vor allem Gesundheit für den kommenden Lebensabschnitt und sagen herzlich Danke!