Schon sehr früh in der Kulturgeschichte hatten die Menschen entdeckt, dass Ton und Lehm in feuchtem Zustand formbar sind und nach dem Trocknen hart werden. Aus diesen getrockneten Lehmsteinen bauten sie Mauern, hohe Türme und Befestigungen. Ebenso früh war bekannt, dass man aus Ton kleine Figuren formen und im Feuer härten konnte. Beide Entwicklungen vollzogen sich unabhängig voneinander an verschiedenen Stellen der Erde, dort, wo die wandernden Nomaden sesshaft wurden, also im Orient, in weiten Teilen Asiens und Amerikas, im innersten Afrikas und bei den Völkern des Mittelmeerraumes.
Abbildung unten: Tongewinnung, Tonaufbereitung, Formgebung, Trocknung und Brand sind seit jeher die wichtigsten Arbeitsphasen der Ziegelherstellung.
net und mit periodischen Öfen gebrannt wurden, und der industriellen Fertigung, bei der sukzessiv die menschliche Arbeitskraft durch Maschinen ersetzt und automatische Produktionsabläufe entwickelt wurden. Die handwerkliche Fertigung hat sich vom Altertum bis ins 19. Jahrhundert kaum verändert. Danach gab es schrittweise Übergänge zu maschinellen, industriellen Fabrikationsverfahren bei der Gewinnung und Aufbereitung, Formgebung und Trocknung sowie bei der Einführung von kontinuierlichen Brennmethoden.
Die handwerkliche Ziegelfertigung
Bereits vor gut 15.000 Jahren gab es - belegt durch moderne Untersuchungen von Funden in Mesopotamien und im Schlamm des Nilstromes - ungebrannte Lehmziegel. Erste gebrannte Mauerziegel sind aus der Zeit um etwa 4500 v. Chr.
Ziegelrohlinge werden auf dem Plan und in überdachten Trockenschuppen natürlich getrocknet und danach in offenen Feldöfen gebrannt. Im Hintergrund ist ein brennender Ofen sichtbar, aus dem vorderen werden die fertig gebrannten Steine ausgeräumt.
aus Knossos auf Kreta bekannt. Dachziegel sind seit etwa 2300 v. Chr. am Haus des Zieglers in Miloy bei Argos von Schriftstellern überliefert. In der griechischen und besonders in der römischen Antike gehörte das Bauen mit Lehmsteinen und Ziegeln zur Bautradition.
Den römischen Legionären ist es zu verdanken, dass im 1. Jahrhundert n. Chr. die Kunst des Ziegelbrennens auch in dem Gebiet nördlich der Alpen Fuß fasste. Diese Blüte der Ziegelherstellung dauerte bis etwa 400 n. Chr. an. Mit dem Rückzug der Römer geriet die Ziegelherstellung wieder in Vergessenheit.
Einen Neubeginn gab es im Jahr 794, als Karl der Große das Dekret erließ, alle Dächer der Kaiserpfalzen mit gebrannten Dachziegeln einzudecken.- Im Mittelalter übernahmen bis ins 14. Jahrhundert die Klosterziegeleien und die herrschaftlichen Ziegeleien der neu gegründeten Städte und Machtzentren
Die Mechanisierung in der Ziegelindustrie begann bei der Tonaufbereitung und der
Formgebung. Die ersten Ziegelformmaschinen kamen Anfang des 19. Jahrhunderts auf den Markt. Es waren noch periodische Streichmaschinen und Kolbenpressen, die nach jeder Kolbenbewegung individuell angehalten und befüllt werden mussten.