Am 27. August 2026 lud die Gemeinde Rackwitz zur zweiten Bürgerveranstaltung zum geplanten Rechenzentrum Zschortau-Rackwitz in die Turnhalle der Grundschule Zschortau ein. Rund neun Monate nach der ersten Bürgerinformation im November 2025 informierten sich mehr als 200 Rackwitzerinnen und Rackwitzer über den aktuellen Planungsstand.
Bürgermeister Steffen Schwalbe eröffnete den Abend gemeinsam mit Andreas Schmidt, Geschäftsführer der AM:PM Grund Rackwitz GmbH, die Moderation übernahm Fritjof Mothes vom StadtLabor. Nach einem Überblick über Projekt und Verfahren konnten sich die Gäste an sieben Fachthemenständen zu allen relevanten Themenbereichen – Bebauungsplan, Artenschutz und Umwelt, Verkehr, Schallschutz, Wasser, Betrieb von Rechenzentren sowie Gemeinde Rackwitz – mit Sachverständigen und Gutachtern austauschen. Eine gemeinsame Auswertung rundete den gut zweieinhalbstündigen Abend ab.
Verfahrensrechtlich befindet sich das Projekt in der frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung zur Änderung des Bebauungsplans „Gewerbepark Zschortau/Lemsel". Der Vorentwurf liegt im Rahmen dieser frühzeitigen Offenlage noch bis zum 13. September 2026 öffentlich aus, alle Bürgerinnen und Bürger können dazu Stellung nehmen. Erst danach folgt die Überarbeitung zum Entwurf und dessen förmliche Auslegung, voraussichtlich 2027.
Kernstück der geplanten Bebauungsplanänderung ist die neue Festsetzung als „Sonstiges Sondergebiet Hochtechnologie". Sie beschränkt die Nutzung auf Rechenzentren, Hochtechnologie sowie Forschung und Entwicklung, und damit viel enger als der bisherige, seit 1992 rechtsgültige Bebauungsplan. Zudem verkleinert sich überbaubare Fläche dabei um rund ein Drittel auf knapp 32 Hektar, der westliche bisherige Baubereich dauerhaft zu Ausgleichs- und Landwirtschaftsfläche wird. Ausgeschlossen werden könnten damit zukünftig so verkehrs- und lärmintensive Ansiedlungen wie Industriebetriebe und Logistikhallen.
Vorgestellt wurden zudem der Umgang mit Verkehr (nur rund 436 zusätzliche Fahrzeuge täglich über eine neue Ostzufahrt an die B 184, im derzeit gültigen B-Plan deutlich mehr möglich), Lärm (feste, rechnerisch nachgewiesene Lärmkontingente) und insb. der Umgang mit Trink- und Grundwasser. Die Kühlung erfolgt in einem geschlossenen Kreislauf ohne Trink- oder Grundwasserentnahme, dessen Nutzung für Kühlzwecke im B-Plan ausgeschlossen werden soll, Regenwasser wird im Gebiet gehalten und der Alt-Lober ökologisch gestärkt. Die Abwärme soll künftig so weit wie möglich in ein Fernwärmenetz eingespeist werden.
Mehrere Hinweise aus der ersten Bürgerveranstaltung flossen bereits in die Planungen ein. Die Hauptzufahrt wurde vom Norden des Plangebietes nach Osten verlegt, ebenso das Umspannwerk. Die frühere Gewerbefläche im Westen wird künftig landwirtschaftlich und als Ausgleichsflächen genutzt.
Vertiefende Fachveranstaltungen zu Schall, Wasser, Energie oder Mikroklima werden im 4. Quartal 2026 und 1. Quartal 2027 folgen. Eine dritte große Bürgerveranstaltung im Rahmen der formellen Beteiligung ist Mitte 2027 vorgesehen. Weitere Informationen: www.rzzr.de, www.gemeinde-rackwitz.de oder auf Anmeldung im Projektbüro / ehemaliges Rathaus Zschortau.