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Ausgabe 17/2018
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Frühlingsgefühle, Frühjahrsmüdigkeit - ja was denn nun?

©Antonioguillem - stock.adobe.com - Wenn die Temperaturen steigen, fühlt sich jeder Zweite in Deutschland gereizt und abgeschlagen, müde und antriebslos. Der Körper braucht etwa vier Wochen, bis er sich an die Frühjahrstemperaturen gewöhnt hat.

Geht es uns im Frühjahr gut, sagen wir: Das sind die Frühlingsgefühle. Fühlen wir uns schlecht, heißt es: Das ist die Frühjahrsmüdigkeit. Was ist da los?

Meist zeigt sich das große Frühjahrsgähnen, wenn es ein paar Tage wärmere Temperaturen gab. Rund ein Viertel der Bevölkerung spürt die Frühjahrsmüdigkeit. Viele fühlen sich schlapp und müde. Andere leiden unter Kreislaufbeschwerden, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Gereiztheit oder Schlaflosigkeit. Bei den meisten ist das nach gut zwei Wochen überwunden.

Viele Menschen fühlen sich mit dem Beginn des Frühlings schlapp und müde. Während die Natur aus dem Winterschlaf erwacht und die Blumen zu blühen beginnen, haben einige Menschen mit der Frühjahrsmüdigkeit zu kämpfen. Auch wenn es sich dabei nicht um eine Krankheit handelt, so können die Symptome in Einzelfällen sehr stark sein. Neben einer intensiven Schläfrigkeit am Tag und Schlafstörungen in der Nacht gehören dazu auch Kreislaufprobleme, Gereiztheit oder Kopfschmerzen. Auch depressive Verstimmungen können auftreten.

Nicht wenige Menschen hierzulande erleben im Frühjahr einen Durchhänger. Sie fühlen sich schlapp und müde, für sie ist klar: Das ist die Frühjahrsmüdigkeit. Über die Ursachen dafür wird spekuliert. Hat das etwas mit den Hormonen zu tun, den steigenden Temperaturen oder einem Eisenmangel?

Wetterumschwünge wie das launische Aprilwetter führen außerdem oft dazu, dass sich die Anpassungsphase noch verlängert: Die ständigen Wechsel zwischen warm und kalt belasten den Kreislauf besonders von wetterfühligen Menschen: Vor allem wenn die Temperaturen steigen, weiten sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt. Gegen die Großwetterlage kann man zwar nichts tun, aber die typischen Beschwerden bei Frühjahrsmüdigkeit lassen sich mit Sonne, Luft, Bewegung und der richtigen Ernährung in erträgliche Schranken weisen.

Die Wissenschaft tut sich mit der Frühjahrsmüdigkeit schwer. Wer die englische Übersetzung des Begriffes in eine der großen Datenbanken für wissenschaftliche Publikationen eingibt, wird kaum fündig. Dennoch gibt es Versuche, die Frühjahrsmüdigkeit als Reaktion des menschlichen Organismus auf den Jahreszeitenwechsel zu erklären. Bei den Einflussfaktoren sind die sich verändernden Licht- und Temperaturverhältnisse naheliegende Kandidaten. Die zunehmende Helligkeit allerdings müsste eigentlich genau das Gegenteil einer Müdigkeit bewirken. Das Licht beeinflusst über das Auge die Aktivität der Zirbeldrüse. In der Folge sinkt der Spiegel des Schlafhormons Melatonin, was sich zwar negativ auf die Schlafqualität auswirken könnte, aber tagsüber wacher machen sollte. Zudem führt das intensivere Tageslicht zu einer gegenüber den düsteren Wintermonaten vermehrten Ausschüttung des Glückshormons Serotonin - was gute Laune und Energie vermittelt. Demnach müssten wir von Frühlingsgefühlen beflügelt werden.

Allerdings gibt es auch die Hypothese, dass diese Neuregulierung der hormonellen Balance ein Stressfaktor wäre, der sich in Form von Stimmungsschwankungen und Müdigkeit bemerkbar machen kann. Für eine gute Stimmung zu Beginn der wärmeren Jahreszeit sprechen psychologische Effekte. Beobachtbare Phänomene der Natur wecken in uns eine Aufbruchstimmung. Und allein dadurch, dass die Tage länger werden, nimmt der Tatendrang zu. Psychologen machen zudem sogenannte Kontrasteffekte für Frühlingsgefühle verantwortlich. Denn tatsächlich, wer in den dunklen Monaten genug Licht tankt, nimmt die Frühjahrssonne weniger intensiv und euphorisch wahr. Hinzu kommt eine Erwartungshaltung, nach dem Motto: „Draußen tut sich was, also muss sich auch in meinem Leben etwas verändern.“

Also, wer hat denn nun Recht, die Frühjahrsmüden oder Stimmungskanonen? Einen möglichen Ansatz gibt es, der sowohl die Frühjahrsmüdigkeit als auch Frühlingsgefühle begründen kann: Nämlich das Bedürfnis, für alles eine Erklärung zu finden. Normale Müdigkeitserscheinungen werden im Frühling einfach der Jahreszeit „angelastet“, ebenso wie eine besonders gute Stimmung. Vertraut man aber den angeführten Hormon-Hypothesen, sollten wir den Körper darin unterstützen, das neue Gleichgewicht möglichst rasch zu finden. Genügend Schlaf hilft ebenso wie die Empfehlung, sich häufig dem vollen Tageslicht auszusetzen, am besten kombiniert mit Bewegung.

5 Tipps gegen Frühjahrsmüdigkeit: Was tun?

  1. Viel Bewegung und Spaziergänge im Sonnenlicht kurbeln den Hormonhaushalt an.
  2. Wechselduschen härten das Immunsystem ab und machen startklar für den Frühlingsanfang.
  3. Abhärtung ist gut, dennoch nicht überfordern. Beenden Sie einen aktiven Tag mit einem gemütlichen Abend.
  4. Viel Gemüse, Obst, mageres Fleisch, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte verdrängen den Winterspeck.
  5. Bei andauernder Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Konzentrationsproblemen können Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente helfen.
Red.