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Mitteilungsblatt - Ihre Heimat- und Bürgerzeitung im Landkreis Bautzen
Ausgabe 17/2018
Aus Städten und Gemeinden
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„HALALI“ - Eric Keller und Michael Klipphahn

Michael Klipphahn „ Lilie“, 2015,Öl auf Papier, 55 x 40 cm

Die jungen Künstler Eric Keller und Michael Klipphahn, beide Absolventen der HfBK Dresden, zeigen in einer gemeinsamen Ausstellung auf Schloss Klippenstein einen Querschnitt ihrer künstlerischen Tätigkeit. Stille, Leere, Landschaft versus Pop, mediale Bildwelten und grelle Farbigkeit. Das klingt nach Konfrontation, ist sich aber näher, als man vermutet. Lassen Sie sich von einer leisen lauten Ausstellung Zeitgenössische Kunst überraschen!

Michael Klipphahn versteht sein Handwerk. Virtuos zaubert er mit dem Pinsel Bilder eines Realismus, erst beim Nähertreten wird klar, dass man nicht vor einer Fotografie steht. Die künstlerische Qualität, das Erlebnis für den Betrachter, ist Klipphahns Spiel mit Wahrnehmung und Wirklichkeit, das ungewöhnliche Motiv mit dem rätselhaften Bildausschnitt, welches der Künstler wählt. Der Junge auf dem Bild „Tattoo 6“ (Öl auf Papier, 60 x 45 cm) präsentiert nicht selbstbewusst und erhobenen Hauptes seinen bezeichneten Oberkörper. Voller Scham versucht er, ihn mit seinen Armen zu verdecken und sein Gesicht hinter den Händen zu verbergen. Und doch scheint der Junge neugierig, ob die Gefahr durch sein Gegenüber endlich gebannt sei und lugt mit einem Auge zwischen zwei Fingern hervor. Irritierend hierbei ist, dass er mit seinem Auge frontal den Betrachter ins Visier nimmt und die Verunsicherung auf ihn überträgt. Doch Furcht vor was? Nichts ist im Bild angedeutet.

Auch bei Eric Kellers Arbeiten wird der Rezipient zum eigentlichen Erzähler der Bilder. Die Motive und dargestellten Situationen erinnert der Künstler, befreit sie jedoch während des Malprozesses von sämtlichem autobiografischen Ballast. In den gemalten Landschaften und Räumen finden sich kaum noch narrative Verweise. Gerade mal ein Stuhl oder Schatten künden davon, dass der Raum eine Geschichte hatte oder haben wird. Eric Keller inszeniert seine Innen- und Außenräume mit malerischer Distanziertheit durch bewusst gewählte Fragmentierung und Verknappung zu atmosphärischen Bühnen. Trotz ihrer Leere wirken diese mit nahezu homogener Farbpalette dargestellten Orte und Konstellationen merkwürdig vertraut, man erinnert sich schnell an eigene zwischen Melancholie und Schwermut abgespeicherte Erlebnisse.

PI