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Ausgabe 22/2018
Aus Städten und Gemeinden
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A-Jugend verpasst direkte Qualifikation ganz knapp und muss in die nächste Qualifikationsrunde

Mit einem Sieg gegen Werder Bremen und einer Niederlage gegen die HSG Nienburg verpassten die A-Jugend-Handballerinnen der SG Rödertal/Radeberg die direkte Qualifikation ganz knapp und müssen damit in die nächste bundesweite Qualifikation zur Jugendbundesliga. Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen und am Ende entschied bei drei punktgleichen Teams die Tordifferenz – da hatte Halle-Neustadt ganz knapp vor der SG die Nase vorn. Die SG Rödertal/Radeberg und die HSG Nienburg müssen in die nächste Qualifikationsrunde in einer Woche und der SV Werder Bremen ist als Gruppenvierter ausgeschieden.

Die Zeichen für die SG standen durch den Sieg gegen Halle-Neustadt in der Vorrunde, der in Runde zwei übernommen wurde, mehr als günstig und so war auch das Ziel, die direkte Qualifikation, sehr realistisch. Erneut ging es nach Niedersachsen in den Landkreis Peine in die Sporthalle Groß Lafferte. Gleich im ersten Spiel des Tages trafen die SG-Mädels auf den SV Werder Bremen. Die Norddeutschen mussten unbedingt gewinnen, da sie aus der Vorrunde ebenfalls bereits mit zwei Minuspunkten belastet waren. Die SG wiederum konnte mit einem Sieg eine gewisse Vorentscheidung herbeiführen. Bremen war von der ersten Minute an hellwach und kam wesentlich besser ins Spiel. Die SG-Mädels begannen übernervös und mit vielen Fehlern und so liefen sie von Beginn an einem Rückstand hinterher. Zum Glück besannen sie sich auf ihre kämpferischen Qualitäten und beim 7:7 waren sie wieder dran, aber auch Bremen gab nicht klein bei und hielt dagegen. Mit 9:9 ging es in die Halbzeit. In Hälfte zwei das gleiche Bild, nur legte jetzt die SG vor und die Hanseatinnen mussten nachziehen. Bis zum 16:16 blieb es ein Spiel auf Augenhöhe. Die letzten sieben Minuten gehörten dann allerdings der SG. Drei Tore am Stück zur 19:16-Führung brachen den Widerstandswillen der Bremerinnen, die nun auch kräftemäßig am Ende waren. Für das Team der Trainer Steffen Wohlrab und Mirko Schulz war der 21:18-Erfolg bereits die Qualifikation für die nächste Runde aber nun wollten sie auch den Gruppensieg und die direkte Qualifikation.

Zwischenzeitlich hatte Halle Neustadt sowohl gegen Nienburg als auch Bremen gewonnen und die Tabellenführung übernommen. Der bis dahin verlustpunktfreien SG genügte also bereits ein Unentschieden im letzten Spiel gegen Nienburg zum Gruppensieg. Aber auch für Nienburg ging es um alles. Beide Mannschaften kämpften von Beginn an um jeden Ball und jedes Tor. Ab Mitte von Hälfte eins konnte sich die SG über die Stationen 6:4 und 9:6 absetzen. Die Sächsinnen hatten das Spiel im Griff und so war die 13:9-Pausenführung auch völlig verdient, hätte aber bei besserer Konzentration noch höher ausfallen müssen. Die Trainer mahnten ihre Mädels in der Halbzeitpause zu voller Konzentration: „der Vorsprung ist beruhigend, aber der Sack ist noch nicht zugebunden. Lasst den Gegner nicht mehr ins Spiel kommen.“ Die Worte waren auf fruchtbaren Boden gefallen, zumindest in den ersten zehn Minuten, denn die Mannschaft kam hochmotiviert aus der Kabine und setzte dort fort, wo sie die erste Halbzeit beendet hatte. Locker und mit schönen Spielzügen war die SG immer wieder erfolgreich und baute den Vorsprung kontinuierlich aus. Beim 19:13 zehn Minuten vor Schluss glaubten alle in der Halle an die Spielentscheidung. Doch was dann folgte, hätten selbst die kühnsten Optimisten nicht für möglich gehalten. Ein Tor für Nienburg und ein Fehlpass der SG mit einem weiteren Tor für Nienburg brachten das Spiel zum Kippen. Zwei Aktionen brachen der SG Rödertal/Radeberg das Genick. Ab sofort spielte keine Mannschaft mehr, sondern sechs Spielerinnen jede für sich. Niemand wollte Verantwortung übernehmen. Acht Minuten lang gelang der SG kein Tor – Niendorf warf sieben und ging mit 20:19 in Führung. Dann endlich die Erlösung und das Tor zum Ausgleich. Wieder legte Niendorf vor und wiederum der Ausgleich. Noch war eine Minute zu spielen. Erneut konnte Niendorf mit einem Freiwurf in Führung gehen. Der SG blieben noch 30 Sekunden, um den so wichtigen Ausgleich zu erzielen. Aber es sollte nicht sein. Die letzte Tormöglichkeit machte die Nienburger Torfrau zunichte. Das Ergebnis bedeutete für beide Teams die nächste Runde und der lachende Dritte war Halle-Neustadt, der dank der besten Tordifferenz noch an beiden Mannschaften vorbeizog – ein Herzschlagfinale. Für das SG-Team eine ganz bittere Erfahrung, Mädchen und Trainer waren sprachlos und mit jeder Menge Wut im Bauch. Nun muss die Mannschaft an diesem Wochenende erneut sehr weit reisen, der Spielort steht noch nicht fest, um sich für die Jugendbundesliga zu qualifizieren.

Andreas Zschiedrich/Foto: Christian Skomudek