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Ausgabe 22/2018
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Adler fliegt wieder übers Indianerland

Dieses Bild ist urheberrechtlich geschützt und nicht zur Weitergabe bestimmt. Jede Veränderung, Veröffentlichung und Verbreit - Als besonderes Zeichen Manitous fliegt beim diesjährigen Stück der Karl-May-Spiele Bischofswerda „Tödlicher Staub“ wieder ein Adler übers Indianerland. Auf dem Spielplan stehen 16 Aufführungen zwischen dem 17. Juni und 1. Juli.

Die Begeisterung kennt keine Grenzen – bei den fleißig übenden und in den allerletzten Proben steckenden Akteuren der Karl-May-Bühne Bischofswerda sowie bei ihren Fans eine Woche vor der Premiere, denn: Diese findet für das neue Stück „Tödlicher Staub“ am Sonntag, dem 17. Juni, 16 Uhr, statt und ist bereits seit Tagen komplett ausverkauft. Nach der 25. Spielzeit im Vorjahr heißt es in dieser Saison 25 Jahre Spielgemeinschaft „Gojko Mitic“. Diese veranstaltet seit 1993 die kleinsten Karl-May-Spiele Deutschlands mit den jüngsten Darstellern und begrüßt seitdem Besucher aus nah und fern – im Vorjahr kamen 11.000 Zuschauer. In den jährlichen Neuinszenierungen werden die Western-Geschichten des sächsischen Volksschriftstellers Karl May auf die Bischofswerdaer Waldbühne gebracht. Der Autor Dieter F. Gottwald aus Neumünster in Schleswig-Holstein bearbeitete die Bühnenfassung von „Tödlicher Staub – Deadly Dust“ frei nach Karl May für die Bischofswerdaer Spielgemeinschaft. Es ist sein siebentes Textbuch für die Karl-May-Spiele Bischofswerda. Regie führt wieder Uwe Hänchen. Freuen können sich die Besucher der 16 Vorstellungen auf eine Welturaufführung, denn das Stück wurde bisher auf keiner Freilichtbühne aufgeführt. Das Abenteuer erschien erstmals 1880 im Deutschen Hausschatz unter dem englischen Titel „Deadly Dust“. Diese Erzählung wurde 13 Jahre später zu einem Bestandteil des neunten Bandes der gesammelten Reiseromane des Karl-May-Verlages, der heute unter dem Titel „Winnetou III“ bekannt ist. Es folgten weitere Bearbeitungen des Verlages. Hervorzuheben ist davon die Version aus dem Jahr 2003. Unter dem Titel „Tödlicher Staub“ erschien die Geschichte als eines von sieben Büchern der Reihe „Abenteuer Winnetou“ des Karl-May-Verlages Bamberg Radebeul. Seit 2008 ist der Text modernisiert nochmals in der Reihe Karl Mays Gesammelte Werke enthalten – im Band 88 „Deadly Dust“.

In der Geschichte geht es um den erbitterten Kampf um Land, Reichtum und Freiheit. Der Staub des Goldes – verlockend und tödlich zugleich – weht über die Prärie, die auf der Waldbühne zur Wirklichkeit wird. Beeindruckend dabei sind wieder die Kampfszenen, für die die jungen Schauspieler der Kinder- und Jugendbesetzung in den vergangenen Monaten hartes Training durchlaufen mussten. Natürlich wird auch rasant geritten und geschossen, selbst ein Stunt ist zu erleben. Außerdem hat die Spielgemeinschaft bereits verraten, dass nach mehrjähriger Pause endlich wieder einmal die Westernlok über die Bühne fahren wird – inklusive actiongeladenem Bahnüberfall mit viel Bums und Krawall. Allein auf der Bühne werden bei „Tödlicher Straub“ mehr als 80 Darsteller und Statisten im Alter von zwei bis 79 Jahren, sieben Pferde, zwei Ochsen und weitere tierische Darsteller ihr Bestes geben, hinzu kommen zahlreiche Mitwirkende hinter den Kulissen, die für den reibungslosen Ablauf mit perfekter Ton- und Pyrotechnik sorgen. Uwe Hänchen, Regisseur und Leiter der Spielgemeinschaft, freut sich sehr über das ungebrochene Interesse bei Mitspielern und Besuchern. Er weiß aber auch, dass es einen immensen Probenaufwand bedeutet, um gerade die zahlreichen „Greenhorns“ unter den Darstellern für ihren Auftritt auf der großen Bühne vorzubereiten, damit jeder Einsatz – mit oder ohne Sprechrolle – perfekt passt.

Nach dem Erfolg zur Jubiläumssaison wird auch dieses Jahr wieder ein echter Greifvogel über die Köpfe des Publikums fliegen. Dafür arbeiten die Schiebocker Indianer erneut mit dem Moritzburger Falkner Hans-Peter Schaaf zusammen, der im vergangenen Jahr die jungen Darsteller einfühlsam und geduldig an seine zum Teil gefährlichen Tiere herangeführt hat. Außerdem gibt es am 23., 24. und 30. Juni sowie am 1. Juli, jeweils 13 Uhr, Extra-Flugvorführungen mit Adlern, Falken, Uhus, Käuzchen und einer Eule auf der Waldbühne.

Red.