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Mitteilungsblatt - Ihre Heimat- und Bürgerzeitung im Landkreis Bautzen
Ausgabe 26/2018
Aus Städten und Gemeinden
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Punk, Polka und Party in Pulsnitz

Am 21. Juni 2018 zeigte Pulsnitz, dass es ein Herz für Musik hat. Die Fête de la Musique ging an den Start. In weltweit 120 Ländern veranstalten inzwischen etwa 1.000 Städte dieses Ereignis. Ab jetzt zählt auch die Pfefferkuchenhauptstadt dazu. Auf gleich fünf wohlverteilten Bühnen bekamen Solisten, Chöre, Bands, Instrumentalensembles und DJs eine Chance, ihre Talente unter Beweis zu stellen. Bereits im Vorfeld haben die Organisatoren ganze Arbeit geleistet. Ohne einen strukturierten Plan, gehörigen Einsatzwillen und viele Aufbauhelfer wäre ein so großes Spektakel kaum möglich gewesen. Hier erwiesen sich die eigenen Erfahrungen der Macher rund um Andreas Jürgel als sehr hilfreich. Nicht zu vergessen ist die gastronomische Versorgung an den verschiedenen Standorten, die bestens funktionierte. Glücklicherweise spielte das Wetter bis auf einen kurzen Regenschauer gut mit, so dass die sorgsam vorbereiteten Programme auch auf interessiertes Publikum stießen.

Aus der Ohorner Sicht dürften manche Auftritte für Erstaunen gesorgt haben. Nicht nur die gut bekannten „Harmony Dreams“ unter Leitung von Kerstin Naumann waren zu hören. Einen besonderen Aha-Effekt lieferte Tommy Stern, ein junger Nachwuchssänger, mit seiner gelungenen Mischung aus 60er-Jahre-Rock ‘n‘ Roll und Countrymusik. Der Autodidakt mit der Jazzguitar überzeugte mit eigenen sehr hörenswerten Titeln, unter anderem „He‘s not Jesus“. Man fühlte sich als Zuhörer spontan in die Elvis-Zeit zurückversetzt. Entsprechend positiv war die Zustimmung auf dem Marktplatz. Diesen jungen Mann sollte man sich merken.

Ganz andere, aber nicht minder mitreißende, Töne schlug im Vorfeld eine Crossover-Band an, die ihren Proberaum ebenfalls in Ohorn hat. Die „Drunken Bitches“ mit Martin Müller an der Front schafften es, dass sich sogar die älteren Generationen im Rhythmus bewegten. Die Bandmitglieder hatten bei ihrem Auftritt einen unglaublichen Spaß und das konnten sie auch zum Publikum transportieren. Man wird hoffentlich bald wieder etwas von Tommy und Martin hören. Für die ganz Ungeduldigen gibt es bis dahin entsprechende Auftritte bei Youtube zu sehen, die man nur empfehlen kann. Bei Facebook kann man sich ebenfalls umfassend informieren.

Für besondere Stimmung sorgte der Auftritt von Monika Pfützner in der Nikolaikirche. Die begeisterte Hobbymusikerin trat nicht nur mit dem Gemischten Chor Pulsnitz auf. Sie spielte auch die Mandoline bei dem Auftritt der Rödertaler Stubenmusi. Es erwies sich hierbei, dass alpenländische Musik ganz und gar nicht angestaubt oder gar altmodisch sein muss. Viele der jüngeren Zuhörer äußerten sich nachher sehr aufgeschlossen gegenüber der volkstümlichen Variante.

Die erste Fête de la Musique in Pulsnitz ist wirklich gelungen. Sehr erfreulich war es, dass die Künstler generationsübergreifende Erfolge für sich verbuchen konnten. So sah man beispielsweise an der Techno-Bühne ebenso viele Mittfünfziger wie Jugendliche stehen. Mit viel Enthusiasmus und Leidenschaft waren die Organisatoren und auch die Künstler, die alle ohne Gage auftraten, dabei. Das macht Lust auf die nächste Pulsnitzer Fête de la Musique 2019.

Red.