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Mitteilungsblatt Radeberg - Ihre Heimat- und Bürgerzeitung
Ausgabe 32/2019
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Ackertag zeigt Pflügen wie anno dazumal

Beim 13. Prietitzer Ackertag werden am 25. August zum Pflügerwettstreit wieder die Pferde vor den Pflug gespannt

Die Getreideernte ist für Bauer Gerald Hantsche aus dem Elstraer Ortsteil Prietitz für dieses Jahr beendet. Auf dem Feld zwischen Kamenz und Elstra bei den „Graupenhäusern“ stand Dinkel, der jetzt in der Rätze-Mühle in Spittwitz weiterverarbeitet wird. Aber wie seit einigen Jahren gute Tradition, wird dieses Feld jetzt noch für einen anderen besonderen Zweck genutzt: Dort findet am nächsten Sonntag, dem 25. August 2019, der 13. Prietitzer Ackertag statt. Ackern wie zu Großvaters Zeiten – mit Pferd und Pflug – steht dann in der vom Landwirt Gerald Hantsche und dem Reitverein Elstertal organisierten Veranstaltung wieder im Mittelpunkt. Wie Hantsche während der Vorbereitung vor einigen Tagen erzählte, sei vielen Besuchern der Programmablauf sicher aus den Vorjahren vertraut: 9 Uhr beginnen die Gespannkontrolle und das Probepflügen. Schon da – und für die Teilnehmer natürlich am besten ab 7 Uhr – müsse der erste Kaffee heiß sein, denn gerade das Fachpublikum wolle nichts verpassen. Quasi wie beim Autorennen nutzten sie intensiv die Chance für einen Blick hinter die Kulissen, ließen sich gern mit Pferd und Technik vertraut machen. Dabei, so hat Gerald Hantsche in den vergangenen Jahren festgestellt, sei das Publikum bei diesen Prietitzer Ackertagen immer recht bunt gemischt: Natürlich kämen die „alten Bauern“ der Umgebung zu diesem Anlass zusammen – zum Fachsimpeln und auch um ein bisschen in Erinnerungen zu schwelgen. Aber Pferdefreunde und Oldtimerfans fänden ebenso zahlreich den Weg nach Prietitz. Besonders freut sich der engagierte Landwirt aber immer wieder aufs Neue über den Besuch junger Familien oder von Großeltern mit ihren Enkeln, denn nur so werde das Anliegen der Veranstaltung auch in die Realität umgesetzt. Schließlich würde der Verein den gar nicht so geringen Aufwand betreiben, um der ursprünglichen Landwirtschaft eine Bühne zu bieten. Modernste Technik werde außerdem ausgestellt und sogar demonstriert, um den Gegensatz und die Entwicklung zu zeigen. Denn das Pflügen mit Pferdegespannen wird im „normalen Leben“ nur noch höchst selten praktiziert. Von den Teilnehmern am Pflügerwettstreit seien nur einige wirklich Landwirte im Haupt- oder Nebenerwerb, die im Job mit solchen Dingen zu tun haben. Andere hingegen haben das Pferdepflügen als Hobby für sich entdeckt und fahren zu den verschiedensten Wettbewerben wie andere zu Reitturnieren.

Ab 11 Uhr kann man sich am 25. August in Prietitz von diesem Können der Starter überzeugen. Mehrere erfahrene Preisrichter – einige von ihnen haben schon bei Deutschen Meisterschaften und sogar international mitgerichtet – werden beim Pflügerwettstreit nach den Regeln des Pflügerverbandes die Arbeiten auf den 10 mal 40 Meter breiten Beeten beurteilen. Dann geht es um die höchstmöglichen Noten für verschiedene Kriterien wie Geradheit der Spaltfurche, Zusammenschlag, Einhalten der Furchentiefe und Qualität der Schlussfurche. Etwa 90 Minuten sollten vergehen, bis diese bei allen Teilnehmern gezogen ist – wahrscheinlich wird auch eine weibliche Teilnehmerin antreten. Nach dem Leistungspflügen mit Pferden, wenn die Richter die Ergebnisse auswerten, verspricht Gerald Hantsche ein paar Überraschungen für die Besucher. Mit Spannung wird immer auf die Siegerehrung gewartet, denn so genau kann man von außen die Einhaltung aller Kriterien ja nicht beurteilen. Deshalb sorgen die Preisrichter dann mit den offiziellen Zahlen für die Auflösung der Spannung. Zahlreichen Sponsoren ist es zu verdanken, dass sich alle Teilnehmer auf attraktive Ehrenpreise freuen dürfen. Nach der Siegerehrung sind ab 14 Uhr Oldtimer wie Lanz Bulldogs beim Ackern und Pflügen im Einsatz und begeistern nicht nur mit den typischen Geräuschen… Vor Ort gibt es für Jung und Alt noch einiges mehr zu erleben, so ist u.a. ein Kettensägenkünstler zu Gast. Ab 10 Uhr erklingt Blasmusik mit tschechischen Dauerbrennern. Die Veranstalter versprechen zudem ein kleines Rahmenprogramm mit verschiedenen Ständen sowie einer Ausstellung von Landmaschinen und natürlich nonstop Versorgung für das leibliche Wohl. Nicht nur die echten Kamenzer frisch aus dem Rauch sind dabei die Renner.

Das Bierzelt ist bereits am Sonnabendabend geöffnet. Dann trifft sich dort auch das große Organisatoren- und Helferteam, um die letzten Details zu besprechen. Denn Gerald Hantsche ist sehr froh, dass sein kleiner Verein Unterstützung durch viele engagierte Mitstreitern erhält. Von Parkplatzorganisation über Auf- und Umbau bis zur Betreuung der Toiletten und natürlich der Absicherung der Verpflegung gibt es beinahe unzählige größere und kleinere Handgriffe zu leisten, ohne die es nicht funktionieren würde. Sogar der Osterreiter, der jedes Jahr auf Gerald Hantsches Pferd zwischen Nebelschütz und Ostro unterwegs ist, packt beim Ackern gern mit an. Deshalb geht der Dank des Organisationschefs auch an alle Helfer sowie die Anwohner, die den Prietitzer Ackertag tatkräftig unterstützen.

ku