Titel Logo
Mitteilungsblatt Radeberg - Ihre Heimat- und Bürgerzeitung
Ausgabe 33/2019
Titelseite
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe
-

Sächsische Schützenvereine zu Gast

Die Schlagwörter Brauchtum, Hobby, Sport stehen für den Sächsischen Schützenbund, der zu seinem 16. Treffen der Schützenvereine nach Kamenz eingeladen hatte

Zahlreiche Schützenvereine ließen sich die Chance nicht entgehen, beim 16. Treffen Sächsischer Schützenvereine am vergangenen Sonnabend in Kamenz etwas Frostfestluft zu schnuppern. So hatten beispielsweise die Radeberger und Steinaer einen vergleichsweise kurzen Anreiseweg und reihten sich gern in den langen Festzug ein. Nach dem offiziellen Teil mit Ansprachen, Grußworten und Ehrungen auf dem Marktplatz ging es durch die Stadt zum Festgebiet. Der etwas größere Rahmen – bei „normalen“ Schützentreffen zum Forstfest ist das nicht der Fall – wurden die zahlreichen Schaulustigen und alle anderen Anwohner der Zugstrecke lautstark begrüßt. Denn es gab offizielle „Böller-Stellen“, an denen Salut-Schüsse abgegeben wurde. So hatten auch die Bürger in Kamenz-Ost die Fenster geöffnet oder traten auf den Balkon, um den Schützenzug winkend zu begrüßen.

Natürlich war der Präsident des Sächsischen Schützenbundes, des Fachverbandes für sportliches Schießen und Bogensport Frank Kupfer auch in die Lessingstadt gekommen. Er würdigte die Arbeit der Vereine sachsenweit mit 17.100 Mitgliedern, die dem Motto „Brauchtum, Hobby, Sport“ jeden Tag aufs Neue gerecht würden. Auch Vorbilder seien dabei eine durchaus wichtige Sache – so sei man natürlich stolz auf den Rio-Olympiasieger Christian Reitz aus Löbau und hoffe jetzt, dass sich der sächsische Trap-Schütze Paul Pigorsch für die nächsten Olympischen Spiele qualifizieren kann. Aber Kupfers Dank galt ganz besonders allen Vereinen, die sich einer aktiven Nachwuchsarbeit verschrieben haben und da besonders dem Landesjugendleiter Thomas Schlicht. So passte es absolut ins Licht, dass zum zweiten Mal nach 2014 in Kamenz ein Jugendcamp der Sächsischen Schützenvereine durchgeführt wurde.

Stolz gingen die mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – Kinder, Jugendliche und Betreuer – im Festzug in ihren schmucken weißen Camp-T-Shirts mit. Von Freitag bis Sonntag hatten sie ihre Zelte beim Kamenzer Verein Tomogara aufgeschlagen. Engagierte Mitglieder der Schützengesellschaft Kamenz sorgten für einen reibungslosen Ablauf und natürlich viel Spaß zum Ausklang der Sommerferien. Denn mit Absicht geht es in diesen einmal jährlich stattfindenden Jugendcamps nicht ums Schießen, sondern das Kennenlernen und das Miteinander sollen im Mittelpunkt stehen. Wenn sich die Nachwuchsschützen dann bei den nächsten Wettkämpfen treffen, sollen sie Freunde und Kontrahenten gleichzeitig sein, die gern ihre Erfahrungen teilen. Kinoabend und Lagerfeuer waren beste Gelegenheiten zum ausgelassenen Miteinander. Spannend wurde es außerdem beim gemeinsamen Panzerfahren in Großgrabe im Rahmen des Jugendcamps am vergangenen Wochenende.

Für diese hervorragende Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Sächsischen Schützenbund sowie insgesamt das große ehrenamtliche Engagement bedankte sich auch Prof. Dr. Günther Schneider, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium des Innern: „Danke, das ist mit Geld nicht aufzuwiegen, ihre Arbeit ist so viel wert.“ Außerdem versprach er, begeistert von der Atmosphäre des Schützentreffens und des Forstfests insgesamt, gern die Initiative der Lessingstadt zu unterstützen, wenn das Forstfest in Kamenz immaterielles Weltkulturerbe werden möchte. Die betreffenden Antragsunterlagen, so hieß es aus der Stadt, sollen die Einzigartigkeit des Kamenzer Volksfestes mit langen Traditionen wie einer beinahe 175 Jahre alten Festzugsordnung unterstreichen und bis Oktober fertiggestellt werden.

ku